Letztes Update am So, 17.03.2019 09:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Giovanni Trapattoni: Er hat auch mit 80 noch nicht fertig

Seine Sprüche sind so legendär wie seine Erfolge: Kult-Trainer Giovanni Trapattoni wird heute 80 Jahre jung. Denn alt fühlt sich der Mailänder noch lange nicht. Gerade entdeckt er die sozialen Netzwerke für sich. Nur zu seiner Wutrede 1998 will er nichts mehr sagen.

Trainerlegende Giovanni Trapattoni.

© HELMUT FOHRINGER / APATrainerlegende Giovanni Trapattoni.



Text: Deborah Darnhofer

„Il Trap“, „der Trap“: Zwei schlichte Bezeichnungen, die Trainerlegende Giovanni Trapattoni wohl nicht gerecht werden, schon gar nicht an seinem heutigen 80. Geburtstag. Mit mehr als 20 Titeln gilt er als einer der erfolgreichsten Fußballtrainer. Neben José Mourinho ist er der Einzige, der in vier Ländern, Italien (siebenmal), Deutschland, Österreich und Portugal (je einmal), Meister wurde.

„Il Maestro“, der Meister, wird der Italiener mit den Maßanzügen und gekämmten Haaren daher gerne genannt. Meisterhaft war er aber nicht nur im Trainieren, sondern auch im Gestikulieren und Sprücheklopfen. Nie um ein kritisches – aus mangelnder Sprachkenntnis oft lustiges – Wort verlegen, sorgte Trapattoni Zeit seiner 41-jährigen Trainerkarriere für bleibende Erinnerungen. „Wenn die Mannschaft nicht umsetzt, was ich mir vorstelle, wird Papa Trap ganz schnell zum Vulkan“, soll er einmal gesagt haben. Nach seinem Engagement als irischer Nationaltrainer 2013 ist daraus aber ein inaktiver geworden.

Er erhalte zwar noch Angebote von Vereinen, doch das Pensionistenleben habe er „zähneknirschend“ akzeptiert, erklärte er Anfang des Monats dem kicker. Seine Frau Paola habe ihm auch gedroht, witzelte der Liebhaber des runden Leders. Ganz kann er es aber nicht lassen. Neuerdings nennt sich der Mailänder nämlich im Internet „il Trap“. Ende letzten Jahres ist er mit Hilfe seines Enkels Riccardo Felici den sozialen Netzwerken beigetreten.

Seitdem postet er alte Fotos oder fordert schon mal Frieden in Italiens Fußballstadien. Auf seine berühmte Wutrede 1998 als Bayern-Trainer geht er auch ein: In einem Video lässt er schlicht ein Mikrofon, dafür kein Wort fallen. „Il Trap“ möchte damit eine Brücke zwischen Alt und Jung schlagen, wie er schreibt. Denn „mit Lernen und Lächeln“ dürfe man im Leben nie aufhören, lautet ein weiterer weiser Spruch von Trapattoni.

Trapattoni in Zitaten

„Ich habe fertig!“

„Ein Trainer is nich ein Idiot! Ein Trainer seh, was passieren in Platz. In diese Spiel, wie zwei oder drei, diese Spieler ware schwach wie eine Flasche leer!“

„Wörter sind sehr einfach. Wer kann machen, machen. Wer kann nicht machen, sprechen. Wer kann nicht sprechen, der schreiben.“

„Wenn die Mannschaft nicht umsetzt, was ich mir vorstelle, wird Papa Trap ganz schnell zum Vulkan.“

„Ich bin nicht die Lollobrigida und auch nicht Marilyn Monroe. Ich habe nicht so viel Aufmerksamkeit verdient. Aber auch ich habe eine tolle Kehrseite.“

Auch mit 72 Jahren wusste Trapattoni um seine Erscheinung. Der Italiener kann sich in seinen Maßanzügen, gebügelten Hemden und perfekt gekämmten weißen Haaren ja auch sehen lassen.

„The cat is in the sack, but the sack is not closed. The cat is in, but it’s open. It’s a wild cat.“

Mit dem 4:0-Hinspielsieg gegen Estland war den Iren die Teilnahme zur EM 2012 fast sicher und die Katze damit im Sack.

„Und jetzt lasst mich gehen, ich bin wie eine Kuh, die 15 Liter Milch gibt. Diesmal habt ihr mir 20 abgenommen.“

Neugierige Journalisten hatten den Irland-Trainer 2012 im Trainingslager gehörig gefordert.

„Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding“