Letztes Update am Do, 21.03.2019 08:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Sportverletzungen nehmen zu: Rote Karte fürs Fußballknie

Verletzungen im Fußball nehmen rapide zu. Eine Kampagne von KFV und Bundesliga soll gegensteuern. Ein Sportmediziner möchte Eltern und Trainer ins Boot holen.

„Trainer und Eltern müssen darauf achten, dass Kinder ausreichend Regenerationsphasen bekommen.“ Christoph Resinger, 
Fußballmediziner

© E+„Trainer und Eltern müssen darauf achten, dass Kinder ausreichend Regenerationsphasen bekommen.“ Christoph Resinger, 
Fußballmediziner



Von Sabine Strobl

Die Welt ist rund wie ein Fußball. Über eine halbe Million Österreicher üben den Sport aktiv aus. Doch die Verletzungszahlen steigen massiv an, zudem werden die Fußballer mit schweren Verletzungen immer jünger. Knapp 47.000 Kickerinnen und Kicker werden pro Jahr im Spital behandelt, etwa ein Viertel der Verletzten sind Kinder bis 14 Jahre, stellt das Kuratorium für Verkehrssicherheit fest. Das KFV hat zum Start der Frühjahrssaison mit der Fußball-Bundesliga eine Videokampagne auf die Beine gestellt (abzurufen unter #SICHERFUSSBALL). Die Botschaft: Verletzungen im Amateur-, Kinder- und Jugendbereich sind durch die richtige Vorbereitung vermeidbar.

Der Fußballsport hat sich in den vergangenen 20 Jahren sehr verändert. „Das Spiel ist viel körperbetonter und schneller geworden. Viele Verletzungen sind auf Fouls zurückzuführen, aber ein Viertel der Verletzungen entsteht ohne Fremdeinwirkung“, erklärt der Unfallchirurg Christoph Resinger, der die Kampagne ärztlich begleitet. Diese Verletzungen stehen mit den geforderten Kurzzeitreaktionen auf schnelle Richtungswechsel und akute Stopps in direktem Zusammenhang. Stabilisieren, Kräftigen und Ausgleichen von Dysbalancen sowie persönlichen Schwächen lautet folglich die Devise einer klugen Vorbereitung. Amateursportler können sich dabei an Sportärzte, Physiotherapeuten und Athletiktrainer wenden.

Auf Fußballverletzungen bei Kindern und Jugendlichen gehört besonderes Augenmerk gelegt. Ihr Verletzungsrisiko ist nicht nur auf mangelnde Fitness und Geschicklichkeit, sondern häufig auf Überlastung zurückzuführen. Ambitioniertes Kindertraining findet heute nicht mehr zweimal pro Woche statt, sondern bis zu fünfmal. Resinger: „Trainer und Eltern müssen darauf achten, dass Kinder ausreichend Regenerationsphasen bekommen.“ Typischerweise treten bei Kindern Probleme mit der Wachstumsfugen in der Ferse oder beim Ansatz der Kniescheibensehne auf. Schwere Knieverletzungen sind selten, nehmen aber zu.

In dem Lernvideo geht es um Aufwärmen, Sprinten, richtiges Laufen, Übungen, die Schussmuskel und Knie stärken, sicheres Landen und darum, wie man dem Gegner geschickt ausweich