Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.03.2019


Tourentipp

Gemütliche 1000 Höhenmeter: Das Feldalphörndl in der Wildschönau

Hohe Lawinengefahr in weiten Teilen Tirols: Am Wochenende wählten wir daher das Feldalphorn in den Kitzbüheler Alpen als Ziel aus – ein gemütlicher Berg mit toller Aussicht.

Die Tour auf das Feldalphorn führt über tolles Almgelände.

© RappDie Tour auf das Feldalphorn führt über tolles Almgelände.



Von Irene Rapp

Wildschönau – Wer noch nie in der Wildschönau war, wird sich wundern: Die Gemeinde oberhalb von Wörgl ist groß und erstreckt sich u. a. über 24 Kilometer. Auch zahlreiche beliebte Skitourenziele finden sich in diesem Hochtal – wie der Große Beil oder der Lämpersberg. Und Schnee gibt es immer noch genug – wenn sich auch schon der Frühling ein wenig bemerkbar macht.

Am vergangenen Wochenende war die Wildschönau wegen der teilweise hohen Lawinengefahr in anderen Gebieten unser Ziel. Ganz gemütlich ging es auf das Feldalphorn, welches mit seinen 1923 Metern sowie seiner Geländeform für Einsteiger und Schneeschuhwanderer bestens geeignet ist – und selten lawinengefährlich, wie Katrin Brugger von Sport Blachfelder in der Wildschönau weiß. „Das Feldalphörndl ist ein Berg, der fast immer geht“, verrät sie den Spitznamen der Erhebung. Allerdings wird man auf diesem Berg nie alleine unterwegs sein. Zu nahe liegt er an der Grenze zu unseren nördlichen Nachbarn.

Kurz bevor man die Kuppe des Feldalphorns erreicht, stehen noch einige Bäume.
Kurz bevor man die Kuppe des Feldalphorns erreicht, stehen noch einige Bäume.
- Rapp

So kommt man hin: Von Wörgl in die Wildschönau, hier bis nach Schwarzenau fahren. Nach einem kleinen Elektrizitätswerk auf der linken Seite finden sich rechts der Straße einige Parkplätze. Nun einfach über die Straße und in südöstlicher Richtung an einigen Häusern vorbei. Man kommt auf freie Wiesen, über die es kurz hinaufgeht, vorbei an einem alten Holzhaus mit Brotbackofen.

Gleich danach erreicht man einen Weg, auf diesem wenige Meter hinab zu gelben Wegweisern und hier links hinauf. An dieser Stelle gab es am vergangenen Wochenende keinen Schnee, die Ski mussten also getragen werden – jedoch nur ein kurzes Stück.

Vom Feldalphorn aus sieht man u.?a. auf Schwaigberghorn  und Breiteggern.
Vom Feldalphorn aus sieht man u.?a. auf Schwaigberghorn und Breiteggern.
- Rapp

Entlang eines eingezäunten Grundstücks – dahinter liegt u.a. ein riesiger Teich – steuert man nun die großen Höfe auf dem steilen Hang über einem an. Über weite Wiesen geht es hinauf, u.a. kommt man kurz unterhalb des Waldes an einem tollen Aussichtsplatz vorbei – einem allein stehenden Baum mit Sitzbankerl.

Dahinter durch eine sichtbare Waldschneise, dann hat man schon wieder Almwiesen erreicht – wie überhaupt die Tour auf das Feldalphorn von diesen schönen weiten Flächen geprägt ist. Und man kann sich gut vorstellen, dass es hier im Sommer an Almrosen nicht mangelt – und dass, wenn diese blühen, man beim Feldalphorn auch vom „brennenden Berg“ spricht.

Das Gipfelkreuz selbst ist auf einem kleinen Felsen errichtet.
Das Gipfelkreuz selbst ist auf einem kleinen Felsen errichtet.
- Rapp

Doch noch liegt viel Schnee, zum Glück. Nach der Schneise hält man sich rechts, bald erreicht man die Untere Prädastenalm, dann die Obere. Ein Gebäude der Oberen Alm kann man laut Aushang mieten – das Platzerl mit tollem Blick auf das Hochtal hat es jedenfalls in sich. Schön auch, dass man hier nur Vogelgezwitscher und das Rauschen der Wildschönauer Ache hört – kaum zu glauben, dass man in Luftlinie wenige Meter vom Inntal entfernt ist.

Nach den oberen Almgebäuden geht es kurz flach dahin, dann in nordöstlicher Richtung kurz hinauf. Und hier kann man dann schon das Ziel erkennen – die recht unspektakuläre Kuppe des Feldalphorns. Links unten sieht man wieder Almgebäude (Vordere Feldalm), man hält sich hier jedoch rechts und zieht gemütlich auf einem, unten ein wenig bewaldeten, Rücken zum höchsten Punkt auf 1923 Metern hinauf. Wer im ersten Moment auf der riesigen Kuppe kein Gipfelkreuz sieht, sollte nicht enttäuscht sein. Einige Meter weiter taucht nämlich das Kreuz auf, welches auf einem kleinen Fels von der Schützengilde aufgestellt worden ist. Die Aussicht ist da wie dort gewaltig.

Wer noch nicht genug hat, der könnte nun noch auf einem breiten Rücken in südwestlicher Richtung das Schwaigberghorn ansteuern. Das ist mit 1990 Metern nur geringfügig höher, zudem wird es nicht von so vielen Leuten begangen. Und von dort ist es auch nur noch ein Katzensprung zum Breiteggern (1981 m), auf dem sich am vergangenen Samstag ebenfalls viele Wintersportler tummelten. Wir aber sind vom Feldalphorn auf der Aufstiegsspur abgefahren, wobei die breiten Hänge viel Spielraum für Spuren im Schnee boten.

Fazit: Das Feldalphorn bietet angenehmes Gelände, keine Spitzkehren, tolle Aussicht – diese Tour ist nicht umsonst so beliebt. Einziger Wermutstropfen: Man muss früh aufstehen, um noch einen Parkplatz zu bekommen. Der Untergrund dürfte aber dank der niedrigen Temperaturen zu Wochenbeginn nur ein wenig gelitten habe.

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Tourentipp online:

Den Track für die Tour finden Sie unter go.tt.com/2HKX7kj