Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.05.2019


Gauder Fest

Wer wird Gauder Hogmoar 2019? Neues Training gibt Rangglern Kraft

Zillertaler Kraftlackl wollen den Gauder Hogmoar zurück ins Tal bringen. Heute wird das Fest offiziell eröffnet.

Daniel Fankhauser, Simon Strasser und Florian Lindner zählen unter den Zillertaler Rangglern zu den Favoriten für den Gauder Hogmoar. Doch die Konkurrenz ist groß. Daher wird fleißig trainiert.

© FankhauserDaniel Fankhauser, Simon Strasser und Florian Lindner zählen unter den Zillertaler Rangglern zu den Favoriten für den Gauder Hogmoar. Doch die Konkurrenz ist groß. Daher wird fleißig trainiert.



Von Eva-Maria Fankhauser

Stumm, Zell a. Z. – Schweißperlen tropfen auf die Matte. „Durchhalten, noch zehn Sekunden“, ruft der Trainer. Bei einigen beginnt der Arm zu zittern. Sämtliche Muskeln sind angespannt. Die Übungen verlangen den jungen Männern alles ab. Und dabei wärmen sie sich erst auf. Denn danach folgen Technik und Übungskämpfe.

Seit einigen Monaten weht bei den Trainings des Zillertaler Rangglervereins ein raueres Lüftchen. „Früher kam jeder zu einer anderen Zeit. Man wärmte sich kurz mit ein paar Liegestützen auf und dann wurde eineinhalb Stunden herumgekämpft. Aber ohne eine Technik zu verfolgen, ohne richtig zu trainieren“, sagt der Zillertaler Ranggler Daniel Fankhauser. Als er Anfang des Jahres bei einem Training der Judokas in Innsbruck mitmachte, wurde ihm klar: So muss das auch bei den Rangglern künftig ablaufen. Strenger, fokussierter, ausgereifter.

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- Fankhauser

„Mein Rangglerkollege Florian Lindner ist Judoka und macht eine Trainerausbildung. Da habe ich mir einiges abgeschaut“, sagt Fankhauser. Nach dem ersten „neuen“ Training am Sportgelände in Stumm war nach 45 Minuten Aufwärmen mit Strecksprüngen, Trippling, Liegestützen, Stabilisationsübungen etc. Schluss bei vielen Rangglern. „Da war die Luft heraußen – nur vom Aufwärmen“, lacht Fankhauser und sagt: „Aber es hat ihnen allen gefallen. Sie haben richtig Gas gegeben und alles aus sich rausgeholt. Und nach wenigen Trainings hat sich schon gezeigt, dass alle viel fitter und kräftiger sind.“

Aber auch die Disziplin habe sich verbessert. Nun kommen alle Ranggler stets pünktlich zum Training – ansonsten droht eine schweißtreibende Strafrunde. Der Spaß kommt dennoch nicht zu kurz. Beim letzten Training fuhr Fankhauser mit zwei großen Lkw-Reifen vor, mit denen die Ranggler Kraftübungen im Freien absolvierten. Die jungen Männer motivieren sich gegenseitig, feuern sich an und fordern einander heraus. Die Ranggler sind in Bestform – und das hat auch einen guten Grund.

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Denn am Samstag steht das begehrte Gauder Ranggeln in Zell am Ziller an. Und es kann nur einen geben, der als Sieger – als Gauder Hogmoar – hervorgeht. „Wir sind heuer zwar eher die Außenseiter, was den Hogmoar angeht, aber hoffen trotzdem, den Titel im Zillertal behalten zu können“, sagt Vereinsobmann Anton Wurm. Im Vorjahr gewann ein Salzburger Ranggler den Hogmoar und auch heuer haben die Konkurrenten aus Salzburg bereits gut vorgelegt. Bei den Zillertalern sind einige gute Klassen-Ranggler heuer weggefallen. Doch drei Favoriten gibt’s: Daniel Fankhauser, Florian Lindner und Simon Strasser.

Gestern startete das Gauder Fest mit dem Charity-Abend. Heute Abend folgt die offizielle Eröffnung samt beliebter „Gambrinus Rede“ und morgen ab 13 Uhr wird je nach Wetter in der Tennishalle oder am Sportplatz geranggelt.

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