Letztes Update am Fr, 24.05.2019 15:15

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Verona Pooth: „Ich bin mir selbst treu geblieben“

Vom „Dummchen“ zur Geschäftsfrau: Verona Pooth gewährt in ihrem neuen Buch persönliche Einblicke in ihr Leben. Ein Gespräch über emotionale Anker und die Schattenseiten der glamourösen Welt.

Verona Pooth feiert auch gerne in Tirol, wie etwa hier bei der Weißwurstparty im Stanglwirt in Going bei Kitzbühel.

© ImagoVerona Pooth feiert auch gerne in Tirol, wie etwa hier bei der Weißwurstparty im Stanglwirt in Going bei Kitzbühel.



Verona Pooths Karriere begann, als sie in den 90er-Jahren gleich zweimal zur „Miss Hamburg“ gekürt wurde. Später trat sie als unbändigbares Energiebündel in diversen Fernsehshows auf. In ihrer neuen Autobiografie lässt sie ihr Leben Revue passieren und schlägt dabei auch ernstere Töne an.

Viele Frauen, die Sie in Zeitschriften sehen, denken sich vielleicht: Wow, wie schafft diese Frau es bloß, noch immer so gut auszusehen. Wie würden Sie diese Frage beantworten?

Verona Pooth: Tatsächlich ist es so, dass ich mein Aussehen zu einem großen Teil meinem gesunden Lebensstil zu verdanken habe. Ich mache aber auch schon mein ganzes Leben lang viel Sport, wann immer es geht – also mindestens drei- bis viermal in der Woche.

Halten Sie auch eine strenge Diät ein?

Pooth: Nein. Damit ich das nicht machen muss, ernähre ich mich sehr bewusst. Zum Glück bin ich aber auch von Natur aus recht schlank und mit meinen 1,78 cm auch relativ groß, das hilft. Mit ein paar kosmetischen Tricks kann ich meine optischen Vorzüge außerdem noch besser in Szene setzen. Da sind wir Frauen ja recht erfinderisch. (lacht)

Vor Kurzem ist Ihre Autobiografie mit dem Titel „Nimm dir alles, gib viel: Das Verona-Prinzip“ erschienen. Worum geht es darin?

Pooth: Ich bekam und bekomme oft die Frage gestellt: Wie hast du das alles erreicht? Deshalb habe ich die letzten dreißig Jahre meines Lebens Revue passieren lassen und über viele lustige, emotionale, aber auch schmerzhafte Kapitel meines Lebens geschrieben.

Erwähnen Sie auch Ihre Beziehung zu Dieter Bohlen?

Pooth: Ja. Auf diese Beziehung haben die Medien sich ja immer sehr gestürzt. (lacht). Es wurde Zeit, darzulegen, wie es wirklich war.

Und wie war es wirklich?

Pooth: Es war nur eine sehr kurze, kinderlose Beziehung, eine „Crazy Lovestory, ohne Happy End“. Ich war zwölf Jahre jünger, und er war halt Dieter Bohlen. Er hätte mir finanziell ein super Leben bieten können, aber ich habe gemerkt, dass er nicht der Richtige war und schließlich die Scheidung eingereicht. In gewisser Weise habe ich mir damit selbst bewiesen, dass ich in der Lage bin, eigenständige Entscheidungen zu treffen, seien sie auch angeblich noch so „dumm“. Das war eine wichtige Erkenntnis. Ich bin mir selbst treu geblieben.

Gab es in Ihrem Leben auch noch andere Krisen?

Pooth: Die Demenzerkrankung meiner Mutter, die ich bis zu ihrem Tod begleitet habe, war für mich besonders schlimm. Es war für mich sehr schmerzhaft, zu sehen, wie meine Mamita nicht nur ihr Gedächtnis, sondern auch ihre Persönlichkeit verlor.

Zur Person

Entertainerin Verona Pooth wurde 1968 in La Paz (Bolivien) geboren, wuchs aber in Hamburg auf. Sie hieß bis zu ihrer Heirat mit Franjo Pooth im Jahr 2000 Verona Feldbusch. Pooth arbeitete ab 1989 als Model und nahm an mehreren internationalen Schönheitswettbewerben teil. Schlagzeilen machte 1996 ihre kurze Ehe mit Dieter Bohlen. Pooth ist Mutter zweier Söhne.

Wer war für Sie in dieser Zeit ein emotionaler Anker?

Pooth: Mein Mann Franjo. Man könnte es auch so beschreiben: Diego, mein 15-jähriger Sohn, ist mein Herz. Der kleine Rocco ist meine Seele. Franjo ist mein Rückgrat, mein Fels in der Brandung. Er ist immer an meiner Seite und gibt alles. Meine Stärke sind meine drei Männer.

Was muss man sich unter dem „Verona-Prinzip“ vorstellen?

Pooth: Meine Mamita, wie ich sie immer nannte, hat mir sehr viele Lebensweisheiten mitgegeben, und darauf basiert auch das „Verona-Prinzip“. Sie sagte nämlich immer „Nimm dir alles“ und meinte damit „Trau dir alles zu, geh deinen Weg, lass dich nicht verunsichern, zweifle nicht an dir“. Aber sie hat auch immer gesagt: „Gib etwas zurück.“ Meine Mutter hat mir vermittelt, dass soziales Engagement sehr wichtig ist. Dieses Denken gebe ich als Mutter auch an meine beiden Söhne weiter.

Inwiefern haben Sie sich in Ihrem Leben sozial engagiert?

Pooth: Ich habe zum Beispiel mit einer Million meines Geldes ein ganzes SOS-Kinderdorf in Bolivien finanziert, mit Schule, Krankenstation und allem, was möglich war. Das Dorf trägt meinen Namen: Veronas Casitas. Darauf bin ich sehr stolz.

Sie sind vor Kurzem 50 geworden. Wie geht es Ihnen mit dem Älterwerden?

Pooth: Ich würde sagen, fünfzig ist das neue dreißig (lacht). Viele Dinge haben sich zeitlich nach hinten verschoben. Ich glaube, es ist eine neue Zeit angebrochen. Man denkt vielleicht weniger übers Älterwerden nach. Mir geht es zumindest so.

Das Gespräch führte Gerlinde Tamerl


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