Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Bezirk Kufstein

Tiroler fand in Hamburger Fußballszene Zweitheimat

Der in der Hansestadt als „Tiroler Friedl“ bekannte HSV-Fan feierte kürzlich in Erl seinen 70. Geburtstag. Als Überraschung bekam der Fußballfan ein eigenes Lied.

„Tiroler Friedl“ Schuler und seine Frau Renate freuten sich über die eigens für den bekannten Fußballfan komponierte Polka.

© Haun„Tiroler Friedl“ Schuler und seine Frau Renate freuten sich über die eigens für den bekannten Fußballfan komponierte Polka.



Erl – Er gilt als „Fußball-Superfan“ und ist als „Tiroler Friedl“ auch in Hamburg bekannt. Kürzlich kehrte der Wahl-Hansestädter Friedl Schuler wieder in seine langjährige Heimat Erl zurück, um seinen 70. Geburtstag zu feiern. „Erl ist und bleibt meine Heimat, und da ich besonders die Gemütlichkeit sehr schätze, zieht es mich immer öfter wieder hierher“, betonte Schuler, der auch als Leiter des „Hamburger SV-Fanclubs Lohbrügge“ fungiert.

Nach seinen Anfängen als Koch in Erl zog es den Tiroler in den 70er-Jahren nach Hamburg, wo er als Schiffskoch anheuerte. Aufgrund eines Herzfehlers blieb ihm die Seemannskarriere aber verwehrt. „Da ich meine beiden großen Lieben, nämlich meine Frau und den Hamburger Sport-Verein (HSV) in Hamburg gefunden hatte, beschloss ich, dort zu bleiben“, blickt Schuler auf 50 Jahre in der Hansestadt zurück.

Nachdem er sein erstes HSV-Spiel mit knapp 45.000 Zuschauern im Volkspark besucht hatte, gründete er im Mai 1980 mit Freunden schließlich den „HSV Fanclub Lohbrügge“. Vom einstigen HSV-Trainer Ernst Happel bekam er seinen Spitznamen „Tiroler Friedl“ verpasst, unter dem er große Bekanntheit in der Hamburger Fußballszene erlangte. Durch Happel lernte Schuler auch einige Spieler kennen, welche der begnadete Koch öfters mit seinem berüchtigten Apfelstrudel verwöhnte. Mehr als sechs Jahre lang war er auch für die Kulinarik der Damenmannschaft des Hamburger SV zuständig. „Mein allergrößtes Highlight war, als ich im Jahre 2003 anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Bundesliga aus über 10.000 Bewerbern zum deutschen Superfan ausgezeichnet wurde“, erzählt Schuler stolz.

Seit 1980 war er bei mehr als 1000 Spielen des Vereins dabei, 36 Fotoalben halten diese Erlebnisse auf Bildern fest. Seine Sammlung umfasst außerdem 260 Trikots aus aller Welt, darunter 72 vom HSV sowie weit über 400 Wimpel.

Seit fünf Jahren zieht es den Tiroler wieder regelmäßig in seine neue Wohnung in Erl. Bei seiner Geburtstagsfeier erhielt er ein besonderes Geschenk der Musikgruppe Die jungen Tiroler. Sie widmeten dem Fußballfan „Tiroler Friedl“ eine eigene Polka und rührten den Jubilar damit zu Tränen. (TT, fh)