Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


TT-Tourentipp

Feilkopf im Achental: Mit dem Bike bis zum Gipfel

Von Pertisau aus geht es auf bestens befahrbaren Weg hinauf zum Feilkopf. Das Tolle daran: Mit dem Bike kann man bis zum Gipfelkreuz fahren - Traumausblicke inkludiert.

Gleich hinter den Holzstämmen geht es hinauf zur Feilalm.

© RappGleich hinter den Holzstämmen geht es hinauf zur Feilalm.



Von Irene Rapp

Pertisau – Eigentlich ist der Feilkopf ja ein Mugel. Nur 1562 Meter hoch und wenn man am Parkplatz beim Eingang in die Karwendeltäler in Pertisau startet, kann man schon das Gipfelkreuz auf der grünen Erhebung sehen. Trotzdem hat der Mugel viel zu bieten – nämlich eine traumhafte Aussicht auf den Achensee bzw. in das Karwendel. Noch dazu ist die Fahrt auf den Gipfel nicht zu fordernd und führt über einen tollen Forstweg mit feinem Kies.

So kommt man hin: in Pertisau am Eingang der Karwendeltäler parken. Dass man hier in einem touristischen Hot-Spot unterwegs ist, zeigen nicht nur zahlreiche Info-Tafeln, sondern auch die vielen Leute, die unterwegs sind. Vom Knickerbocker-Wanderer über den E-Biker bis zur Familie, man hört viele Sprachen und sieht jedes Alter.

Vom Parkplatz aus ist auch schon links der dann zu befahrenden Straße der Feilkopf mit der darunterliegenden Feilalm zu sehen. Allerdings, der Eindruck täuscht: Denn man fährt quasi von der „Rückseite“ hinauf bis zum Gipfelkreuz. Das ist nämlich ein weiterer Vorteil des Mugels: dass man bis zum Gipfel mit dem Rad fahren kann.

Die Forststraße ist breit und ein wenig grobschottrig, also gut befahrbar.
Die Forststraße ist breit und ein wenig grobschottrig, also gut befahrbar.
- Rapp

Zunächst aber geht es bis an das Ende des Parkplatzes und bei einer großen Info-Tafel rechts auf asphaltierter Straße weiter. Mäßig ansteigend fährt man in das Pletzachtal hinein, wo man nach einiger Zeit die Pletzachalm (1040 m) erreicht, rechts geht es über den Pasillsattel zur Seebergspitze (2085 m) hinauf.

Von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zu einer Wegteilung: Man bleibt aber weder auf der links- noch der rechtsführenden Straße, sondern biegt hinter den vielen aufgeschichteten Baumstämmen auf einen Forstweg ab. Dort gibt es zwar einen Schranken, die Mountainbiketour auf den Feilkopf ist allerdings erlaubt und entsprechend beschildert.

Nun geht es mäßig ansteigend hinauf, zunächst noch im Wald, in einigen wasserführenden Rinnen liegt immer noch Schnee. Eigentlich fährt man nun wieder in das Pletzachtal hinaus, allerdings langsam an Höhe gewinnend. Bald hat man auch das erste Mal einen Blick auf den Achensee. Am vergangenen Sonntag, als wir die Tour gemacht haben, war die Sicht durch den vielen Saharastaub zwar ein wenig getrübt – aber nichtsdestotrotz schön.

 An dieser Stelle hat man zum ersten Mal einen Blick auf den Achensee.
An dieser Stelle hat man zum ersten Mal einen Blick auf den Achensee.
- Rapp
Die Feilalm setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen.
Die Feilalm setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen.
- Rapp

Nach rund einer Stunde erreicht man dann die aus mehreren Gebäuden bestehende Feilalm auf 1388 Metern Höhe. Von hier aus kann man auch zu Fuß über einen Steig auf den Feilkopf, die wohl kürzeste Variante. Wir allerdings sind auf dem breiten Forstweg weitergeradelt, quasi oberhalb der Hütte vorbei und ums Eck mit Sicht auf das schroffe Falzthurntal.

Ab hier wird es ein wenig steiler, eine Wegteilung wird ignoriert, eine am linken Wegrand errichtete Holzhütte ebenso. Durchhalten heißt es und dann erreicht man eine kleine ebene Fläche mit einem Stadel. Auf der Forststraße geht es weiter zur Gütenbergalm (mit kleinem Ausschank), rechter Hand zweigt der Weg hinauf zum Feilkopf ab. Auf breitem Weg geht es nun die letzten Meter hinauf bis zum höchsten Punkt des Mugels samt beeindruckendem Gipfelkreuz und Bankerl. Die Aussicht ist ein Traum – man sieht im Norden auf das Rofan, im Süden auf die vielen Karwendelgipfel. Und natürlich ist die exponierte Lage des Gipfelkreuzes ein begehrtes Fotomotiv, völlig zu Recht.

Mit dem Rad kann man dann direkt bis zum Gipfelkreuz fahren.
Mit dem Rad kann man dann direkt bis zum Gipfelkreuz fahren.
- Rapp

Bei der Abfahrt haben wir dann auf der Feilalm Pause gemacht. Dort ist die Familie von Maria und Andreas Knapp aus Buch bei Jenbach im Einsatz. 1948 haben die Großeltern von Andreas Knapp die Feilalm gekauft, 2019 wird die Einkehr bereits in der dritten Generation bewirtschaftet. „Unsere Söhne Martin und Mario arbeiten ebenfalls mit“, erzählt Maria Knapp. Ersterer im Service, Zweiterer bei Maria in der Küche.

Im Laufe der Jahre wurden die Gebäude sukzessive ausgebaut und erweitert, ein älteres Gebäude lässt aber noch erahnen, wie es einmal ausgesehen haben mag.

Von dort aus hat man traumhafte Ausblicke auf See und umliegende Bergwelt.
Von dort aus hat man traumhafte Ausblicke auf See und umliegende Bergwelt.
- Rapp

Unter der Feilalm weiden einige Rinder, „früher war unser eigenes hier, jetzt ist es nur noch Leihvieh“ erzählt Maria Knapp. Die gemütliche Einkehr hat noch bis Ende Oktober durchgehend geöffnet (ohne Ruhetag) und eigentlich könnte man hier auch im Winter einkehren. „Im vergangenen Winter hatten wir allerdings aufgrund des vielen Schnees zugesperrt“, so Maria Knapp.

Bei der Abfahrt dann ist Rücksichtnahme angesagt: Da die Feilalm ein gern angesteuertes Ausflugsziel ist, sind vor allem am Wochenende viele Menschen nicht nur am Steig herauf, sondern auch auf der Forststraße unterwegs. Einkehren könnte man auch im Pletzachtal beim Alm- gasthaus Pletzachalm oder in der Sennhütte Pletzachalm.

Und wem dann zu heiß ist, der kann noch einen schnellen Sprung in den Achensee wagen. Derzeitige Wassertemperatur (laut TVB-Info am Strandbad in Pertisau): an die 14 Grad. Na dann: viel Spaß!

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