Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.06.2019


Tourentipp

Unter drei Gipfeln im Rofangebirge unterwegs

Unser Wandertipp führt dieses Mal ins Rofangebirge. Mit Ausgangspunkt und Ende bei der Bergstation der Rofanseilbahn geht es als Rundtour über drei Gipfel.

Bis zur Rofanspitze sind die Wege einfach und deshalb häufig frequentiert.

© flexBis zur Rofanspitze sind die Wege einfach und deshalb häufig frequentiert.



Maurach – Was tun bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke? Entweder man geht schwimmen oder man flüchtet auf den Berg. Am Achensee lässt sich beides wunderbar kombinieren. Am Ziel dieser Woche steht eine Rundtour über drei Gipfel, mit Ausgangspunkt bei der Erfurter Hütte bzw. bei der Bergstation der Rofanseilbahn. Von dort führt die Bergtour zur Rofanspitze. Weiter auf den Sagzahn und hinüber auf das Vordere Sonnwendjoch und schlussendlich über die Krahnscharte zurück in Richtung Ausgangspunkt. Die Tour ist rund elf Kilometer lang und gespickt mit 850 Höhenmetern. Unterschätzt werden sollte dieser Ausflug aber nicht. Dazu aber später noch.

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Den Track für die Tour finden Sie hier.

So kommt man hin: Heute sind wir bequemer am Weg. Also gönnen wir uns für die Auffahrt zum Ausgangspunkt unserer Tour die Gondel, die uns zur Bergstation der Rofanseilbahn bringt. Die Berg- und Talfahrt kostet 21,50 Euro. Man kann freilich auch zu Fuß aufsteigen, was zusätzlich Kondition für 830 Höhenmeter erfordert. Bevor’s endgültig losgeht, genießen wir noch einen Espresso im Almstüberl.

Aber jetzt: Wir folgen den gelben Hinweisschildern (Weg 401) in Richtung Rofanspitze. Die Wanderwege sind durchwegs breit und unschwierig und führen kupiert durch breite Mulden und Senken. Mal steiler, mal flacher. Vorbei an der rötlich schimmernden Felswand des Rosskopfes (links), auf den auch ein Klettersteig hinaufführt, queren wir oberhalb des Grubersees in Richtung Rofanspitze.

Die Rofanspitze.
Die Rofanspitze.
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Ein paar Altschneefelder stellen kein Problem dar und nach einer Gehzeit von gut 1,5 Stunden haben wir unseren ersten Gipfel auf 2259 Metern erreicht. Der Himmel ist wolkenlos und die Temperaturen sind im Gegensatz zum Inntal auch erträglich. 24 Grad zeigt unsere Uhr. Auf dem Weg zur Rofanspitze trifft man immer auf Gleichgesinnte, denn es handelt sich um ein relativ einfaches Gipfelziel. Später hingegen trennt sich die Spreu vom Weizen und man ist fast immer alleine unterwegs.

Das erste Gipfelkreuz ist fotografiert und es geht weiter. Vom Gipfel der Rofanspitze ist zumindest der Weg bis zum Vorderen Sonnwendjoch gut einsehbar. Wir steigen in östlicher Richtung bergab und nehmen Kurs in Richtung Sagzahn, der mächtig und schier unüberwindbar als imposanter Zacken vor uns steht. Auf den Sagzahn führen zwei Wege hinauf. Entweder man nimmt den einfachen Klettersteig (Klettersteigset) oder man entscheidet sich für den beschilderten Umgehungsweg. Aber Vorsicht. Selbst am Umgehungssteig, der zwar rot markiert ist und teilweise mit Drahtseilen gesichert ist, muss man trittsicher und schwindelfrei sein.

Bevor es hinauf zum Krahnsattel geht, muss man an der idyllisch gelegenen Schermsteinalm vorbei.
Bevor es hinauf zum Krahnsattel geht, muss man an der idyllisch gelegenen Schermsteinalm vorbei.
- flex

Wer über den Klettersteig auf den Sagzahn (2228 Meter) aufsteigt, kommt direkt zum Gipfelkreuz, wer allerdings über den Umgehungsweg emporsteigt, kommt 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels heraus.

Sagzahn erledigt. Schnell ein Foto und wir marschieren weiter. Leicht bergab und über einen flachen Grasrücken, der an einer Stelle etwas ausgesetzt ist, hinüber zum Vorderen Sonnwendjoch, zum dritten Gipfelkreuz unserer Rundtour.

- TT

Zwar sind alle drei Gipfel aussichtsreich, am besten gefällt uns der Ausblick aber am Vorderen Sonnwendjoch. Tief unten liegt das Inntal und selbst die Hohen Tauern sind zum Greifen nahe. Das dritte Gipfelkreuz ist abgelichtet und wir setzen die Runde fort. Entlang des Südrückens steigen wir vom Sonnwendjoch über felsdurchsetztes Terrain bergab und queren in einer Rechtskurve nach Nordwesten.

Der Weg schlängelt sich dabei angenehm nach unten und ist nicht schwierig, führt aber permanent entlang sehr steil abfallender Grashänge. Unser nächstes Ziel ist die Schermsteinalm. Idyllisch eingebettet unter mächtigen Felswänden zieren eine Handvoll kleiner Steinhütten das Landschaftsbild dieser Alm. Ein riesiges Kruzifix wacht dabei inmitten der Felswand über der Alm.

Die Alm lassen wir rechts liegen und folgen dem Wegweiser „Erfurter Hütte – Bergstation Rofanseilbahn“. Noch einmal müssen wir bergauf. Und zwar sehr steil, etwa 100 Höhenmeter, hinauf zum Krahnsattel. Wer jetzt nach knapp fünf Stunden oder mehr immer noch Kraft in den Beinen hat, kann mit der Haidachstellwand den vierten Gipfel erklimmen. Wir lassen es für heute sein.

Die Runde ist fast komplett. Auf Höhe der so genannten „Grubalacke“, die unterhalb des Krahnsattels liegt, treffen wir wieder auf bekanntes Wandergebiet und folgen dem Weg 401 hinaus in Richtung Bergstation/Erfurter Hütte.

Viele Tourenportale beschreiben die Runde als mittelschwierig, was größtenteils auch stimmen mag. Aufgrund einiger Passagen würden wir die Runde aber als schwierig einstufen, zumal man sich immer wieder in absturzgefährlichem Gelände befindet. (flex)