Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.07.2019


Osttirol

Straßentheater-Festival: Olala-Oktopus besetzt wieder die Liebburg

Beim 28. Straßentheater-Festival „Olala“ geht es wieder rund. Von 22. bis 27. Juli treten in Lienz 45 Künstler und Gruppen aus 16 Ländern auf. Finanziell wird es für die Veranstalter aber immer schwerer.

Bei Olala 2019 zu sehen: die „Fanfare der ersten Liebesnacht“, Flugakrobatin „Sisus Sirkus“, der Oktopus von „Designs in Air“, der in der Liebburg sein Unwesen treiben wird, und das Tanzpaar von „Toilet Tango“.

© OlalaBei Olala 2019 zu sehen: die „Fanfare der ersten Liebesnacht“, Flugakrobatin „Sisus Sirkus“, der Oktopus von „Designs in Air“, der in der Liebburg sein Unwesen treiben wird, und das Tanzpaar von „Toilet Tango“.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Wenn sich aus den Fenstern der Liebburg riesige Fangarme mit Saugnäpfen in Grün, Rosa und Gelb schlängeln, dann ist es wieder so weit: Olala hat begonnen. Für die Oktopus-Nummer zeichnet übrigens die britische Gruppe „Designs in Air“ verantwortlich, wie die Olala-Organisatoren Hans und Elisa Mutschlechner erklären.

Heuer findet das Festival zum 28. Mal statt, am Montag, den 22. Juli, geht es um 19.30 Uhr auf dem Hauptplatz los. Da spielt das Orquesta informal de Rosario aus Argentinien auf. Die letzten Vorstellungen finden am Samstag, den 27. Juli, abends in der Dolomitenhalle und auf dem Zirkusgelände rund um die Halle statt.

Am 23. Juli wird das Festival auf der Moosalm offiziell eröffnet, mit dabei sind die niederländischen Fanfare der ersten Liebesnacht, der chilenische Publikumsliebling Murmuyo, „Bratri v Tricku“ aus Tschechien mit einem Langlaufrennen auf Gras und Victorine Pasman, die als „schwimmende Diva“ auf dem Speicherteich Arien von Mozart und Puccini singt.

Hans und Elisa Mutschlechner organisieren das Festival.
Hans und Elisa Mutschlechner organisieren das Festival.
- Oblasser

Neben den üblichen Auftrittsorten in der Lienzer Innenstadt ist die Dolomitenhalle und das Gelände rundherum neuer Veranstaltungsort. Dort finden Produktionen des Genres „Neuer Zirkus“ statt, wie etwa das Objekttheater von „G. Bistaki“, das mit 300 Kilogramm Mais und vier Schneeschaufeln über die Bühne geht. In Sillian gibt es ein Olala-Gastspiel am 24. Juli (ab 20 Uhr), in Matrei sind die Gruppen am 25. Juli ab 16 Uhr zu sehen. Innichen wird am 26. Juli ab 16.30 Uhr zur Olala-Bühne.

Insgesamt sind beim heurigen Festival 45 Künstler bzw. Gruppen aus 16 Ländern vertreten: von den Niederlanden über Frankreich, Finnland, Spanien und Großbritannien bis Argentinien, Australien und die Mongolei. Auch auf die Kinder wartet ein spezielles Programm. So wie immer sind Shows in der Innenstadt tagsüber gratis, für Abendveranstaltungen wird ein moderater Eintrittspreis verlangt.

Die Planung der jährlichen Festivals ist jedes Mal ein Kraftakt, sagt Hans Mutschlechner, der seit letztem Jahr von Tochter Elisa unterstützt wird. „Die Erwartungen steigen, es wird immer schwieriger“, seufzt der mittlerweile 66-Jährige. Das Budget für Olala 2019 beträgt rund 200.000 Euro, der Großteil ist öffentliches Geld. „Um das Budget einzuhalten, müssen alle kostenpflichtigen Veranstaltungen zu mindestens 90 Prozent ausgelastet sein“, beschreibt Mutschlechner den engen Rahmen. Darum bitten die Veranstalter die Besucher von Gratis-Veranstaltungen um freiwillige Spenden oder um den Kauf eines Olala-Geschenkartikels, erhältlich beim Infostand auf dem Hauptplatz.

Das Programmheft gibt es um zwei Euro in Trafiken, den Kartenvorverkauf hat die Lienzer Sparkasse übernommen. Ab Montag, 22. Juli, ist der Olala-Infostand in Betrieb. Mehr Details sind auf www.olala.at zu finden.