Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.07.2019


Bezirk Schwaz

1200 Kinder haben mit Kaleido Schwaz fest im Griff

Beim größten Jungschar- und Ministrantenlager Österreichs geht die Post ab. Die Kinder toben sich in verschiedenen Erlebniswelten aus.

Das Programm bei Kaleido in Schwaz ist kunterbunt. Die vielen Kinder können sich an unterschiedlichen Stationen austoben.

© FankhauserDas Programm bei Kaleido in Schwaz ist kunterbunt. Die vielen Kinder können sich an unterschiedlichen Stationen austoben.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Es ist wie ein Schlaraffenland. Es wird gebastelt, gesungen, experimentiert, gebaut, zerlegt, kreiert, getanzt und vor allem gemeinsam gespielt. „Schau mal, ich hab’s gleich. Hilf mir noch mal“, sagt ein Mädchen. Schon sind ihre Freunde zur Stelle. Sie basteln aus nur vier Gegenständen eine Batterie. Nebenan werden Geheimschriften entziffert, Raketen in den Himmel geschossen oder kleine Katapulte gebaut. Das Paulinum in Schwaz ist fest in Kinderhand. Aber auch andere Schulen in der Silberstadt sind trotz Ferien bis auf den letzten Platz gefüllt. Denn die Katholische Jungschar Österreich hat mit der Großveranstaltung Kaleido ihr Lager in Schwaz aufgeschlagen. Eine Woche lang sind rund 1200 Kinder aus ganz Österreich hier und toben sich in den unterschiedlichsten Erlebniswelten aus.

Stück für Stück basteln zwei Mädchen mit großen Kartons eine Kirche. Sie sind nämlich Bewohnerinnen der Stadt Minutopia und in der „Stadt der verlorenen Zeit“ wird nicht für Geld hart gearbeitet. Vielmehr verdienen sich die Kinder dort Zeit. Für jede Aktion – sei es gemeinsam spielen, eine Radiosendung erstellen, kleine Gebäude basteln oder einfach nur malen – erhalten die Kinder Zeitkugeln, diese können sie dann zu einem Speicher bringen, um neue Spielestationen in ihrer Stadt freizuschalten. „Wir haben heute schon gemeinsam Waffeln gebacken, gemalt und so Zeitkugeln gesammelt“, sagt Sophie aus Oberösterreich. Neben ihr tobt sich Elena mit Fingerfarben auf einem Papierbogen aus. „Es ist so schön. Man hat keinen Zeitdruck, dass man etwas fertigkriegen muss. Es ist ganz entspannt in Minutopia“, sagt sie. Auch bei der Baustelle Bibel am Vortag hatten die beiden Mädchen viel Spaß. „Da haben wir aus Dingen aus dem Wald, wie Himbeersträuchern, was Neues gebaut“, sagt Elena. Man könne viel ausprobieren, experimentieren und „man lernt viele neue Leute kennen“.

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Zwischen den 1200 Kindern tummeln sich auch 200 ehrenamtliche Helfer. „Als ich von Kaleido gehört habe, habe ich mir gedacht: Da muss ich dabei sein“, sagt Alexander Schmidt. Er ist Schwazer Jungscharbetreuer und bei Kaleido zuständig für die Erlebniswelt Experimentalia. Das bedeute viel organisatorische Arbeit, aber: „Das ist die Anstrengung wert. Ich würde sofort wieder mitmachen.“ Es gebe ihm Hoffnung, dass die Jungschar, sprich Jugend mit Gott, Zukunft habe. Rund zwei Jahre dauerte die Vorbereitung auf das größte Jungschar- und Ministrantenlager Österreichs.

Ganz ehrfürchtig blicken Julian und Matteo aus Zell am Ziller aufs Mikro vor ihnen. Sie üben sich als Radiomoderatoren. „Es ist schon ungewohnt zwischen über 1000 Kindern, aber es macht einfach Spaß“, sagt Julian. Vor allem sei es cool, einmal woanders zu schlafen und „jeden Tag so viele Spiele zu spielen“. Auch für Matteo ist Kaleido die perfekte Abwechslung in den Ferien.

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Fünf Tage lang gab es vormittags volles Programm. Am Nachmittag standen Ausflüge oder Entspannen im Schwimmbad an.

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