Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Bezirk Reutte

Außerferner Bundesmusikfest: „Wieder amol z‘Weißabach“

Zum neunten Mal veranstaltet die Musikkapelle Weißenbach das Außerferner Bundesmusikfest, das am kommenden Wochenende über die Bühne geht. 240 freiwillige Helfer sorgen für den reibungslosen Ablauf.

Die 56 Musikantinnen und Musikanten der MK Weißenbach freuen sich trotz Mammutprogramm auf das bevorstehende Festwochenende.

© Hans NikolussiDie 56 Musikantinnen und Musikanten der MK Weißenbach freuen sich trotz Mammutprogramm auf das bevorstehende Festwochenende.



Von Hans Nikolussi

Weißenbach – Eine Einladung an die „Herren Musikanten“ dürfte die erste bekannte urkundliche Erwähnung einer Musikkapelle im Ort sein. In einem „Verkündbuch“ der Pfarre aus dem Jahre 1819, anlässlich des Fronleichnamsfestes, findet sich die Eintragung: „Am Donnerstag einfällt das hohe und gebothene Fest … daher ist um 8 Uhr die feierliche Fronleichnams-Prozession mit Absingen der 4 Evangelien. Um dieses Fest gebührend zu verherrlichen, sind auch die He. Musikanten höflichst eingeladen, die zur Verherrlichung dieses hohen Tages etwas beitragen können.“

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens veranstaltet die Bürgermusikkapelle Weißenbach – nun schon zum neunten Mal – am kommenden Wochenende das Außerferner Bundesmusikfest mit Fahnenweihe. 90 Jahre Außerferner Musikbund, 70 Jahre Musikfest und das 50-jährige Bestehen ihres Festzeltes im Ortszentrum sind weitere Gründe für die Weißenbacher, das beliebte Fest erneut auszurichten. Das erste Mal hat man das Großereignis bereits im Jahre 1954 organisiert. Man blickt somit auf einige Erfahrung zurück. Seit 50 Jahren steht das fixe Festzelt in Zentrumsnähe. Der Platz dort ist naturgemäß etwas beschränkt. So hat man sich gegen den Trend der letzten Jahre entschieden, immer noch größere und aufwändigere Feste zu veranstalten, und wieder den traditionellen Ort als Festplatz gewählt. Man hat sich hier bei der Konzeption des Festes an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und versucht einen eigenen Weg zu finden und die vorhandene Infrastruktur bestmöglich zu nutzen. Es war von Beginn an klar, dass das Fest nur am Festplatz im Loach stattfinden kann. Seit Jänner vergangenen Jahres sind die Leute des Organisationsteams um Festobmann Johann Wechselberger und Vereinsobmann Peter Amann mit den Vorbereitungen beschäftigt. Die Mitarbeit der Bevölkerung im Dorf ist ungebrochen. Insgesamt haben sich 240 Personen als freiwillige Helfer gemeldet, die zumindest an einem Tag, überwiegend aber an mehreren Tagen, beim Fest mitarbeiten. Sie rekrutieren sich aus allen Vereinen des Ortes, kommen aus ansässigen Betrieben, darüber hinaus beteiligen sich kameradschaftlich auch Helfer aus benachbarten Gemeinden. Jung und Alt ziehen an einem Strang. Sonst wäre ein derartiges Projekt nicht zu schaffen.

Derzeit hat die Bürgermusikkapelle Weißenbach 56 aktive Mitglieder, der Frauenanteil liegt bei 29, also knapp über 50 Prozent. Die Kapelle hat kaum Nachwuchssorgen, 32 Mitglieder sind jünger als 30 Jahre. Der älteste aktive Musikant, Rembert Scheiber, zählt 71 Lenze, das jüngste aktive Mitglied ist Sarah Tschiderer mit 13 Jahren. Die junge Dame hat sich im Übrigen einen ersten Preis bei „Prima la Musica“ erspielt.

Das größte Fest dieser Art in Tirol ist immer wieder eine machtvolle Demonstration der Blasmusik. Der Startschuss dazu fällt am Freitag um 19 Uhr mit dem offiziellen Festbieranstich und einem schneidigen Dämmerschoppen mit der Musikkapelle Stötten am Auerberg. Ab 21 Uhr wird dann die steirische Formation Die Draufgänger mit ihrer Vollgas Hektarparty den Festbesuchern so richtig einheizen. Am Samstag marschieren ab 18 Uhr 45 die Kapellen des unteren Lechtals beim traditionellen Sternmarsch zum Festgelände, wo die Musikkapelle Elmen das diesjährige Festkonzert bestreitet. Beste Tanzstimmung im Zelt ab 21 Uhr mit Zillertalpower. Im Barzelt sorgt an allen drei Festtagen „Deejay MigB“ für richtige Partystimmung. Am Sonntag findet um 9 Uhr die Feldmesse mit Festakt und feierlicher Fahnenweihe statt. Ab 11 Uhr lädt die Harmoniemusik Lechaschau zum Frühschoppenkonzert. Ab 13.30 Uhr beginnt der feierliche Festumzug mit der größten Marschmusikbewertung Tirols. 34 Musikkapellen mit 1600 Musikantinnen und Musikanten werden hier – begleitet von aufwändig gestalteten Festwägen – ihr Können präsentieren. Im Anschluss an den Umzug warten noch fetzige Bierzeltstimmung mit den Musikkapellen aus Görisried und Leuterschach sowie der stimmungsvolle Fahneneinzug der teilnehmenden Musikkapellen und die Ergebnisbekanntgabe der Marschmusikbewertung auf die Besucher.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.