Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Bezirk Imst

Ötztaler Alpen: Zeitzeugen erzählen über Erlebnisse an der Grenze

Die vergangenen 100 Jahre war das Land Tirol von der Grenze geprägt – im Bild der Alpenhauptkamm im Bereich des Timmelsjochs.

© Egon FlungerDie vergangenen 100 Jahre war das Land Tirol von der Grenze geprägt – im Bild der Alpenhauptkamm im Bereich des Timmelsjochs.



Auf 100 Jahre innertiroler Grenze wird in diesem Sommer nördlich und südlich der Ötztaler Alpen zurückgeblickt. Das bewegte Jahrhundert hinterließ viele Spuren in Form von Höhenstützpunkten, Zollwachhäusern, Grenztafeln — aber auch Spuren in der Erinnerung der Menschen, die entlang dieser Grenze lebten und arbeiteten. Auf der Hohen Mut Alm widmen die Ötztaler Museen vor dem spektakulären Panorama der Grenze im Gebirge am morgigen Freitag ab 13 Uhr diesen Erinnerungen einen Nachmittag.

Moderiert von der Ötztaler Museumskoordinatorin Edith Hessenberger erzählen Zeitzeugen von ihren Erlebnissen und Abenteuern an der Grenze. Otto Gatt aus Vill war beispielsweise zu Kriegsende als Schüler nach Obergurgl evakuiert worden, als er Hunderte über den Alpenhauptkamm kommende Soldaten beobachtete, die schnellstmöglich heimkehren wollten. Richard Hofer aus Moos im Passeier erinnert sich an zahlreiche abenteuerliche Schmuggeltouren über das Rotmoosjoch und andere Joche. Weitere Zeitzeugen sind eingeladen. Zahlreiche weitere Erinnerungen streifen die Themenbereiche des Südtiroler Freiheitskampfes sowie auch landwirtschaftliche Verbindungen in Form von Knechten und Mägden, die jeden Sommer über die Berge ins Ötztal kamen, um zu arbeiten.

Bei Anmeldung zur Veranstaltung unter info@oetztalermuseen.at (heute letzte Möglichkeit) wird am Freitag an der Talstation der Hohen Mut Bahn in Obergurgl ein Veranstaltungsticket im Wert von fünf Euro hinterlegt. Mit diesem Ticket kann die Bahn gratis benützt werden. (TT)