Letztes Update am Sa, 27.07.2019 19:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Sonnenschein, strahlende Gäste: In Kufstein purzelte der TT-Café-Rekord

Sommer ist TT-Café-Zeit – freilich auch in Kufstein. Heuer gab es neben interessanten Interviews, viel Musik und Poledance einen Publikumsansturm wie noch nie.

Hanna Riedler (Bild) demonstrierte gemeinsam mit Julia Fuchs und Lidia Baldemair dem staunenden Publikum, wie es aussieht, wenn man Muskelkraft und Akrobatik an der Pole vereint.

© HrdinaHanna Riedler (Bild) demonstrierte gemeinsam mit Julia Fuchs und Lidia Baldemair dem staunenden Publikum, wie es aussieht, wenn man Muskelkraft und Akrobatik an der Pole vereint.



Kufstein – Das Wetter war perfekt und der Platz am Kufsteiner Fischergries der ideale Schauplatz für ein TT-Café. Die Voraussetzungen für einen informativ-unterhaltsamen Vormittag waren gestern Samstag also gegeben. Und der Publikumsansturm stellte alle bisherigen TT-Café-Veranstaltungen in Kufstein in den Schatten: 3900 Tassen frisch gebrühter Kaffee von Wedl/Testa Rossa wurden bis Mittag ausgegeben, dazu 1500 Stück Gebäck aus der Hofer Backbox verzehrt und mit 1800 Flaschen Silberquelle-Mineralwasser der Durst gestillt. Diese Zahlen bedeuten den bisherigen Kufstein-Rekord.

Erste Reihe fußfrei: Bei strahlendem Sonnenschein genossen diese Besucher das Programm im bequemen Liegestuhl.
Erste Reihe fußfrei: Bei strahlendem Sonnenschein genossen diese Besucher das Programm im bequemen Liegestuhl.
- Hrdina

Doch beim TT-Frühstück geht es nicht nur um das leibliche Wohl, die Gruppe Prime Time lieferte wieder angenehme Musik und Moderatorin Denise Neher bat TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern mit interessanten Interviewgästen auf die Bühne. Radfelds Bürgermeister Josef Auer hielt dabei ein Plädoyer für die alpine Retention. Seine Gemeinde müsse unverhältnismäßig viel Fläche für den Hochwasserschutz im Unterland zur Verfügung stellen. Dies wäre nicht nötig, wenn man bereits im alpinen Bereich mehr Schutzmaßnahmen errichten würde. Dies sei belegt. „Ich bin kein Dampfplauderer, hier geht es um Fakten und ganz Tirol“, meinte der Dorfchef.

Mister Tirol Thomas Anker und Miss Tirol Stefanie Mauracher (r.) mit TT-Café-Moderatorin Denise Neher.
Mister Tirol Thomas Anker und Miss Tirol Stefanie Mauracher (r.) mit TT-Café-Moderatorin Denise Neher.
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Mit einer Flut ganz anderer Art hat es Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel zu tun: dem Verkehr. „Die harte Haltung des Landeshauptmannes hat uns sehr geholfen“, sagte er. Die Dosierampeln lassen weniger Pkw-Fahrer aufs niederrangige Straßennetz ausweichen. Zur geplanten, umstrittenen Zwischenlagerung von Asbest in einer Bodenaushubdeponie meint er: „Die wirtschaftliche Gier muss ein Ende haben. Wir verlangen, dass dieses Material sofort an den Enddeponieort gebracht wird.“ Kufstein hat den Klimanotstand anerkannt, daher will Krumschnabel zusätzliche Maßnahmen setzen. Unter anderem denkt er an Öffi-Gratisfahrten im Stadtgebiet.

Judoka Natascha Pircher und American-Football-Spieler Markus Jager (l.) mit TT-CR Mario Zenhäusern.
Judoka Natascha Pircher und American-Football-Spieler Markus Jager (l.) mit TT-CR Mario Zenhäusern.
- Hrdina

Um Verkehr ging es auch bei den nächsten beiden Gästen. Hans Adelsberger, Obmann des TVB Wilder Kaiser, berichtete von den Bemühungen, das Bussystem in der Region auszubauen und auch möglichst viele der zwei Millionen Gäste zur Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen. Er sieht „auch jegliche Investition in das Radwegenetz sinnvoll. Der Radtourismus hat noch eine ganz starke Zukunft.“

Der E-Bike-Boom kommt der Firma Greenstorm zugute, deren Vertreter Philip­p Zimmermann auf der Bühne Platz nahm. Er konnte über den Siegeszug der Verleihidee berichten: E-Bikes gegen Zimmerkontingente lautet die Zauberformel. Die gebrauchten E-Bikes werden letztlich von der Firma verkauft. An die 12.500 E-Bikes gehen so über den Ladentisch. Was zehn Prozent Marktanteil in Österreich bedeute.

Nicht ums Geschäft, sondern ums Aussehen ging es dann bei Stefanie Mauracher aus Breitenbach und Thomas Anker aus Ebbs – sie ist die regierende Miss Tirol, er der regierende Mister Tirol. Beide boten Einblicke in das Leben, das ein solcher Titel mit sich bringt. Aber letztlich will Mauracher „die bleiben, die ich immer war“. Beide eint nicht nur ein Titel, sondern auch die Liebe zu Tieren. Mauracher kommt von einem Bauernhof, Anker von einem Pferdehof.

Erlaubten beim Interview mit TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern (r.) Einblicke in die Welt der Kreativität: Künstler Hubert Flörl (l.) sowie Musiker und Komponist Christian Spitzenstätter.
Erlaubten beim Interview mit TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern (r.) Einblicke in die Welt der Kreativität: Künstler Hubert Flörl (l.) sowie Musiker und Komponist Christian Spitzenstätter.
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Der Bezirk hat aber auch erfolgreiche Sportler oder solche, die es noch werden wollen. Erfolgreich ist auf alle Fälle Natasch­a Pircher vom Judoclub Kufstein, die bei den österreichischen Judoka-Damen ganz vorne mit dabei ist. Heuer will sie auch in der Allgemeinen Klasse ihre Gegnerinnen auf die Matte werfen. Dabei hat die Schwarzgurt-Trägerin Heimvorteil, finden die Österreichischen Meisterschaften doch in Kufstein statt. Zugleich möchte sie heuer ihren großen Berufswunsch umsetzen, nämlich die Polizeischule besuchen.

Für einen in unseren Breiten eher exotischen Sport nahm in voller Spielausrüstung samt Helm Markus Jager vom American Footballclub Wörgl Warriors auf der Bühne Platz. „Es gibt immer mehr, die sich dafür interessieren“, weiß Jager. Sein 64 Mitglieder umfassender Verein spielt in der Division III.

Wie im Sport braucht man auch in der Kultur viel Ausdauer. Davon konnten Komponist Christian Spitzenstätter und der akademische Bildhauer Hubert Flörl berichten. Spitzenstätter hat mir seiner Oper „Stillhang“, einem Auftragswerk der Tiroler Festspiele Erl, weit über die Landesgrenzen hinaus auf sich aufmerksam gemacht. Mit neun Jahren habe er bereits begonnen zu komponieren. Wobei er alles schreibe. „Sogar Schlager“, wie er über sein neuestes Projekt verriet.

Ausdauer braucht auch Hubert Flörl, einer der bekanntesten Bildhauer Tirols. Zigtausende schweißtreibende Stunden hat er in sein jüngstes Werk, 13 Figuren für den Stephansdom, gesteckt.

Schweißtreibend ist auch die Arbeit von Hann­a Riedler vom Studio Inn­dance, die mit zwei weiteren Akrobatinnen zeigte, was alles an der Polestange möglich sein kann. Wobei sie vorher im Interview verriet, dass immer mehr Männer dem akrobatischen Sport an der Stange frönen.

Roman Huber aus Langkampfen fungierte zum Abschluss als Glücks­engel und zog Manuela Mader aus Innsbruck als Gewinnerin eines 300-Euro-Dez-Einkaufsgutscheins und Diethard Sommer aus Kufstein als Gewinner der Testa-Rossa-Kaffeemaschine. (wo)

Strahlende Gesichter bei der Preisverleihung: (v. l.) Moderatorin Denise Neher, Glücksengel Roman Huber, Günter Neyer (Wedl/Testa Rossa), Glückspilz Diethard Sommer, Lino Kofler vom TT-Marketing und Glückspilz Manuela Mader.
Strahlende Gesichter bei der Preisverleihung: (v. l.) Moderatorin Denise Neher, Glücksengel Roman Huber, Günter Neyer (Wedl/Testa Rossa), Glückspilz Diethard Sommer, Lino Kofler vom TT-Marketing und Glückspilz Manuela Mader.
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