Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.08.2019


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Von der Otten- zur Gammerspitze: Immer am Kamm entlang

Im Winter ist es eine schöne Skitour, im Sommer eine idyllische Wanderung: Die Kammwanderung von der Otten- zur Gammerspitze erlaubt traumhafte Ausblicke ins Schmirn- bzw. Valsertal.

Auf der Gammerspitze steht ein wunderschönes Gipfelkreuz, errichtet von der Jungbauernschaft/Landjugend Vals.

© rappAuf der Gammerspitze steht ein wunderschönes Gipfelkreuz, errichtet von der Jungbauernschaft/Landjugend Vals.



Von Irene Rapp

Schmirn – Im Winter schätzt man das Schmirn- und das Valsertal wegen der vielen Skitouren, die man hier machen kann. Aber auch im Sommer sind diese Täler einen Besuch wert, vor allem, weil man relativ alleine unterwegs ist. Die vorgestellte Wanderung ist aber noch aus einem zweiten Grund empfehlenswert: Zuerst geht es durch einen idyllischen Wald auf eine Alm, dann auf einem breiten Graskamm von einem Gipfel zum anderen.

So kommt man hin: Zunächst fährt man ins Schmirntal, an den ersten Häusern vorbei bis zu einer rechterhand liegenden Einbuchtung mit Parkmöglichkeit in der Nähe des Marterls Hohe Warte. Kurz auf einem Forstweg hinauf, dann zweigt rechts bei einer Bank ein Steig in den Wald ab (beschildert). Gleich danach taucht man in einen idyllischen Wald ein, der wegen seiner vielen Ameisenhaufen – wie es im Volksmund heißt – äußerst gesund sein muss.

Von der Lorenzalm geht es kurz wieder talauswärts zur Ottenspitze.
Von der Lorenzalm geht es kurz wieder talauswärts zur Ottenspitze.
- rapp

Stetig ansteigend geht es bergauf, einmal kreuzt man noch den Forstweg. Wenn man eine Lichtung erreicht, mit einem Stadel und einem schönen Kreuz an einem alten Baum, ist es nicht mehr weit, bis man zur Waldgrenze kommt. Und dann steht man bei der privaten, unbewirtschafteten Lorenzalm, die ein romantisches Plätzchen für Verliebte wäre. Kühe tummeln sich hier, auch Haflinger und Esel gibt es und rein theoretisch könnte man auf den Kamm hinauf und dann taleinwärts gehend die Gammerspitze (2537 Meter) anstreben.

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Wir jedoch sind auf einem Steig oberhalb dieses Plätzchens kurz wieder talauswärts. Durch Almrosen-Hänge geht es leicht ansteigend zu einer weiteren Hütte – und deren Name sagt schon, welches Gipfelchen sich darüber erhebt. Von der Ottenspitzhütte sind es nur noch wenige Meter hinauf bis zur Ottenspitze (2179 Meter), auch Ultenspitze genannt. Der Steig ist nicht viel begangen, man muss genau schauen, um ihn zu finden. Im oberen Bereich wird es ein wenig felsiger und brüchiger, hier sind gute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Wem das zu abenteuerlich ist, der braucht auf ein Foto mit Gipfelkreuz nicht verzichten. Denn nicht nur die Ottenspitze hat eines, seit drei Jahren steht auch auf der Gammerspitze ein Kreuz.

Bevor man zum felsigen Aufbau der Ottenspitze kommt, erreicht man den Kamm, von hier geht es taleinwärts Richtung Gammerspitze. Das Besondere ist der Ausblick: Links sieht man ins Schmirntal, rechts ins Valsertal. Taleinwärts erkennt man u. a. Olperer und Fußstein. Der Steig entlang des breiten Kamms, hier verläuft die Gemeindegrenze zwischen Schmirn und Vals, geht immer gemütlich auf und ab. So wandert man dahin und erreicht die Riepen- und die Gammerspitze. Eine Besonderheit ist das schöne Gipfelkreuz, das von der Jungbauernschaft/Landjugend Vals errichtet worden ist. „2016 haben wir es aufgestellt, 2017 wurde es eingeweiht. Wir haben alles selbst gemacht“, sagt Obmann Hannes Jenewein, der die Gammerspitze „Gampers“ nennt.

Die Ottenspitze erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
Die Ottenspitze erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
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Zurück geht es dann über die Riepenspitze wieder entlang des Zauns bis zu einem sichtbaren Steig, wo man in den breiten Kessel absteigen kann, der hinunter zur Lorenzalm führt. Allerdings muss man aufpassen, um nicht den Steig zu verpassen, das Almgelände mit vielen von Tieren ausgetretenen Spuren erlaubt jedoch auch ein Gehen abseits. Bei der Lorenzalm angelangt, geht es dann wieder auf dem bekannten Weg retour.

Entlang eines Weidezauns marschiert man auf dem grasigen Kamm bis zur weit hinten liegenden Gammerspitze.
Entlang eines Weidezauns marschiert man auf dem grasigen Kamm bis zur weit hinten liegenden Gammerspitze.
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