Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.08.2019


Bezirk Reutte

Kulturverein Vilsart: Alte Schmiede instand gesetzt, Fest am 10. August

Beim Hammerschmiedenfest am Samstag, 10. August, zeigt der Verein Vilsart die gelungene Restaurierung des Kleinods. Der Dank gilt einem besonderen Kümmerer.

Die Restaurierung der historischen Hammerschmiede in Vils ist abgeschlossen.

© MittermayrDie Restaurierung der historischen Hammerschmiede in Vils ist abgeschlossen.



Von Helmut Mittermayr

Vils – Die Wahrscheinlichkeit, in Österreich einen Lottosechser einzufahren, ist 1/8,145.060. Der Kulturverein Vilsart hat vor zwei Jahren so einen Treffer gelandet. „Ja, wir haben einen Lotto­treffer gemacht. Er heißt Lutz Norrmann“, lacht Reinhold Schrettl. Mit dem Rheinländer sei er eines Tages zufällig ins Gespräch gekommen, man habe sich über das mühsame Fortkommen bei der Restaurierung der Hammerschmiede unterhalten – und schnell sei klar geworden: „Das ist der richtige Mann.“ Norrmann, ein deutscher Werkzeugmacher, hatte sich vor vier Jahren in Vils niedergelassen. Schrettl erfreut: „Er hat das Projekt durchgezogen – von den Förderanträgen bis hin zu manuellen Arbeiten.“

Und nun ist es so weit – das Projekt geht auf die Fertigstellung zu. Wenn eines der zwei funktionierenden Wasserräder in Gang gesetzt wird, kommt richtig Leben in die Bude. Über Transmissionen werden dann gleich mehrere Maschinen angetrieben. Die Esse wird zwar nicht mehr angefeuert, beeindrucken kann sie trotzdem. Norrmann hat in den vergangenen zwei Jahren u. a. Dach, Wände, Zwischendecke und Böden saniert. Die neuen Fenster sollen dieser Tage noch kommen. Beim Hammerschmiedenfest am Samstag, den 10. August, wird das Vollbrachte der Bevölkerung präsentiert. Um 10 Uhr findet ein Kinderradrennen statt, um 13 Uhr wird Abt German Erd den Segen geben und um 15 Uhr werden am nahen Bach (Plastik-)Enten zum Rennen starten. Auch Alt-LH Herwig van Staa soll kommen.

 Lutz Norrmann (l.) und Reini Schrettl präsentieren stolz das Werk.
Lutz Norrmann (l.) und Reini Schrettl präsentieren stolz das Werk.
- Mittermayr

Die Restaurierung der historischen Hammerschmiede bei der St. Anna Kirche kostete rund 160.000 Euro. 115.000 davon hat die öffentliche Hand mit Bundesdenkmalamt, Landesgedächtnisstiftung, Dorferneuerung und Stadt Vils übernommen. 45.000 wurden über private Spender und Benefizveranstaltungen des Vereins Vilsart mit Obfrau Raffaela Schrettl hereingebracht. Nun wird sogar angedacht, das neben der St. Anna Kirche gelegene Gebäude für standesamtliche Trauungen zu nutzen.

Die jahrhundertealte, inzwischen denkmalgeschützte Waffenschmiede stand in den Diensten der Ritter von Hohenegg. Als keine Schwerter mehr gebraucht wurden, fabrizierte man darin Gebrauchsgegenstände. Zu den historischen Besuchern gehörten auch die bayerische Königin Maria und ihr Sohn König Ludwig II.