Letztes Update am So, 18.08.2019 06:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rassehunde-Ausstellung

Schöne Hunde zeigten sich am Catwalk in Innsbruck

Mehr als 3000 Hunde verschiedenster Rassen buhlen an diesem Wochenende in der Messehalle Innsbruck um die Gunst der Jury.

Sag mir, wer der Beste ist: Mehr als 3000 Hunde stellen sich dieses Wochenende der Jury. Dieser Fox-Terrier gewann in seiner „Working Class".

© Vanessa Rachlé / TTSag mir, wer der Beste ist: Mehr als 3000 Hunde stellen sich dieses Wochenende der Jury. Dieser Fox-Terrier gewann in seiner „Working Class".



Innsbruck – Es ist schon wenige Meter vor der Innsbrucker Messehalle unüberseh- bzw. -hörbar: Auffällig gepflegte und hübsche Hunde (teils in Kinderwägen), aufgeregtes Bellen und nervös lächelnde Hundehalter. Ja, es ist wieder die Internationale Rassehunde-Ausstellung für zwei Tage in die Messehalle eingezogen. Diesmal werden über 3000 Hunde mit 230 unterschiedlichen Rassen aus 25 verschiedenen Natione­n präsentiert – ein Hundefest der Extraklasse.

Dalmatiner warten auf ihren Auftritt, während die beiden Bedlington Terrier eine Runde schmusen.
Dalmatiner warten auf ihren Auftritt, während die beiden Bedlington Terrier eine Runde schmusen.
- Vanessa Rachlé

Neben den Besitzern kommen auch viele Schaulustige, die das Getümmel spannend finden. Neugierige Blicke ziehen etwa die drei russischen Windhunde eines Tiroler Paares gleich beim Eingang auf sich. Das sind „Barsoi“, erklärt die Halterin. Absolut sanft im Wesen, allerdings auch absolute Sprinter, die viel Bewegung brauchen.

In der Halle wird bei anderen Vierbeinern indes schon mit Kamm und Bürste Hand angelegt: Besonders edel kommt die Optik von Zita, einem Bedlington Terrier, daher: „Das ist eine eher seltene Rasse aus Nordengland, ein Jagdhund, der früher für die Jagd auf Hasen und Ratten verwendet wurde“, erklärt Besitzer Thomas aus München.

Aufgeregt sind die drei russischen Windhunde.
Aufgeregt sind die drei russischen Windhunde.
- Vanessa Rachlé / TT

Stolz auf ihre italienischen Windspiele (im Wagen) und nordafrikanischen Windhunde „Sloughi“ ist Annette aus Frankfurt.
Stolz auf ihre italienischen Windspiele (im Wagen) und nordafrikanischen Windhunde „Sloughi“ ist Annette aus Frankfurt.
- Vanessa Rachlé / TT

Seelenruhig lässt sich wenige Meter weiter Hündin Allegra einen langen Scheitel vom Kopf bis zum Schwanz kämmen: „Ein Skye Terrier. Die Uroma der jetzigen Queen hat diese Rasse schon gezüchtet“, erklärt Halterin Constanze. Früher, führt sie beim Kämmen weiter aus, habe jede Dame an einem europäischen Königshaus so einen Hund gehabt. Damals war es noch ein Modehund, heute nicht mehr. Einen „internationalen Champion“ führt Annette aus Frankfurt gerade die Runde: Es ist ein „Sloughi“, also ein nordafrikanischer Windhund. Ja, das Besuchen solcher Ausstellungen sei ein intensives, aber schönes Hobby, erklärt die ältere Dame. Man sei eine Art Familie, viele kämen im Wohnmobil, abends sitze man bei Hund und Wein beisammen. Man bleibe eher bei den Leuten „seiner“ Hunderasse.

Egal, zu welchem Aussteller oder Hund man schreitet: Alle sind freundlich und ruhig. Alle geben Auskunft über die jeweilige Rasse. Diese Ausstellung soll übrigens nicht nur den Stolz der Hundebesitzer befriedigen, sondern hat auch einen fachlichen Hintergrund: Aussehen, Wesen und Gesundheit werden geprüft, um auch weiterhin die erfolgreiche Zucht zu garantieren. Es geht um Klasse. Noch heute ab 10 Uhr können Interessierte das haarige Treiben bewundern. Willkommen sind auch (brave) Hunde von Besuchern. (lipi)

Tierärzte starten eine Kampagne gegen die Qualzucht

Kurze Nasen, Hautfalten und Glubschaugen: Die Züchtungen u. a. „gewisser kurznasiger Hunderassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Boston Terrier fallen immer extremer aus“, sagt Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer.

Er kritisiert, „dass sich gewisse Zuchtstandards etabliert haben, die enorm auf Kosten der Tiergesundheit gehen“. Um Tierleid künftig zu verhindern, startet die Tierärztekammer am Welttierschutztag – dem 4. Oktober – die Aufklärungskampage „Stoppt Qualzuchten!“. Katja Wolf, Pressesprecherin des Österreichischen Kynologenverbandes (ÖKV) kann verstehen, „dass die Tierärzte oft erzürnt sind über das, was sie in ihre Praxen sehen“. Sie fordert die Tierärzte aber auf, „genauer hinzusehen, woher diese Qualzuchthunde kommen, und nicht alle in einen Topf zu werfen“. Es gibt „genügend Leute, die einfach draufloszüchten. Vermehrer, deren Hunde günstig im Internet gekauft werden können.“ Der ÖKV verfolge hingegen sein Projekt „Konterqual“ – „sehr zielstrebig und achtet genau darauf, dass nur solche Züchter den ÖKV-Standards gerecht werden, die tierschutzrelevant züchten“. Zudem sind laut Wolf auf den Rassehundeausstellungen Richter angehalten, „auf das Tierwohl an erster Stelle zu schauen. Veterinäre vor Ort entscheiden im Zweifelsfall, ob jemand disqualifiziert wird.“

Für Marisa Stöckl, Züchterin im Bundesland Salzburg, greifen die ÖKV-Bestrebungen dennoch zu kurz. „Ich will sportliche, gesunde Französische Bulldoggen ohne Atemprobleme. Weil im Rassestandard keine langen Nasen erlaubt sind – die Nasenlänge darf maximal 1

6 der Schädellänge betragen –, züchte ich bewusst nicht im FCI bzw. ÖKV. Meine Tiere haben aber selbstverständlich eine Ahnentafel, nämlich des Harzer Bulldog Vereins.“ Dem schließt sich Claudia Fuhrmann, deren Bulldoggenzucht vom Verein Gesunde Bulldoggen betreut wird, an: „Den Richtern sind gesunde Nasen zu lang, da kann ich im Sinne des Tierschutzes nur lachen.“

(wa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Seit Montag ist das erste Tirol-Stickeralbum "Tirol sammelt Tirol" erhältlich.TIROL
TIROL

„Tirol sammelt Tirol“: Das Land auf 212 Panini-Pickerl

Sammelspaß und Regionalität — diese Kombination gibt es seit Montag in Form des ersten Tirol-Stickeralbums. Das Land präsentiert sich auf 52 Seiten, 212 Stic ...

Papa und Sohn beim Sonnenaufgang am Penningberg mit Blickrichtung Kaisergebirge.Bildergalerie
Bildergalerie

Die besten Leserfotos: So schön ist der Spätsommer in Tirol

Herrliche Sonnenauf- und -untergänge, beeindruckende Bergpanoramen oder atemberaubende Landschaften: Wir suchen die besten Leserfotos und Schnappschüsse aus ...

fotos
Die Skater und BMX-Fahrer zeigten ihr Können in der neuen Obstacle-Landschaft.Innsbruck
Innsbruck

Neue Skatelandschaft am Innsbrucker Sillside-Areal eröffnet

Seit August wurde gewerkelt, am Samstag wurde die Skatehalle am Nordufer der Sill mit einer neuen Obstacle-Landschaft wiedereröffnet.

Die Wegehalter sind oft ehrenamtlich tätig.Exklusiv
Exklusiv

Wanderschilder in Tirol: Wie Gehzeiten auf Wegweisern berechnet werden

Wanderer müssen nach eigenen Regeln rechnen. Neben der Angabe der Gehzeit auf den gelben Wegweisern spielen noch andere Einflüsse eine wichtige Rolle.

Die Tiroler Wasserrettung ist für Canyoning-Einsätze gut gerüstet, wie sie bei einer Übung in Bayern demonstrierte.Tirol/Bayern
Tirol/Bayern

Gefahren beim Canyoning: Tiroler Wasserretter probten Ernstfall

Canyoning wird auch hierzulande immer beliebter. Doch die Zahl der Unfälle steigt. Grund genug für die Tiroler Wasserrettung, bei einer internationalen Großü ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »