Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.08.2019


Kufstein

Dirt-Bike-Park am Kasernenareal: “Nichts für schwache Nerven“

Am Kufsteiner Kasernenareal errichtet die Stadt derzeit einen Dirt-Bike-Park. Schanzen und Trails dürfen noch nicht befahren werden, die Haftungsfrage ist noch nicht geklärt.

Der Park nimmt Formen an.

© HrdinaDer Park nimmt Formen an.



Von Jasmine Hrdina

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Kufstein – Riesige Erdhügel türmten sich in den vergangenen Tagen am Kufsteiner Kasernenareal auf und verwunderten so manchen Passanten. Dass auf dem Grundstück der Stadt etwas gebaut werden soll, wurde nämlich nirgends kommuniziert. Verantwortlich für die Anhäufungen sind auch keine Riesenmaulwürfe, sondern Sportler. Die Festungsstadt wird nämlich um einen Dirt-Bike-Park reicher. Während dieser bereits Formen annimmt, steht die offizielle Eröffnung noch in den Sternen – sie scheitert aktuell an rechtlichen Fragen.

Vier Jahre liegt die Geburtsstunde für diese Idee schon zurück, ebenso wie der passende Stadtratsbeschluss. Kein Wunder, dass nicht nur Einwohner, sondern auch mancher Kommunalpolitiker die einst gefassten Pläne wieder vergessen hatte. Die dafür notwendigen 18.000 Euro wurden laut Projektleiter Stadtrat Stefan Hohenauer zwar jedes Jahr im Budget angeführt, doch die Umsetzung gestaltete sich schwerer als gedacht. Zunächst galt es eine professionelle Firma zu finden, die Anlagen dieser Art herstellt. Auch die Materialbeschaffung bereitete den Planern Kopfzerbrechen. „Man braucht für die Tracks formbares, lehmartiges Material, das ist nicht einfach zu finden“, so der Stadtrat.

Geschätzte 800 Kubikmeter Erde wurden mittlerweile verbaut, einige Rampen lassen erahnen, was Hohenauer in einem Satz zusammenfasst: „Das ist nichts für schwache Nerven.“ Doch der Adrenalin­kick lässt auf sich warten. Noch ist offen, wer für etwaige Unfälle haften wird. Und hier wird es kompliziert. Erstellt hat den Park nämlich die Gemeinde, betreuen wird ihn aber der Kufsteiner Verein „The gnarliest Bikers“ (TGB). „Wir wünschen uns natürlich, dass nichts passiert. Aber die Stadt darf keine Haftung dafür übernehmen“, betont Hohenauer. Man befinde sich mit einer solchen Sportanlage aber im rechtlichen Graubereich. „Es gibt für Pumptracks keine TÜV-Unterlagen, wie bei Spielplätzen.“

800 Kubikmeter Erde wurden verbaut, wann die Trails und Schanzen aber von der Öffentlichkeit genutzt werden können, ist derzeit aus rechtlichen Gründen noch nicht absehbar.
800 Kubikmeter Erde wurden verbaut, wann die Trails und Schanzen aber von der Öffentlichkeit genutzt werden können, ist derzeit aus rechtlichen Gründen noch nicht absehbar.
- Ellinger

Während die Vereinsmitglieder des TGB bereits die ersten Trails und Schanzen testen, heißt es für alle anderen also „bitte warten“. Dass der Park letztlich aber für die Öffentlichkeit zugänglich sein muss, war klare Bedingung der Stadt. „Pumptracks sind ein super Fahrtechniktraining für Mountainbiker, es schadet nicht, wenn die Kufsteiner auf ihren Bikes sicherer werden.“

Auf lange Sicht wolle man im Bezirk eine Dirt-Bike-Szene ins Leben rufen. „Dazu braucht man aber große Flächen. Ich glaube nicht, dass die Stadt Kufstein das allein stemmen kann“, sieht Hohen­auer darin ein gemeindeübergreifendes Projekt.

Gestartet wurde mit dem Bau des Dirt-Parks übrigens schon einmal, allerdings an einer eher versteckten Stelle am ehemaligen Kasernenareal. Damals hatten Sportfreunde bereits Rampen gebaut, die dann Vandalen zum Opfer fielen, berichtet der Stadtrat. „Wir haben damals beschlossen, den Park an einer Stelle zu realisieren, der mehr in der Öffentlichkeit steht.“

Wann man mit einer Eröffnung rechnen könne, wagte Hohenauer gestern nicht zu prophezeien.