Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.08.2019


Bezirk Schwaz

Achenseer Kinder tauchen in neuen Unterricht ein

Mit der Initiative „Achenseer Wuselschwimmer“ sollen die Kinder rund um Tirols größten See lernen, wie man richtig schwimmt.

Der Skikurs ist für Tiroler Schüler schon fast selbstverständlich. Das will man mit einem Schwimmkurs am Achensee nun auch schaffen.

© iStockphotoDer Skikurs ist für Tiroler Schüler schon fast selbstverständlich. Das will man mit einem Schwimmkurs am Achensee nun auch schaffen.



Von Eva-Maria Fankhauser

Maurauch a. A. – Es ist keine Selbstverständlichkeit. Nicht jedes Kind lernt, wie man schwimmt. Und nicht alle Eltern können es ihren Kindern beibringen oder sich einen Schwimmkurs leisten. Das ist auch rund um den größten See Tirols nicht anders. So verlockend der Achensee für viele direkt vor der Haustüre ist, so brenzlig kann es aber auch werden, wenn man abgesehen vom Plantschen nicht weiß, wie man sich im Wasser richtig fortbewegt und einen kühlen Kopf bewahrt.

Dieses Problem hat die Ebener Gemeinderätin Katri­n Rieser aufgegriffen. Aus einem Gespräch mit der Achenkircher GR Aloisia Rieser entstand dann die Idee, ein Projekt für alle Kinder rund um den See zu starten. Mit der Initiative „Die Achenseer Wuselschwimmer – Jedes Kind am Achensee kann schwimmen“ sollen die kleinen Gemeindebürger aus Eben, Wiesing, Achenkirch und Steinberg am Rofan nicht nur lernen, wie man schwimmt, sondern auch die Freude am Wasser entdecken.

Vom Kindergartenkind bis zum Schüler der ersten Klasse der Neuen Mittelschule – rund 500 Kinder sollen mittels richtigem Schwimmtraining ausgebildet werden. „Die Lehrer oder Betreuer können sich bei uns melden, erhalten dann einen Leitfaden, wo sie alle wichtigen Infos finden“, erklärt GR Katrin Rieser. Vom Transport bis zu den Kosten ist bereits alles vorab geklärt. Das sei bisher oftmals eine große Hemmschwelle für die Schulen gewesen. Nun wird das mit dem Projekt abgewickelt. „Die Lehrer müssen sich quasi nur anmelden und wir geben ihnen dann jegliche Hilfestellung“, sagt Rieser.

Das Training übernimmt eine ausgebildete Expertin. An mehreren Vormittagen wird dann je nach Gruppengröße und Alter im Sportbecken des Seebades Atoll geübt. Dabei solle aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Somit stehen auch Rutschen oder Wasserspiele am Programm. „Es ist beeindruckend, was sich da in kurzer Zeit tut, und jedes Kind wird in seinem eigenen Können gefördert“, berichtet Atoll-Betriebsleiterin Anna Schwaninger. Denn eine Art Testphase wurde im Juni und Juli bereits absolviert. Rund 100 Kinder lernten schon vor den Ferien, wie man richtig schwimmt. „Im Herbst geht es dann richtig los“, sagt Rieser. Das Feedback sei bisher super. Den Kindern mache es Spaß, die Eltern schätzen die Bewusstseinsbildung für mehr Sicherheit im Wasser und die Lehrer können ihre Schüler in einem neuen Umfeld auch anders erleben und besser kennen lernen.

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GR Katrin Rieser (r.) und Atoll-Betriebsleiterin Anna Schwaninger freuen sich schon auf die nächsten Schwimmkursteilnehmer im Atoll.
GR Katrin Rieser (r.) und Atoll-Betriebsleiterin Anna Schwaninger freuen sich schon auf die nächsten Schwimmkursteilnehmer im Atoll.
- Fankhauser

Seitens des Atoll war man sofort an Bord. „Regulär öffnen wir das Bad um 10 Uhr. Für diese Kinderschwimmkurse legen wir aber schon um 8 Uhr los. Dann können sich die Kleinen zwei Stunden lang richtig austoben, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen“, erklärt Schwaninger. Der Mehraufwand sei kein Problem, sondern etwas, das man gern übernehme.

Die Kosten übernehmen großteils die Gemeinden, das Land und das Regionalmanagement Schwaz-Achental. Auf die Eltern entfällt nur eine Kursgebühr von 20 Euro.