Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 31.08.2019


Tirol

Vor 50 Jahren erster Karwendelmarsch

Die „Ur-Väter“ des Karwendelmarsches: Siegfried Pilser, Arnold Koller, Wolfgang Girardi, Josef Köck und Robert Schöpf (v. l.).F

© PilserDie „Ur-Väter“ des Karwendelmarsches: Siegfried Pilser, Arnold Koller, Wolfgang Girardi, Josef Köck und Robert Schöpf (v. l.).F



Wenn am Samstag wieder 2500 Teilnehmer beim Karwendelmarsch von Scharnitz nach Pertisau wandern, dann freut sich vor allem Siggi Pilser. Der 88-jährige Innsbrucker war nämlich eines der Gründungsmitglieder der legendären Wanderveranstaltung, die vor 50 Jahren das erste Mal über die Bühne ging.

Im Herbst 1968 überlegte man sich bei der Hauptvorstandssitzung des Tiroler Skiverbandes, wie man Geld auftreiben könne, um dem nordischen Nachwuchs einen Kleinbus zu finanzieren.

„Das war die Geburtsstunde des Karwendelmarsches", erzählt Pilser. 1969, bei der Premiere, zogen bereits 1400 Bergfreunde durchs Karwendel. Rund 52 Kilometer und über 2200 Höhenmeter waren zu bewältigen. Pilser war u. a. für den „Verkehr und die Einteilung bei den Stützpunkten von Bergrettung und Verpflegern" zuständig. „Und das war in Zeiten, wo es noch kein Handy gab, eine Herausforderung", kann er sich erinnern.

1990 fand der Karwendelmarsch dann das vorerst letzte Mal statt. Die Veranstaltung wurde u. a. wegen Protesten des Deutschen Alpenvereins eingestellt.

2009 kam es zur Wiederbelebung, heute geht die elfte Auflage des „neuen" Marsches über die Bühne. Siggi Pilser wird im Ziel in Pertisau wieder mit von der Partie sein. „Ich werde immer von den Organisatoren eingeladen, und das freut mich sehr", so der Innsbrucker. (i.r.)