Letztes Update am Mi, 11.09.2019 05:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwimmbäder

Heißer Juni rettete Saison für Tiroler Schwimmbäder

Ein kalter und verregneter Mai, ein durchschnittlicher Juli und August – dank eines traumhaften Juni fällt die Sommerbilanz 2019 der Tiroler Bäderbetreiber noch positiv aus.

2,5 Millionen Besucher verzeichneten Tirols Bäder in der Sommersaison 2019.

© Thomas Böhm2,5 Millionen Besucher verzeichneten Tirols Bäder in der Sommersaison 2019.



Von Nikolaus Paumgartten

(v.li.) Ulrich Mayerhofer (Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder), Barbara Traweger-Ravanelli (GF IMAD) und Bernhard Wanner (Fachgruppengeschäftsführer der Tiroler Bäder)
(v.li.) Ulrich Mayerhofer (Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder), Barbara Traweger-Ravanelli (GF IMAD) und Bernhard Wanner (Fachgruppengeschäftsführer der Tiroler Bäder)
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Innsbruck – Ein Wechselbad der Gefühle haben diesen Sommer die Betreiber der Tiroler Schwimmanlagen erlebt. Denn der Saisonstart 2019 fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. „Der Mai war zwar komplett abzuschreiben“, erinnert sich Ulrich Mayerhofer, Obmann der Tiroler Bäder, an einen durchwachsenen, nasskalten ersten Monat der heurigen Badesaison zurück. „Dafür hatten wir dann im Juni einen herausragenden Monat.“

Extreme Hitze und stabiles wolkenloses Hochdruckwetter ließen bei den heimischen Bäderbetreibern die Kassen klingeln. Vor allem Tagesgäste ohne Saison- oder Verbundkarte lockte es dadurch zusätzlich in die Bäder, was ein ordentliches Plus bei den Einnahmen bedeutete und sich letztlich auch im Gesamtumsatz niederschlägt. In der Endabrechnung haben im Vergleich zum Vorjahr rund 4,3 Prozent weniger Menschen in Tirols Freibädern die Abkühlung gesucht. Die 2,5 Millionen Besucher bescherten den Bädern dennoch ein Umsatzplus von 4,6 Prozent auf knapp 15,3 Millionen Euro. Auch eine Erhöhung bei den Ticketpreisen hat die Einnahmen unterm Strich steigen lassen: plus 0,5 Prozent bei den Erwachsenen-Tageskarten auf durchschnittlich acht Euro und plus 2,4 Prozent bei den Kindern auf 4,50 Euro.

„Im langjährigen Vergleich ist der diesjährige Badesommer erfreulich verlaufen, mit dem Jahrhundertsommer 2018 können die Ergebnisse jedoch nicht mithalten“, sagt Mayerhofer. Vor allem, weil sich der Juli und der August aufgrund der Haupturlaubs- und Hauptreisezeit traditionell nicht dafür eignen, eine Saison zu retten.

Der Bäder-Obmann betont, dass die Bäderbetreiber einen guten Teil der Einnahmen in die Qualität und den Ausbau der Angebote investieren. So würden etwa viele Freibadeanlagen über große parkartige Liegewiesen mit altem Baumbestand verfügen. „Die Bäderbetreiber stecken viel Arbeitszeit, Personal und finanzielle Mittel in die Errichtung und Pflege der Grünanlagen. Die konstanten Besucherzahlen des heurigen Sommers bestätigen abermals, dass unsere Bäderkunden diese temperaturregulierenden Freizeitanlagen besonders bei großer Hitze als Rückzugsort schätzen“, so Mayerhofer.

Es ist ein Angebot, das die Tirolerinnen und Tiroler durchaus zu schätzen wissen, wie Barbara Traweger-Ravanelli vom Meinungsforschungsinstitut Imad betont. Laut aktueller Badegäste-Umfrage bewerteten die Besucher die Tiroler Freibäder und Seen heuer mit 8,4 Punkten auf einer Skala von null bis zehn von „überhaupt nicht ansprechend“ bis „sehr ansprechend“. Auch im Rahmen eines Mystery-Checks wurden die Anlagen einmal mehr auf Herz und Nieren geprüft. „Mit einer Gesamtbeurteilung von 1,6 nach dem Schulnotensystem kann sich die Badelandschaft in Tirol sehen lassen“, sagt Traweger-Ravanelli zur Auswertung. Ein Top-Ergebnis von 1,3 erhielten in diesem Jahr die Mitarbeiter, vor allem die Freundlichkeit und Kompetenz des Bäderpersonals wurden dabei hervorgehoben. Die Weiterempfehlungsrate liegt im Durchschnitt bei 8,8 von zehn Punkten. Handlungsbedarf sehen die Gäste im Bereich der Gastronomie, bei der Sauberkeit der Toilettenanlagen und im Angebot von Attraktionen wie Rutschen, Sprungtürme oder Wasserparks.

Über eine erfolgreiche Sommer-Badesaison freut sich auch Bernhard Wanner, Fachgruppengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer: „Gott sei Dank ist heuer in Tirol in einem öffentlichen Schwimmbad kein Mensch ertrunken.“ Dabei sei es nicht zuletzt dem in den Bäderkursen der Wirtschaftskammer bestens geschulten Personal mitzuverdanken, dass Baden und Schwimmen in Tirol nicht nur zu den beliebtesten, sondern auch zu den sichersten Freizeitaktivitäten zählten, ist Wanner überzeugt.


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