Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


Bezirk Kitzbühel

Konzert in Kitzbühel: Musik als Schlüssel zum Herzen

Erstmals findet am 18. Oktober ein Konzert für Demenzkranke und deren Angehörige statt. Es soll auch aufmerksam machen.

Die Initiatoren von "Musik hören – Musik spüren" hoffen auf viele Gäste am 18. Oktober bei dem ersten Konzert für Demenzkranke und ihre Angehörigen in der Landesmusikschule in Kitzbühel.

© AngererDie Initiatoren von "Musik hören – Musik spüren" hoffen auf viele Gäste am 18. Oktober bei dem ersten Konzert für Demenzkranke und ihre Angehörigen in der Landesmusikschule in Kitzbühel.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Ein Leben, das einem langsam aus den Händen gleitet und immer mehr im Nebel verschwindet. Die Krankheit Demenz verbreitet sich in verschiedensten Formen immer mehr in der Gesellschaft. Doch trotzdem wird darüber vor allem viel geschwiegen. Heute ist der Welt-Alzheimertag und zu diesem Anlass soll auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden. Denn Alzheimer ist eine Form der Demenz. In Kitzbühel setzt man nun auf Information.

Bei einer Pressekonferenz wurde gestern das Konzert „Musik hören – Musik spüren“, welches am Freitag, den 18. Oktober, stattfindet, vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung, die sich vor allem an Demenzkranke und deren Angehörige richtet. „Die Idee ist mir bei einem Konzert gekommen, bei dem ein Paar hinter mir saß und der Mann immer wieder gesprochen hat, und in der Pause ist das Paar nach Hause gegangen“, schildert Projektleiterin Katja Gasteiger. Sie ist Pflegefachfrau und leitet das Projekt Servicestelle Demenz im Bezirk Kitzbühel. „Genau diese Isolation ist aber ein großes Problem für die Betroffenen und Angehörigen“, sagt Gasteiger. Die Menschen mit Demenz ziehen sich immer mehr zurück. Ein Grund dafür sei eben auch, dass die Gesellschaft noch immer wenig über Alzheimer und Demenz wisse.

Das Programm von „Musik hören – Musik spüren“ ist speziell auf die Bedürfnisse Demenzkranker ausgelegt. „So ist zum Beispiel ihre Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr so hoch“, schildert Gasteiger. Schon der Start ist mit 15 bis 15.30 Uhr bewusst gewählt. Dann folgen die 30-Minuten-Blöcke mit Volksmusik, Klassik und Pop/Rock. Dazwischen gibt es eine Kaffeepause. Es soll auch ein Nachmittag sein, an dem sich die Betroffenen und Angehörigen austauschen können. Als Bühne dient der Veranstaltungssaal der Landesmusikschule Kitzbühel. „Wir waren sofort begeistert von der Idee“, schildert LMS-Direktor Peter Gasteiger und Familienreferentin GR Andrea Watzl freut sich über die Initiative. Musik sei eine sehr wichtige Therapie und erreiche die Herzen der Menschen.

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