Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


TT-Tourentipp

Walderjoch: Zwischen Hundskopf und Hochnissl

Wenn sich der Herbst trüber zeigt, sind kleine Touren angesagt: Die Wanderung auf das Walderjoch oberhalb von Gnadenwald ist kurzweilig, bietet tolle Ausblicke und eine häufig geöffnete Walderalm.

unächst geht es ziemlich steil durch den Wald hinauf ...

© irenebergunächst geht es ziemlich steil durch den Wald hinauf ...



Von Irene Rapp

Gnadenwald – Auf 1501 Metern Höhe liegt die beliebte Walderalm, auf 1634 Metern das östlich davon gelegene Walderjoch. Wanderer machen meist bei der Alm Halt, genießen die traumhafte Aussicht ins Karwendel und Inntal. Wir sind am vergangenen Sonntag noch ein Stück weitergegangen – eben auf das Walderjoch. Eine kurze Verlängerung, die man einmal gemacht haben muss: zum einen wegen des lauschigen Plätzchens, zum anderen wegen des Rundumblicks.

So kommt man hin: Viele Wege führen nach Rom und so auch zur Walderalm. Einer geht über die gebührenpflichtige Mautstraße, ausgehend vom Gasthof Speckbacher in Gnadenwald, hinauf: Bei der Hinterhornalm (1522 m) wird geparkt, dann noch rund 30 Minuten gemütlich zu Fuß weitergegangen. Ein zweiter Weg führt weiter drinnen in Gnadenwald, bei der Abfahrt nach Fritzens, hinauf: Dort kann man gebührenpflichtig parken und erreicht dann auf einem Forstweg (der immer wieder durch Steige verkürzt werden kann) die Alm. Eine dritte, bei Mountainbikern beliebte, Variante geht über die Ganalm/Terfens.

Wir haben diesmal eine vierte Möglichkeit ausprobiert: Und zwar über einen Steig, der über die Genger Rast führt. Diese Variante ist allerdings nur geländegängigen Gehern vorbehalten, da es zum Teil sehr steil den Wald hinaufgeht. Dazu das Auto gleich nach dem Gasthaus Martinsstube sowie einer auffallenden Kurve auf einer freien Fläche neben einem Pferdestall abstellen. Nun geht es wenige Meter Richtung Osten, vorbei an einigen Häusern, bis links – vor einer Bushaltestelle – eine Straße Richtung Norden führt. Nach wenigen Metern gelangt man in den Wald, hier rechts halten. Wieder nach wenigen Metern links auf eine etwas zugewachsene Forststraße. Ab nun folgt man den gut sichtbaren Steigspuren, quert u. a. ein ausgetrocknetes Bachbett und wandert teilweise ziemlich steil und Richtung Osten den Mischwald hinauf.

...dann erreicht man die Hochebene, auf der die Walderalm steht.
...dann erreicht man die Hochebene, auf der die Walderalm steht.
- ireneberg

Im oberen Bereich gelangt man auf den Forstweg, der die eingangs beschriebene bequemere Variante ist. Ab nun nur noch auf diesem Weg weiter. Bei einer Abzweigung hält man sich rechts, geht auf einem Steig eine Anhöhe hinauf und hat dann die Walderalm erreicht. Zwischen Hundskopf (2243 m) und Walderjoch liegend, wurde die Walderalm samt davorliegender Kapelle wohl schon zigtausendmal fotografiert. Vor der Alm zieht rechts ein Forstweg eine kleine Anhöhe hinauf. Diesem folgt man noch rund 20 Minuten bzw. 150 Höhenmeter, dann zweigt links ein Steig ab. Diesen einschlagen und in rund fünf Minuten auf eine waldfreie Ebene mit Bank und Kreuz. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf das Unterinntal bis zum Kaiser und ins Karwendel hinein.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Gleich hinter dem kleinen Holzkreuz erhebt sich etwa der beeindruckende Hochnissl (2547 m). Aus völlig anderer Perspektive präsentiert sich der Hundskopf, links davon kann man weit bis in die Stubaier Alpen sehen.

Zurück geht es auf demselben Weg. Einkehren kann man auf der Walderalm, die heuer bereits das neunte Jahr von Hermann Krismer gepachtet ist. Bekannt ist die Alm vor allem wegen der Kaspressknödel. Das Rezept stammt von Christl Thaler, der Lebensgefährtin von Krismer. Vor zwei Jahren wurde die Walderalm wohl aus diesem Grund Sieger beim TT-Aufruf „Die Suche nach den besten Kaspressknödeln“.

Krismer hat in der abgelaufenen Sommer-Saison wieder zahlreiche Knödel gefertigt – mit der Hand wohlgemerkt. Der Beginn der Saison war jedoch schwierig: „Wir konnten erst Ende Mai so richtig aufsperren, weil durch den vielen Schnee viel Wald zerstört worden ist. Es hat zum Teil ausgeschaut wie nach einem Krieg“, berichtet er.

Nun sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zum Walderjoch, im Hintergrund der Hochnissl. Von hier aus hat man traumhafte Ausblicke, vor allem ins Unterinntal.
Nun sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zum Walderjoch, im Hintergrund der Hochnissl. Von hier aus hat man traumhafte Ausblicke, vor allem ins Unterinntal.
- ireneberg

Die Tour zur Walderalm bzw. zum Walderjoch ist übrigens auch im Winter ein schönes Erlebnis, da mit keiner Lawinengefahr zu rechnen ist. Und das Beste: Die Walderalm hat noch bis 12. Dezember geöffnet (Montag sowie Dienstag Ruhetag). Dann gibt’s ein paar Wochen Pause. „Ab Ende Jänner heißen wir dann wieder Gäste willkommen“, so Krismer.

-



Kommentieren


Schlagworte