Letztes Update am Fr, 11.10.2019 09:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Relax Guide“

Schwache Bewertungen: Tirol bei Wellness-Hotels fast Schlusslicht

Noch nie gab es so viele Wellnesshotels in Österreich – aber auch noch nie war die Not an fachkundigem Personal größer. Auch im Jahr 2020 bleibt Wellnessen ein teures Unterfangen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren seien die Preise dieses Mal aber nur „moderat“ gestiegen.

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Wien – Das Burgenland ist Österreichs Wellness-Spitzenreiter: Es besitzt den höchsten Anteil an Wellnesshotels, die mit Lilien, dem Qualitätsgütesiegel des unabhängigen Wellnesshotelführers „Relax Guide“ ausgezeichnet wurden. „Hinzu kommt das außerordentlich gute Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagte „Relax Guide“-Herausgeber Christian Werner.

29 Wellnesshotels gibt es im Burgenland, 41 Prozent davon wurden mit Lilien ausgezeichnet. „Der bundesweite Durchschnitt liegt hingegen nur bei 22 Prozent“, erklärte Werner. An zweiter Stelle liegt Oberösterreich (30 Prozent Lilien-Hotels), gefolgt von Kärnten (29 Prozent) und Niederösterreich (27 Prozent), die Schlusslichter sind Tirol (20 Prozent) vor Vorarlberg (16 Prozent).

Alle Infos rund um den „Relax Guide“ finden Sie hier: https://www.relax-guide.com

Wellnessen in Vorarlberg am teuersten

Tirol ist Werner zufolge aber ein eigener Fall: In diesem Bundesland gibt es mit 82 Häusern zwar die meisten Lilien-Hotels, doch stehen dort mit 419 auch die meisten Wellnesshotels. „Und diese sind oft sehr schwach bewertet, was sich negativ auf die Gesamtstatistik auswirkt. Viele Minderleister sind mehr Ferien- oder Wintersport- als Wellnesshotel“, erklärte Werner. Das drücke den Schnitt.

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Relax Guide 2020: Die Top 20 Wellness-Oasen

⚜ Lilie = Qualitätssiegel (max. 4 Lilien)

✰ s (superior) steht für mehr Leistung, als die jeweilige Sternekategorie verlangt

------------------------

Der Steirerhof ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ / ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Bad Waldersdorf/ST)

Reiters Supreme ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ / ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Bad Tatzmannsdorf/B)

Astoria Resort ✰ ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Seefeld/T)

Feuerberg Mountain Resort ✰ ✰ ✰ ✰ ✰/ ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Bodensdorf/K)

Geinberg5 Private Spa Villas ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Geinberg/OÖ)

Gmachl Genussdorf ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Bergheim/S)

Posthotel Achenkirch ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ / ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Achenkirch/T)

Salzburgerhof ✰ ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Zell am See/S)

Wiesergut ⚜ ⚜ ⚜ ⚜ (Saalbach-Hinterglemm/S)

Eggerwirt ✰ ✰

✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (St. Michael/S)

Engel ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Grän/T)

Fasching Dorfhotel ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Fischbach/ST)

Forsthofgut Naturhotel ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ / ⚜ ⚜ ⚜ (Leogang/S)

Hochschober ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Turracher Höhe/K)

Juffing ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Thiersee/T)

Nesslerhof ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Großarl/S)

Reiters Finest Family ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Bad Tatzmannsdorf/B)

Schalber Wellness-Residenz ✰ ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Serfaus/T)

Stock Resort ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ / ⚜ ⚜ ⚜ (Finkenberg/T)

Wasnerin G‘sund & Natur ✰ ✰ ✰ ✰s / ⚜ ⚜ ⚜ (Bad Aussee/ST)

Der hohe Relax-Faktor der burgenländischen Hotels zeige sich auch deutlich an der Spa-Infrastruktur: So sei etwa der Anteil von Hotels mit Thermalpools mit 34,5 Prozent außerordentlich hoch, im Österreich-Durchschnitt hingegen nur 5,8 Prozent. „Und während das, was die Herzen von Saunafans höherschlagen lässt, nämlich eine Sauna im Freien, österreichweit nur in jedem fünften Hotel zu haben ist, kann sich der Gast in knapp einem Drittel der burgenländischen Spa-Herbergen darüber freuen“, meinte der Herausgeber.

Wie die Untersuchung zeigte, liegt das Burgenland auch mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis im Spitzenfeld: Der Preis für ein Lilien-Hotel beträgt hier im Schnitt 117,56 Euro, günstiger ist es nur in Niederösterreich (112,29 Euro). Wesentlich teurer kommt der Wellnessurlaub in Salzburg (durchschnittlicher Ab-Preis 138,51 Euro) und in Tirol (141,81 Euro). In Vorarlberger Wellnesshotels sind die Preise österreichweit gemessen am höchsten, sie liegen im Schnitt bei 186,43 Euro pro Person.

Boom bei guten Wellnesshotels hält weiter an

Der starke Aufwärtstrend bei guten Wellnesshotels hält weiter an. „Die Nachfrage nach Qualitäts-Wellnessurlaub ist so groß wie nie - Tendenz steigend“, meinte der Herausgeber des Wellnesshotel-Führers „Relax Guide“, Christian Werner, in einer Aussendung. Den Hauptgrund für diesen Erfolg sieht Werner in dem hohen Qualitätslevel, das die Spitzenhäuser inzwischen erreicht haben.

Für den aktuellen Guide haben die Tester wieder die gesamte Branche unter die Lupe genommen. Werner: „Wir haben alle 1.101 Spa-Hotels in Österreich anonym getestet, knapp 22 Prozent konnten mit mindestens einer Lilie ausgezeichnet werden.“ Der hohe Anteil an Spitzenhotels ist dem Herausgeber zufolge beachtlich. „Wir haben in Österreich prozentuell fast doppelt so viele Lilien-Hotels wie in Deutschland“, unterstrich Werner.

Die guten Häuser können auch in einem gesättigten Markt entspannen: „Dank umfangreicher Investitionen ist die Infrastruktur vor allem in besseren Häusern geradezu perfekt. Dies schlägt sich auch bei der Zahl der Gäste nieder“, lobte Werner. Hinzu kommen individuelle Schwerpunkte der Häuser wie Yoga, Wandern, Gourmet oder Kinder, die ebenfalls gut angenommen werden. Für durchschnittliche und unterdurchschnittliche Häuser sei das wirtschaftliche Umfeld hingegen eher schwieriger geworden.

Eklatanter Fachkräftemangel

Auch die Preisentwicklung ließ Werner zufolge aufhorchen: Die guten Wellnesshotels konnten nämlich eine Erhöhung von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr durchsetzen. „Und das in einem Umfeld von extrem niedrigen Zinsen und sehr geringer Inflation“, ergänzte Werner. Im Schnitt kostet ein gutes Wellnesshotel damit 138,22 Euro pro Person und Nacht.

Es gab aber auch Kritik: „Die Hotellerie hat mit einem eklatanten Fachkräftemangel zu kämpfen, was sich immer häufiger in Mängeln bei der Servicequalität zeige. Hier müssen nicht wenige Hotels nachbessern“, unterstrich Werner.

Insgesamt haben in der vergangenen Saison zehn Hotels geschlossen, 15 sind neu hinzugekommen. 50 Hotels wurden besser bewertet, 44 schnitten hingegen schlechter ab als im Vorjahr.

Verstärkter Blick auf Südtirol

Auch beim „Relax Guide“ gibt es Neuerungen: Die aktuelle Ausgabe bietet erstmals das Service „Wellness auf einen Blick“. „Dazu haben wir Top-Rankings in insgesamt sechs Kategorien erstellt. Das Spektrum reicht von ‚Yoga‘ über ‚Klein und fein‘ bis hin zu ‚Mit Kindern‘ und ‚Gourmet‘“, erklärte Werner.

Stark ausgebaut wurde auch der Südtirol-Teil des Guides. „Dazu haben wir alle Südtiroler Hotels untersucht und jene, die mit Lilien bewertet werden konnten, ausgewählt. Es sind genau 100 geworden“, sagte Werner. Die Lilie ist das Qualitätsgütesiegel des Wellnesshotelführers, im besten Fall kann ein Haus mit vier Lilien ausgezeichnet werden. (APA)