Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.11.2019


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Wanderung zur Burgruine Thaur: Für Abwechslung ist gesorgt

Eine abwechslungsreiche, gemütliche Wanderung führt von Rum nach Thaur: mit Burgruine, Kirchlein und einem gemütlichen Lokal.

An der Burgruine Thaur vorbei ...

© RappAn der Burgruine Thaur vorbei ...



Von Irene Rapp

Rum/Thaur — Oberhalb von Thaur tut sich ein Ort der Extreme auf. Klingt dramatisch, ist es aber nicht. Gemeint ist zum einen die weithin sichtbare Romediuskirche, während zum anderen die gleich darüberliegende Burgruine Thaur eher versteckt liegt. Vom „Tal" aus kaum sichtbar, offenbart sich erst von Norden her, wie weitläufig die Anlage eigentlich ist — doch dazu später. Vergangenen Samstag sind wir von Rum nach Thaur gewandert, allerdings nicht auf demselben Weg wieder zum Ausgangspunkt retour. Eine abwechslungsreiche Runde, die mit sehr viel Geschichte aufwarten kann.

So kommt man hin: Den Ausgangspunkt in Rum — den Waldspielplatz oberhalb des Sanatoriums Hochrum — kann man gut mit Öffis erreichen, dort befindet sich auch ein kostenloser Parkplatz. Zunächst geht es in den Wald hinein und am Spielplatz vorbei hinauf zur Sieben-Wege-Kreuzung auf 865 Metern Höhe. Wobei, eigentlich sind es ja acht Wege, die hier an einem Punkt zusammenlaufen — wir schlagen den Weg nach Osten ein (Wegweiser/RichtungThaurer Schloss).

eht es wenige Schritte hinunter zur Romediuskirche.
eht es wenige Schritte hinunter zur Romediuskirche.
- Rapp

Mit 45 Minuten Gehzeit ist die Strecke angegeben und nun geht es gemütlich auf einem breiten Forstweg dahin. Der Mischwald präsentierte sich zuletzt tief herbstlich, an vielen Bäumen hing noch die gelb-rote Blätterpracht. Dieser Weg ist mit einem geländetauglichen Kinderwagen gut machbar. Dazwischen hat man immer wieder tolle Blicke auf die nahe Nordkette und wenn man zu einer großen Lichtung samt Bauernhaus kommt, ist die Burgruine Thaur nicht mehr weit.

Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, in die Anlage hineinzuschauen — denn die ist mit einer Grundfläche von rund 3000 Quadratmetern größer, als man glaubt.

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Noch davor passiert man u. a. die Adolf-Pichler-Quelle.
Noch davor passiert man u. a. die Adolf-Pichler-Quelle.
- Rapp

Die Ende des 12. Jahrhunderts errichtete Burg war lange dem Verfall preisgegeben. Dann jedoch kümmerten sich zunächst die Thaurer Schützen, später der Verein Chronos in zum Teil ehrenamtlicher Arbeit darum, dass Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden — zum Glück. Ganz viele Geschichten darüber und von diesem wirklich beeindruckenden Platz kann Chronos-Obmann Josef Bertsch erzählen.

Etwa, dass „die Ruine früher zugewachsen und von Gestrüpp überwuchert war". Oder dass sich die Fläche, auf der die Ruine sowie das Romediuskirchl stehen, in Privatbesitz befindet. Eine App ermöglicht bei einem Rundgang durch das Areal tolle Infos — „für Erwachsene und Kinder gleichermaßen", sagt Bertsch. Tolle Ausblicke aufs Inntal sind ebenfalls möglich. Wenige Meter unterhalb der Ruine liegt dann das Ziel, die Romediuskirche. Für Bertsch ein wahres Kraftplatzl und auch darüber kann er viel berichten, zum Glück führt er auf Anfrage Führungen durch. Ein Detail sei verraten: An dieser Stelle könnte schon viel, viel früher eine Kirche gestanden sein als die aktuelle, die Ende des 18. Jahrhunderts errichtet worden ist.

Seit 2018 gibt es hier noch ein weiteres Highlight. Nachdem vor einigen Jahren ein altes Gebäude neben dem Kirchl abgebrannt war, konnte im Vorjahr ein Gasthaus eröffnet werden: der Romediwirt mit einem kleinen Museum im ersten Stock. Das nach dem heiligen Romedius benannte Kirchlein ist auch der Grund, warum viele Thaurer den Namen Romed tragen, und hier ist zudem der Startpunkt für den alpinen Romedius-Pilgerweg nach San Romedio im Trentino (www.romedius-pilgerweg.at).

Zurückgegangen sind wir dann auf einem anderen Weg: zunächst talwärts entlang des Kreuzweges, der von Thaur zum Romediwirt heraufführt, bis zu den ersten Häusern. Bei einem Vorrang-Schild hält man sich rechts und geht die Langgasse hinauf. Immer der anfangs recht steilen Straße entlang, hinauf bis zu einer Kurve, kurz davor biegt man auf einen Steig in den Wald ab. Dabei handelt es sich um den Kellersteig, der — gut beschildert — zurück zum Ausgangspunkt genau beim Parkplatz in Rum führt. In stetem Auf und Ab folgt man der Markierung Nummer 8 — dieser Weg ist eine reizvolle Variante. Man kann aber natürlich auch auf dem bekannten Forstweg den Heimweg antreten. Fazit: Für Abwechslung ist gesorgt!

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