Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.07.2014


Freizeit

Das Zelten am Berg hat viele Haken

Romantisch, aber nicht immer legal: Wer im Gebirge zelten will, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.

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© Alpenverein



Innsbruck – Die Nacht in einem Zelt verbringen, fernab von Siedlungen und Lärm, ist für viele Bergsportler die Krönung eines ausgiebigen Wandertages. Doch das Zelten in Österreichs Bergen ist (fast) nicht erlaubt. Viele Wanderer wissen das aber nicht, erklärt Birgit Kantner vom Oesterreichischen Alpenverein in Innsbruck. „Momentan rufen viele Leute bei uns an und erkundigen sich nach den rechtlichen Rahmenbedingungen“, erzählt sie.

Während das Zelten im Wald und in Schutzgebieten österreichweit verboten ist, sind die Regelungen beim Campieren oberhalb der Baumgrenze von Bundes­land zu Bundesland unterschiedlich. In Tirol etwa ist das Campieren außerhalb von ausgeschriebenen Campingplätzen grundsätzlich verboten. „Die Ausnahme stellt das alpine Biwakieren dar“, sagt Kantner. Das heißt im Falle einer Verletzung, eines Schlechtwettereinbruchs oder bei Dunkelheit ist das Übernachten in den Bergen erlaubt. „Vorsätzliches Biwakieren aber wird mit einer Zeltübernachtung gleichgesetzt und ist nicht erlaubt.“

Was passiert, wenn jemand zum Beispiel von der Bergwacht beim Zelten erwischt wird? „Oft kommt es zu einer einfachen Abmahnung. Die Leute werden darüber aufgeklärt, dass das Campieren in den Bergen verboten ist“, sagt Kantner. Unerlaubtes Übernachten wird manchmal aber auch mit einer Geldstrafe geahndet. „Die Höhe der Geldstrafe in Tirol befindet sich im dreistelligen Bereich“, so Kantner. Auch hier gibt es Unterschiede in den jeweiligen Bundesländern: In Niederösterreich müssen Wild-Camper unter Umständen 14.500 Euro auf den Tisch legen.

Die Gründe für das Verbot liegen u. a. in der Umweltverschmutzung. Wenn Wanderer ihre Notdurft verrichten oder ihren Müll hinterlassen, stelle das ein Problem für die Natur dar. Mehr Infos unter www.alpenverein.at. (miho)




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