Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.07.2014


Bundesmusikfest Reutte

Die Spezies Musikant ist regenfest

Pinswang, Lechaschau, Vorderhornbach – das ist die neue Reihenfolge der besten Kapellen des Bezirks. Das 2500-Mann-Zelt platzte beim Bundesmusikfest aus allen Nähten. Holzgauer mit Festverlauf total zufrieden.

Die Vorderhornbacher Kapelle bei der so genannten „Großen Wende“.

© Mittermayr HelmutDie Vorderhornbacher Kapelle bei der so genannten „Großen Wende“.



Von Helmut Mittermayr

Holzgau – „Ich bin total stolz auf Holzgau und kann den Helfern nur über alles danken.“ Fast idente Worte fanden Robert Knitel, der Obmann der Musikkapelle, und BM Günther Blaas am Montag zum Verlauf des Bundes­musikfestes in Holzgau. Keinerlei nennenswerte Vorfälle waren zu vermelden, der Besuch an allen drei Tagen enorm, die Stimmung unter Musikanten und Gästen bestens. Allein am Sonntag war das Zelt nach der Marschmusikbewertung mit 2500 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt, weitere 2500 waren zusätzlich im Ort unterwegs.

Vor 15 Monaten hatte die Kapelle noch nicht einmal über einen Obmann verfügt, der sich über diese Riesenaufgabe gewagt hätte. Schließlich sagte Robert Knitel im Mai 2013 Ja. Zusammen mit Kapellmeister Harald Beyrer und Christopher Moll sowie insgesamt acht Engagierten im Festausschuss wurde die – gelungene – Großveranstaltung aus dem Boden gestampft. BM Blaas ist auch ganz bewegt, dass all­e Vereine im Dorf, aber auch die Nachbarn aus dem oberen Lechtal mitgeholfen haben. Insgesamt waren über 400 Helfer im Dauereinsatz. „Und wir haben wirklich jeden gebraucht“, wusste Knitel in einem ersten Resümee der TT gegenüber. Geplant war der Ablauf bis ins letzte Detail – so konnten Hunderte Rennradler des Tannheimer-Tal-Marathons störungsfrei vorbeigeleitet werden, während die 35 Kapellen im Ort gerade marschierten.

Das Fest zum 200-jährigen Bestehen der Kapelle wird in jedem Fall ein großer finanzieller Erfolg für die Holzgauer Musikanten werden, obwohl die Ausgaben fast 70.000 Euro betragen. Knitel: „Wir waren am Samstag schon eben. Alle­s danach kann uns nur noch sehr freuen.“ Das Geld ist in jedem Fall gut angelegt. Im größten Verein des Ortes sind derzeit 38 Musikanten und vier Marketenderinnen aktiv.

Insgesamt 1800 Musikanten in 35 Kapellen ließen sich am Sonntag beim Festumzug bewerten. Die ersten zehn Formationen hatten Wetterpech und mussten im Regen marschieren. Die Kapellen ließen sich augenscheinlich aber nicht irritieren. Die Wassertropfen perlten sprichwörtlich an den Klangkörpern ab. Im Außerferner Ranking hatte in der anspruchsvollsten Grupp­e D mit elf Kapellen, wo nebe­n dem Musizieren auch Marsch­formationen wie „Große Wende“ oder das Abfallen von Fünfer- zu Dreierreihen gezeigt wird, Pinswang mit 93,88 Punkten die Nase vorn. Knapp gefolgt von Lechaschau (93,35) und Shootingstar Vorder­hornbach (92,58), das erst vor einem Jahr das freiwillige Upgrading zu D gewagt hat. Gruppe C mit 16 Angetretenen: Elbigenalp vor Heiterwang und Biberwier. Grupp­e B: Stockach 1, Jungholz/Zöble­n 2 und Holzga­u 3.

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