Letztes Update am Fr, 26.09.2014 07:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freizeit

Auf einen tierischen Kogel

Eine einfache Tour führt auf den Schafleger im Fotschertal. Über schönes Almgelände geht es auf die 2405-Meter-Erhebung, jetzt im Herbst eine farbenfrohe Angelegenheit.



Von Irene Rapp

Sellrain – Herbstzeit. Da hat das Wandern seinen eigenen Reiz. Das Licht ist besonders, die Landschaft in warme Farben gehüllt. Ein derartiges Erlebnis bietet auch die Wanderung auf den Schaflegerkogel im Fotschertal oder in der Fotsch, wie die Einheimischen sagen.

Durch den Wald und schönes Almgelände führt die Tour auf die 2405-Meter-Erhebung und bietet dabei immer besondere Ausblicke: Einmal in das Fotschertal, wo am Ende die Potsdamer Hütte zu sehen ist. Einmal auf die Nordkette, die sich ab einer gewissen Höhe zeigt. Und einmal auf die Kalkkögel, die kurz vor dem Gipfel in ihrer ganzen Pracht überschaut werden können. Der jüngste Schneefall dürfte der Wanderung keinen Abbruch tun, sobald es wieder ein wenig wärmer wird, ist die weiße Pracht kein Thema mehr.

Der Schafleger ist auch im Winter eine beliebte Tour für Skitourengeher. Davon zeigen die Eintragungen im Gipfelbuch. Ein Wanderer hat sich dort im Juni 2014 verewigt: „Habe meinen Skistock gesucht, den ich im Winter verloren habe – leider nicht gefunden.“ Eingetragen haben sich im Juni auch jene Wanderer, die wohl für die tolle Markierung dieser Tour verantwortlich sind: die Steigsanierer vom WSV Grinzens – vielen Dank, ihr Einsatz macht die Wegsuche zum Kinderspiel.

So kommt man hin: Im Sellraintal zum Gasthof Bergheim im Fotschertal abbiegen. Wenige Meter unterhalb des Gasthauses kann das Fahrzeug abgestellt werden. Zunächst marschiert man auf dem breiten Fahrweg einige Meter, bis man wieder auf das Gasthaus hinabsehen kann. Dort zweigt links ein kleiner Pfad in den Wald ab, markiert durch einen kleinen hölzernen Wegweiser „Furggesalm“. Bald wird der Weg steiler und schmaler, doch bietet dieser Aufstieg eine reizvollere und schnellere Alternative als der Fahrweg, der zur Furggesalm führt. Vorbei geht es an einer privaten Hütte, immer weiter hinauf. Dass hier unlängst Vieh unterwegs war, lässt sich an den zahlreichen Tritten erkennen. Am vergangenen Sonntag war der Weg auch ein wenig „gatschig“, was sich vielleicht noch nicht gebessert hat.

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Wenn die Forststraße das erste Mal erreicht wird, diese kreuzen und auf dem markierten Steig weiter. Beim zweiten Mal, auf rund 1900 Metern, geht es auf der Straße wenige Meter weiter, bis die Furggesalm erreicht ist (1938 Meter, geschlossen). Hinter den zwei Gebäuden führt die Straße weiter, nach der Kurve steigt man über einen markierten Holzzaun wieder in das Almgelände ein.

Prächtige Zirben stehen hier, der Boden hat die unterschiedlichsten Braun- und Grüntöne. Nach wenigen Metern erreicht man die Obere Alm und von hier ist der Ausblick auf Nordkette und den Talschluss des Fotschertals einmalig. Interessant auch die aufgeschütteten Steinwälle, auf einem davon befindet sich das Hinweisschild „Schaflegerkogel, 1 ½ Stunden“. Nun geht es auf einem Steig bis zu einem alten Jägerstand, an diesem vorbei und in angenehmer Steigung in südöstlicher Richtung taleinwärts immer der Markierung nach. Oft befindet sich an der Farbklecks-Markierung auch noch eine Holzstange.

Wenn sich der Weg teilt, links halten. Vorbei an Zirben und großen Urgesteinsblöcken stetig hinauf bis zum Kamm. Hat man diesen erreicht, drängen sich auf einmal die Kalkkögel ins Blickfeld und man kommt aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr heraus. Nun rechts weiter, das Gipfelkreuz des Schaflegers ist schon in greifbarer Nähe. Nach wenigen Metern hat man dann das Ziel erreicht.

Für Ausdauernde: Wer will, kann statt auf dem Aufstiegsweg über den nördlich vom Schafleger gelegenen Angerbergkogel, den Breitschwemm- und Grieskogel bis zum Salfeinser See absteigen (2000 m). Von dort führt dann ein Steig wieder bis knapp unterhalb der Furgges­alm zurück.

Info zur Tour

Ausgangspunkt: Sellrain im Sellraintal, von der Ortsmitte abfahren zum Gasthof Bergheim (1464 m). Dort gibt es einige Parkplätze.

Ziel: Der Schafleger (2405 Meter), zu bewältigen sind dafür rund 950 Höhenmeter im Aufstieg. Aufstiegszeit: rund 2,5 Stunden.

Anforderungen: gut markierte Waldwege und Steige.

Einkehrmöglichkeiten: Das Gasthaus Bergheim hat noch bis 10. Oktober geöffnet.

Variation: Auf der linken Talseite führt ab der Furggesalm der Höhenweg weiter bis zur Potsdamer Hütte. Diese hat bis 5. Oktober geöffnet.