Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 14.10.2015


Osttirol

Mit 100 Euro ins Schlipfkrapfen-Business

Vor zwei Jahren etablierten eine Defereggerin und ein Wiener den Osttiroler Schlipfkrapfen in der Wiener Gastronomie. Nun planen sie eigene Restaurants und suchen Investoren, die ab 100 Euro dabei sind.

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© Dagmar Löffler



Von Catharina Oblasser

St. Veit, Wien – Der Deferegger Schlipfkrapfen soll bald in aller Munde sein: Das hoffen Viktoria Prast aus St. Veit und ihr Lebensgefährte Edwin Baroian. Die beiden haben vor zwei Jahren in Wien begonnen, die handgefertigte Köstlichkeit Restaurants anzubieten. Waren es anfangs fünf Lokale, die die Osttiroler Krapfen in ihre Speisekarte aufnahmen, so haben sie heute schon 25 Abnehmer. Dazu gehört der Tirolerhof im Schönbrunner Zoo ebenso wie das Restaurant im DC Tower, dem höchsten Gebäude Wiens. Auch im Restaurant „Kanzleramt“ direkt neben der Wiener Hofburg stehen die Osttiroler Schmankerln auf der Karte.

In die Produktpalette haben die beiden mittlerweile auch Kärntner Kasnudeln und andere Nudelspezialitäten aus Oberkärnten aufgenommen. Je nach Saison wechselt die Fülle. „Diese Nudeln beziehen wir aus Guttaring in Kärnten. Die Schlipfkrapfen kommen nach wie vor aus Osttirol, nämlich von einer Lieferantin in St. Veit und von einer aus Schlaiten“, schildert Baroian. Die beiden Frauen haben alle Hände voll zu tun. 10.000 Schlipfkrapfen pro Monat stellen sie in Handarbeit her, per Kühltransport reisen die Krapfen dann nach Wien.

Wer die Spezialität zu Hause genießen möchte statt im Lokal, kann direkt bei „Schlipf & Co“, so der Name der Firma, bestellen. „Etwa 15 Prozent unserer Produkte verkaufen wir an private Haushalte. Wir stellen die Produkte in Wien und Umgebung zu“, erklärt der Wirtschafter Baroian. Zugute kommt der Firma der Trend zu veganem Essen. „Die Schlipfkrapfen werden grundsätzlich vegan produziert, also ohne tierische Produkte wie Butter. Man kann dann veganes Pesto oder Öl darübergeben“, so der Unternehmer. Nicht-Veganer bleiben bei der traditionellen geschmolzenen Butter und bei geriebenem Käse.

Nun planen Prast und Baroian einen weiteren Schritt in der Vermarktung von „Schlipf & Co“ in Wien. Sie wollen eine eigene Restaurantkette auf die Beine stellen, in der ihre Produkte serviert werden. Seit sechs Monaten arbeiten sie an einem Crowdfunding-Modell, um das nötige Startkapital, eine halbe Million Euro, zusammenzubekommen. Nun suchen die beiden nach Investoren, die sich beteiligen wollen. „Ab einer Investition von 100 Euro kann man einsteigen“, sagt Baroian. Zurzeit läuft noch die Prüfungsphase. Am aussichtsreichsten seien Standorte in Studentenbezirken, so der Unternehmer. „Geeignet wäre etwa ein Platz im zweiten Bezirk, nahe der neuen Wirtschaftsuni. Auch die Bezirke sechs bis neun wären gut.“

Informationen über das Crowdfunding-Modell gibt es unter www.conda.at. Alles über Viktoria, Edwin und ihre Schlipfkrapfen findet sich unter www.schlipfco.at.