Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 20.04.2017


Genuss

Ein Käfer als Snack zwischendurch

Insekten liegen als Nahrungsmittel auch bei uns im Trend. Spezielle Kennzeichnung und Tests sind Pflicht.

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Wien – Manche werden sich angewidert abwenden; doch Heuschrecke, Käfer und Co. landen immer öfter auf heimischen Tellern. Der Trend zu Insekten als Nahrungs- und Genussmittel für Menschen hat auch Österreich erreicht.

Viele der Tiere gelten wegen ihres hohen Nährstoffgehaltes als gesund. Das Gesundheitsministerium hat gemeinsam mit der Vetmeduni Wien neue Leitlinien dazu erlassen. Demnach müssen essbare Insekten als solche gekennzeichnet sein und Sicherheitskriterien erfüllen.

Auf der Verpackung sollen Hinweise zu Art und Verarbeitung angeführt sein. Um die mikrobiologische und toxikologische Sicherheit zu gewährleisten, müssen sie auf Bakterien, Viren und Giftstoffe getestet sein. Eine Erweiterung der Leitlinie hinsichtlich der Fütterung und Haltung von Insekten ist angedacht.

„Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das mögliche Allergie­potenzial von proteinreichen Insekten“, sagt Expertin Isabella Pali-Schöll. Es besteh­e ein hohes Risiko, dass Patienten mit Allergie gegen Krustentiere oder gegen Hausstaubmilben eine Kreuzreaktion gegen Insekten wie Mehlwürmer und Wanderheuschrecke erleiden.

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Essbare Insekten werden in der EU als „Novel Food“ eingestuft, da sie hier vor dem 15. Mai 1997 in keinem nennenswerten Umfang verzehrt wurden. Aufgrund einer Übergangsfrist müssen sie erst mit Beginn 2020 ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Dadurch wurden eindeutige Regelungen aber schon jetzt notwendig.

Insekten gelten in vielen Teilen der Welt als proteinreiche Delikatesse. Auf asiatischen Märkten werden an Ständen frittierte Heuschrecken, Zikaden oder Käfer als Snack angeboten. (APA, TT)


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