Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.06.2017


Grill-Weltmeister

An die Zangen, fertig, los!

Der St. Johanner Grill-Weltmeister Franz Größing veranstaltet im April 2018 den ersten internationalen Grill-Bewerb in Tirol. Doch vorher gilt es, mit seinem Team die Weltmeisterschaft in Irland zu bestreiten.

Franz Größing (r.) mit zwei seiner Teamkollegen: Enrico Kortschak (l.) und Peter Erber. Die drei Männer sind Griller aus Leidenschaft.

© GrössingFranz Größing (r.) mit zwei seiner Teamkollegen: Enrico Kortschak (l.) und Peter Erber. Die drei Männer sind Griller aus Leidenschaft.



Von Miriam Hotter

St. Johann i. T. – Franz Größing vom Verein Grill-ABC ist Feuer und Flamme: Unter dem Namen „Wild King BBQ Competition“ stellt der St. Johanner am 14. und 15. April 2018 den ersten internationalen Grill-Wettbewerb in Tirol auf die Beine. „Die ersten Anmeldungen haben wir schon“, berichtet der 64-Jährige stolz. Stattfinden soll das große Grill-Spektakel auf dem Gelände des Großhandelsunternehmens Eurogast Sinnesberger in Kirchdorf auf rund 6000 m².

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Teams mit je drei bis fünf Personen maximiert. „Ob wir wirklich so viele Teams zusammenbekommen, kann ich noch nicht sagen, weil der Wettbewerb ja zum ersten Mal stattfindet. So etwas muss sich erst herumsprechen“, sagt Größing, der Teilnehmer aus ganz Europa sowie Amerika erwartet.

Der Kampf um die Grill-Krone soll sich bezahlt machen. „Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. Es wird ein Preisgeld geben, aber ich kann noch nicht genau sagen, wie hoch dieses sein wird. Wahrscheinlich so um die 1500 Euro.“

Die Teilnahme am Wettbewerb ist an einige Bedingungen geknüpft. Dazu zählt, dass jedes Team ein Startgeld von 250 Euro bezahlen muss. Beim Wettkampf gilt es, die Regeln der KCBS (Kansas City Barbeque Society) zu beachten. Dazu gehört unter anderem, dass die Speisen auf einem zugeteilten Standplatz (5x6 Meter) zubereitet werden müssen. Eine weitere Bedingung ist, dass dort sämtliches Equipment untergebracht wird – zum Beispiel Grills, Smoker, Autos, Wohnmobile und Zelte.

So weit zu den Vorbereitungen. Schließlich geht es ans Eingemachte: Die Teilnehmer müssen ihr Können – wie für Grill-Wettbewerbe üblich – in vier Kategorien unter Beweis stellen, nämlich: Huhn, Schweinerippchen, Schweineschulter und Brisket (Rinderbrust). Für ganz ambitionierte Griller soll es außerdem noch eine freie Kategorie geben. „Wahrscheinlich zum Thema Dessert, weil es zu Österreich passt und die Juroren nach dem vielen Fleisch sicher Lust auf Abwechslung haben“, verrät Größing.

In dieser Kategorie erhalten die Teilnehmer ausnahmsweise eine Box mit den bis dahin unbekannten Zutaten. In den anderen vier Kategorien müssen die Teams ihr Fleisch selbst mitnehmen. „Da kommt nur das Beste auf den Griller. Manche Teams bringen ein Brisket im Wert von 200 Euro mit“, spricht Größing aus Erfahrung.

Der pensionierte Lehrer an den Tourismusschulen in St. Johann hat schon unzählige Male an Grill-Wettbewerben teilgenommen – mit großem Erfolg. Im vergangenen Jahr ergatterte Größing mit seinen Teamkollegen bei der Grill-Europameisterschaft in Bremen den ersten Platz in der Kategorie „Home Country Cooking“. Bei der Grill-Weltmeisterschaft 2015 im schwedischen Göteborg konnten sie sogar zwei Siege mit nach Hause bringen, und zwar in der Kategorie „Vegetarisch“ sowie „Brisket“. In der Kategorie „Dessert“ ergatterte das Team den zweiten Platz.

Von Wettbewerbsmüdigkeit fehlt jede Spur: Im Oktober geht die Grill-Weltmeisterschaft im irischen Limerick über die Bühne. Fünf Männer vom Verein Grill-ABC sind wieder mit dabei: Leo Gradl aus Pabneukirchen (OÖ), Peter Erber aus Kirchberg, Enrico Kortschak aus Kitzbühel, Marcel Ksoll aus Bad Goisern (OÖ) und natürlich Franz Größing selbst. „Wir bereiten uns gerade auf die Weltmeisterschaft vor. Derzeit überlegen wir, wer was zubereitet.“ Eines sei allerdings schon klar: „Ich werde das Huhn machen“, sagt Größing. Unklar sei hingegen noch, wie die fünf Grillbegeisterten mit ihrem Equipment nach Irland reisen. Mit dem Auto? „Da sind wir halt drei Tage lang unterwegs.“ Per Flugzeug? „Das ist eine Preisfrage.“

Egal wie die fünf Männer nach Irland kommen, eines haben sie auf jeden Fall mit im Gepäck: eine gehörige Portion Motivation. „Unser Ziel ist es, in einer Kategorie auf das Treppchen zu kommen und in der Gesamtwertung einen Platz unter den besten zehn Teams zu erreichen.“ Bleibt nur noch, den fünf Grillern viel Erfolg zu wünschen.