Letztes Update am So, 06.08.2017 13:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auflösung

Große TT-Umfrage: Hier gibt es die besten Kaspressknödel in Tirol

Dass das Thema Kaspressknödel so bewegt, hätten wir nie gedacht: vom Aufruf, den besten Knödel zu melden, unzähligen Zuschriften und drei erfreuten Köchen sowie ihren ganz speziellen Tricks.

Die TT hat sich auf die Suche nach den besten Kaspressknödeln im Land gemacht - und ist fündig geworden.

© ChristlerDie TT hat sich auf die Suche nach den besten Kaspressknödeln im Land gemacht - und ist fündig geworden.



Von Irene Rapp

So viel steht fest: Zu einer Berg- oder Fahrradtour gehört der Kaspressknödel wie das Tüpfelchen auf dem i. Drei von fünf Gästen entscheiden sich etwa auf der Walderalm oberhalb von Gnadenwald für dieses Gericht, weiß Pächter Hermann Krismer. Drei von fünf sind es auch bei Karin Fröhlich von der Brandstattalm über Neustift. Dieselbe Antwort hört man auf der Arzler Alm oberhalb von Innsbruck. Der Kaspressknödel — ein Gericht, das Steak oder Fünf-Gang-Menü vergessen lässt? „Der Kaspressknödel gehört einfach zu einer Alm dazu", lacht Karin Fröhlich. Und das dürfte der Wahrheit schon ziemlich nahe kommen.

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Dass das Thema Kaspressknödel bewegt, bewies auch unser Aufruf an die TT-Leser, uns zu schreiben, wo es denn den besten gebe. Wobei gleich vorweg gesagt werden soll: Geschmäcker sind verschieden und die Einsendungen auf Face­book oder per Mail spiegeln nur ganz persönliche Eindrücke wider. Was ebenfalls erwähnt gehört: Vielfrequentierte Almen mit großer Stammkundschaft hatten natürlich einen Vorteil, was in der Folge nicht bedeutet, dass auf anderen Almen oder Hütten der Kaspressknödel schlechter ist.

Hermann Krismer, Betreiber der Walderalm in Gnadenwald.
Hermann Krismer, Betreiber der Walderalm in Gnadenwald.
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1. PLATZ: Walderalm

Betreiber: Hermann Krismer, Gnadenwald

  • Wie viele Käsesorten sind enthalten? - 5
  • Welche Gewürze? - Salz, Pfeffer
  • Wie viel wiegt ein Knödel? - 200 Gramm
  • Wie essen die Gäste den Knödel am liebsten? - Zu je einem Drittel mit Salat, in der Suppe oder mit Sauerkraut
  • Wie viele von fünf Gästen entscheiden sich für einen Kaspressknödel? - Drei von Fünf

Oder wie es ein TT-Leser formuliert: „Ich stimme für die Kaspressknödel auf der Sonnberg- alm in St. Sigmund. Nachdem dort mit Sicherheit nicht so viele Gäste einkehren, weil man nicht ganz so bequem hinkommt, wird wohl kaum eine Chance bestehen. Die Knödel sind aber trotzdem dort am besten."

Hunderte Zusendungen

Apropos Einsendungen: Die Zuschriften der TT-Leser aus Tirol, Salzburg und Deutschland waren zum Teil sehr informativ und unterhaltsam. „Es ist nicht entscheidend, ob fünf oder sieben Käsesorten. Wichtig ist das frische Herausbacken vor dem Servieren. Moni von der Birgitzer Alm macht das", meinte einer. „Meine liebsten Kaspressknödel gibt es in einer unfassbar guten Zwiebelsuppe im Hahnenkammstüberl in Kitzbühel. Ein Traum", schrieb uns ein anderer TT-Leser und Kaspressknödel-Fan.

Wieder andere berichteten davon, dass sie auf jeder Alm Kaspressknödel essen würden und ständig überrascht seien über die Unterschiede. Den Vogel schoss jedoch folgender TT-Leser ab: „Man(n) sag' ja, es gib' nix Bessere als S .., woll — des gib's, und zwoar an Kasknedl auf da Arzler Alm!"

Karin Fröhlich von der Brandstattalm in Neustift.
Karin Fröhlich von der Brandstattalm in Neustift.
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2. PLATZ: Brandstattalm

Betreiberin: Karin Fröhlich, Neustift

  • Wie viele Käsesorten sind enthalten? - 3
  • Welche Gewürze? - Salz, Pfeffer, ein wenig Knoblauchpulver
  • Wie viel wiegt ein Knödel? - 200 Gramm
  • Wie essen die Gäste den Knödel am liebsten? - Im Winter eher in der Suppe, im Sommer mit Salat (Bei mir gibt es nur Krautsalat)
  • Wie viele von fünf Gästen entscheiden sich für einen Kaspressknödel? - Drei von Fünf

Und damit wären wir schon bei den Gewinnern unseres Aufrufes: Zunächst wurden die drei stimmenstärksten Almen gewählt. Geht es nach den TT-Lesern, sind das die Walderalm, an zweiter Stelle liegt die Brandstattalm, an dritter die Arzler Alm.

Ausgewertet wurden von uns aber auch die drei besten ihres jeweiligen Bezirkes — also jene Almen bzw. Almgasthäuser, die die meis­ten Stimmen für sich beanspruchen konnte. Die drei Ersten wurden in den vergangenen Wochen von uns dann aufgesucht: Wir haben jeweils die Kaspressknödel gegessen — auf der Walderalm in der Suppe, weil es an diesem Tag regnete und kühl war, ansonsten mit Salat — und die Köche nach ihrem Geheimrezept gefragt. Wobei sich hinter diesem Gericht ganze Geschichten verstecken, wie unsere Besuche bewiesen.

Auf der Walderalm stammt das Rezept etwa von der Mutter von Christl Thaler, die die Lebensgefährtin von Hermann Krismer ist. Kaspressknödel-„Chef" auf der Alm ist Krismer: Täglich mischt der 61-Jährige fünf Kilo Brot, drei Kilo Käse, Gewürze und anderes mehr in einer Wanne mit seinen großen Händen zusammen. „Manchmal tut mir am Abend schon alles weh vom Kneten der Knödelmasse."

Vor einigen Jahren wurde daher eine große Rührmaschine gekauft, mit der man sich die Arbeit erleichtern wollte. Da wurde die Rechnung allerdings ohne die Kunden gemacht. „Die haben sofort gefragt, ob wir die Knödel anders zubereiten würden. Offensichtlich arbeitete die Maschine so gut und vermischte alles so fein, dass sich das negativ auf den Geschmack auswirkte", erzählt Krismer. Die Rührmaschine wurde daher wieder in den Ruhestand geschickt, „die steht irgendwo am Dachboden", lacht Christl Thaler.

Hannes Anzengruber von der Arzler Alm in Innsbruck.
Hannes Anzengruber von der Arzler Alm in Innsbruck.
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3. PLATZ: Arzler Alm

Betreiber: Hannes Anzengruber, Innsbruck

  • Wie viele Käsesorten sind enthalten? - 2
  • Welche Gewürze? - Salz, Pfeffer, frische Petersilie
  • Wie viel wiegt ein Knödel? - 200 Gramm
  • Wie essen die Gäste den Knödel am liebsten? - Mit Salat
  • Wie viele von fünf Gästen entscheiden sich für einen Kaspressknödel? - Drei von Fünf

Karin Fröhlich wiederum, die heuer das zehnte Jahr auf der Brandstattalm als Pächterin im Einsatz ist, betreibt in Sachen Kaspressknödel Aufklärungsarbeit: Im Stubaital sind naturgemäß viele Gäste aus dem Ausland unterwegs, „die kennen jedoch diese Art von Knödel meist nicht. Den ein oder anderen kann ich aber dann doch überzeugen, einen Kaspressknödel zu essen." Interessant: Als Fröhlich hoch über Neustift mit der Arbeit anfing, bekam sie von den Einheimischen oft zu hören, dass es Kaspressknödel früher im Tal nicht gegeben hätte. Heute pilgern viele von ihnen hingegen sogar zur Brandstattalm hinauf, um einen zu essen.

Vielleicht ein Grund, warum der Kaspressknödel so gut ankommt: „Daheim macht man sich den nicht, weil ja dann alles stinkt", bringt es Hannes Anzengruber auf den Punkt. Das Rezept, das auf der Arzler Alm verwendet wird, stammt übrigens auch von der Oma. Womit wir beim wichtigsten Punkt wären, welcher Knödel nämlich uns am besten ge­schmeckt hat. Das wird nicht verraten. Am besten sich selbst ein Bild davon machen! Mahlzeit!