Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.09.2017


Lienz

Im Adlerstüberl heißt es wieder „Sie wünschen?“

Das Lienzer Traditionsgasthaus, das es seit 1742 gibt, ist nach einem Brand im Juli nun wieder geöffnet – und bleibt es entgegen allen Gerüchten auch.

© OblasserAdler-Geschäftsführer Hannes Krall ist froh, dass es bei dem Brand im Juli keine Verletzten gab.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Der 24. Juli 2017 war ein Tag des Schreckens für die 17 Mitarbeiter, für die Geschäftsführung und die Anrainer des „Adlerstüberls“ in der Lienzer Innenstadt. Gegen sechs Uhr Früh alarmierte die Hausbesitzerin die Feuerwehr, weil sie Rauch roch. Ursache für den Schmorbrand in der 80 Quadratmeter großen Küche war ein defektes Küchengerät. Der Brand war schnell unter Kontrolle, die Folgen machen den Betreibern bis heute zu schaffen, sagt Hannes Krall, einer der beiden Geschäftsführer.

„Der Brand hat die gesamte Kücheneinrichtung zerstört“, so Krall. Die starke Rauchentwicklung richtete auch in den Gasträumen und der Schank Schäden an. „Seither arbeiten wir intensiv daran, das Adlerstüberl wieder auf Vordermann zu bringen“, meint Krall. Alles neu auszumalen war noch die kleinste Mühe.

Adler-Geschäftsführer Hannes Krall ist froh, dass es bei dem Brand im Juli keine Verletzten gab.
- Oblasser

Eine Mühe, die sich gelohnt hat: Seit 22. September müssen (Stamm-)Gäste des „Adler“ nicht mehr auf ihren Gasthausbesuch verzichten. Die Schank ist wieder in Betrieb. „Die Küche muss allerdings noch komplett erneuert werden“, so der Geschäftsführer. Das wird voraussichtlich bis Ende November dauern.

In mehrfacher Hinsicht hatten die beiden Adler-Betreiber Glück im Unglück. „Beim Brand wurde niemand verletzt, das muss man auch sehen“, meint Krall. Und alle Kosten sollten von der Versicherung gedeckt sein.

Das Adlerstüberl hat eine lange Geschichte, die bis zur Gründung 1742 zurückreicht. Früher noch als „Schwarzadlerwirt“ bezeichnet, bot das Haus Berühmtheiten wie Andreas Hofer und Pater Joachim Haspinger Herberge. Hannes Krall, 51, kann ebenfalls auf eine lange Laufbahn in der Gastronomie zurückblicken. Der gebürtige Kötschacher kam nach seiner Lehre nach Lienz, war bis 2001 Angestellter und danach Pächter des „Adler“.

Gerüchte über eine Schließung des Hauses kamen auf, nachdem bekannt wurde, das Krall eine Pflegeausbildung begonnen hat. „Das tue ich ausschließlich in meiner Freizeit“, meint Krall dazu. „Allen Gerüchten zum Trotz werden mein Mitgeschäftsführer und ich das Adlerstüberl in gewohnter Form weiterführen.“