Letztes Update am Di, 10.10.2017 06:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Genuss

Butter bekommt ihr Fett weg

Die derzeit hohen Butterpreise sorgen bei Konsumenten für Rätselraten. Über den Sommer mussten durchschnittlich rund 40 Cent mehr bezahlt werden. Alternativen gibt es zuhauf. Sie lassen sich unterschiedlich einsetzen.

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Von Deborah Darnhofer

Innsbruck – Dieser Tage sind es – im wahrsten Sinne des Wortes – fette Preisaufschläge, die Konsumenten staunen lassen. Die Butter ist so teuer wie nie und die Aufregung darüber entsprechend groß.

Innerhalb des heurigen Jahres erhöhte sich der Durchschnittspreis für 250 Gramm Butter laut dem Verbraucherpreisindex der Statistik Austria um 40 Cent. Mussten Konsumenten im Juni durchschnittlich noch 1,87 Euro berappen, waren es im Juli bereits 2,10 Euro und im August 2,22 Euro.

„Es gibt genug Butter“

Sieht man sich die Entwicklung am Milchmarkt an, werden die teuren Sprünge verständlicher. Die Milchpreise seien in den letzten Jahren „sehr tief“ gewesen, berichtet Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter.

„Das hat dazu geführt, dass viele Bauern aufhören mussten.“ Rund zwei Drittel der 1990 erfassten Milchbauern gibt es laut Statistik Austria heute nicht mehr. In Folge sei laut Költringer weniger Milch an die Molkereien geliefert worden. Der Markt habe sich heuer „gedreht“. „Das Angebot ist reduziert, gleichzeitig ist der Verbrauch gewachsen“, sagt Költringer.

Konsumenten würden Butter wieder mehr schätzen, auch die Gastronomie und Industrie greift wieder gerne darauf zurück. Ersatzprodukte seien in Österreich weniger beliebt. Einen Butter-Notstand sieht Költringer aber nicht. „Es ist genug Butter vorhanden.“

Doch die „festen Preistendenzen“ werden sich bis Ende des Jahres nicht abschwächen. Kühe geben in der kalten Jahreszeit weniger Milch. Außerdem steige der Butterverbrauch zur Weihnachtszeit noch einmal an.

Die aktuelle Teuerung mache beim Durchschnittsverbraucher rund einen Euro pro Monat aus, rechnet Költringer vor. 5,3 Kilogramm Butter vertilgen die Österreicher über das ganze Jahr verteilt.

Wer sich nach Alternativen umsieht, wird schnell fündig. So eignen sich Oliven- und Kokosöl gut zum Braten, weiß Philipp Stohner, Obmann des Kochverbandes in Tirol. „Hochwertige Pflanzenöle kosten aber oft mehr als Butter“, gibt er zu bedenken. Und den Buttergeschmack können sie auch nicht ersetzen.

Butter

Margarine

1.

Margarine besteht aus Ölen, Wasser und Zusatzstoffen.

Eigenschaften: „Zum Kochen ist Margarine nicht optimal“, erklärt Kochexperte Philipp Stohner. Sie enthält viel Wasser und spritzt beim Erhitzen.

Braten: Margarine nicht über 150 Grad Celsius erhitzen. Sie eignet sich zum Garen von Gemüse, nicht aber für Fleisch, zum Anbraten oder Frittieren.

Backen: Kuchen könnten mit Margarine hergestellt werden. „Der Nachteil ist der fehlende Geschmack“, sagt Stohner. Für Konditor-Lehrer Christian Kaltenbacher von der Tiroler Fachberufsschule St. Nikolaus ist Margarine hingegen keine Alternative zu Butter.

Tipp: Joghurtbutter empfiehlt Kaltenbacher fürs Brot. Diese reiche geschmacklich heran und koste noch unter zwei Euro.

Olivenöl

2.

Mit Olivenöl lassen sich pikante Speisen braten und frittieren.

Eigenschaften: Das aus Oliven gepresste Öl ist hochwertig. Es lässt sich entgegen früherer Meinungen auf bis zu 230 Grad Celsius erhitzen.

Braten: Gemüse und Fleisch lassen sich mit Olivenöl gut zubereiten. Es kann auch zum Frittieren verwendet werden. Der intensive Eigengeschmack passt jedoch nicht zu allen Speisen. Gutes Olivenöl kostet außerdem mindestens rund 10 Euro pro Liter und ist daher nicht billiger als Butter.

Backen: Für süße Kuchen können Stohner und Kaltenbacher Olivenöl nicht empfehlen.

Tipp: Raps- und Sonnenblumenöl haben einen neutraleren Geschmack als Olivenöl. Sie passen daher in Kuchen und machen sie saftig.

Kokosöl

3.

Kokosöl passt zu süßem Backwerk und Kuchen.

Eigenschaften: Kokosöl enthält u.a. viele Omega6-Fettsäuren. Die guten Inhaltsstoffe gehen beim Kochen nicht verloren, da es hoch erhitzt werden kann, weiß Stohner.

Braten: Fleisch kann mit Kokosöl gut angebraten werden. Allerdings muss der starke Eigengeschmack des Öls beachtet werden. „Für einen Schweinebraten eignet sich Kokosöl sicher nicht.“

Backen: Der Kokosgeschmack passt für Stohner gut zu allen Kuchen. Mürbteig gelingt damit aber nicht.

Fazit: Wer den Geschmack schätzt, kommt um Butter nicht umhin, meint Kaltenbacher abschließend. „Die Cent mehr kommen den Bauern zugute“, ist er überzeugt.