Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.03.2018


Innsbruck

Restaurant am Wiltener Platzl hat großen Mehrwert

Das „Leopold“ wird ab Ende März nicht nur das Wiltener Platzl beleben, sondern ermöglicht auch eine integrative Berufsausbildung.

© Domanig



Innsbruck – Ab Ende März soll das Wiltener Platzl in Innsbruck eine besondere Belebung erfahren – und zwar durch „Leopold“: So heißt das österreichweit erste Ausbildungsrestaurant der ibis acam Bildungs GmbH. Im Rahmen des Projekts „IQ – Integrative Qualifizierung“ erlernen Jugendliche, die aus verschiedensten Gründen nicht gleich in die Regellehre einsteigen können, dort in realer Gastronomieumgebung den Beruf des Kochs bzw. der Köchin.

Der interne Probebetrieb im frisch adaptierten Restaurant läuft schon seit Jänner. Zwei Teilnehmer haben bereits mit der Koch-Lehre begonnen, drei weitere, die noch in der Berufsorientierung sind, haben einen entsprechenden Lehrberufswunsch geäußert. Insgesamt haben während des Jahres bis zu zehn Jugendliche die Möglichkeit, im Schulungsrestaurant das Ziel eines Lehrabschlusses in der Gastronomie zu erreichen. Unterstützt werden die Lehrlinge im „Leopold“ von Restaurantleiterin Michaela Tader und zwei professionellen Köchinnen.

Um auch Jugendlichen, die sich beim Übergang von der Schule zum Arbeitsmarkt schwerer tun, eine vollständige Lehrausbildung zu ermöglichen, gebe es Modelle wie verlängerbare Lehre oder Ausbildung in Teilqualifikation, erklärte Anton Kern, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservices (AMS) Tirol, gestern bei einer kleinen Feier. In diesem Kontext ist auch das Restaurant Leopold zu sehen. Das AMS tritt dabei als Hauptfördergeber des von ibis acam getragenen Projekts auf.

Neben der Kochlehre bietet ibis acam in Tirol auch vollwertige Lehrausbildungen im Maler-, Maurer-, Trockenbauer- und Gartenfacharbeiterhandwerk, in der Floristik sowie im Bereich Einzelhandelskauffrau/-mann an. Der Lehrbetrieb wird dabei durch eine der überbetrieblichen ibis-acam-Lehrwerkstätten ersetzt. Ziel sei es stets, die Jugendlichen in die Regellehre weiterzuvermitteln, betonte Kern – was auch bei einem großen Teil der Lehrlinge gelinge.

Ab der Eröffnung Ende März hat das „Leopold“ an Wochentagen von 10 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet, im Sommer sogar bis 20 Uhr. Neben saisonalen Gerichten erwartet die Gäste auch ein Shop mit Erzeugnissen heimischer Bauern sowie handgefertigten Produkten von ibis-acam-Lehrlingen, eine Kinderecke und ein offenes Bücherregal. (md)