Letztes Update am Do, 14.06.2018 06:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Genuss

Sommerfrische mit der Gurke

Die Zeichen stehen auf Grün: Heute am Weltgurkentag dreht sich alles um die grünen Erfrischer. Unser viertliebstes Gemüse gedeiht prächtig und wird doch immer unreif geerntet.

© iStockVersteckt unter großen Blättern wachsen die Freilandgurken jetzt bei idealem Wetter heran.F



Von Deborah Darnhofer

Innsbruck – Ihre großen grünen Blätter breiten sich im Garten schon aus. Die Gurke hingegen lässt sich vielerorts noch nicht blicken und lieber von Sonne und Regen kitzeln. So wächst sie langsam heran, bis der Gärtner plötzlich über ihre Größe stolpert.

„Jetzt geht es langsam los. Die Gurken sind schon ganz schön gewachsen“, berichtet Alfred Unmann, Gemüseexperte der Tiroler Landwirtschaftskammer. 400 bis 500 Tonnen Gurken gedeihen pro Jahr in Tirol. Die meisten davon sind Freilandgurken (ca. 10 Hektar), Gewächshausexemplare wachsen hierzulande nur auf einem halben Hektar. „Wenn nichts schiefgeht und kein großer Hagel kommt, ist eine gute Ernte zu erwarten“, prophezeit Unmann.

Im grünen, unreifen Zustand – reif wäre sie gelb und wenig schmackhaft – wird die Gurke dann ab Ende Juli geerntet. Dann landet sie in allerlei Gerichten. Gerade im Sommer scheint keiner an ihr vorbeizukommen: als Tsatsiki-Sauce findet sie sich am Grillteller, im Duett mit Schafskäse in der Salatschüssel und bei Sonnenuntergang im Cocktailglas mit Gin.

Warum gerade diese Spirituose mit Gurke aufgepeppt wird, lässt sich leicht erklären. Die schottischen Macher des gängigen „Hendrick’s Gin“ fügten ihrem Schnaps Gurkenessenzen hinzu. Er wird deshalb besonders gerne mit Gurkenscheibe serviert, bei anderen Gin-Sorten sollte das Gemüse laut Barexperten aber lieber in der Salatschüssel bleiben.

Ob mit Alkohol, Knoblauch oder Käse, die Gurke muss sich oft den Vorwurf gefallen lassen, „nur“ nach Wasser zu schmecken. Dabei ist eine sonnengereifte Gurke aus dem Garten herrlich saftig und im Abgang ein wenig pfeffrig. Und das, obwohl die Gurke bis zu 97 Prozent aus Wasser besteht.

Die restlichen drei Prozent haben es aber in sich: Darin stecken viele Vitamine, z. B. A, B1 und C sowie Mineralien wie Phosphor, Kalzium, Eisen und Kalium. Mit nur etwa zehn bis 12 Kilokalorien pro 100 Gramm macht die Gurke nicht nur sprichwörtlich eine gute Figur.

Was die Gaumenfreude allerdings verderben kann, ist ihre Bitterkeit. Neue Züchtungen minimierten die in der Gurke enthaltenen Bitterstoffe, so genannte Cucurbitacine, zwar weitgehend. Durch wilde Kreuzungen, unregelmäßiges Gießen und Düngen, Verletzungen an den Ranken oder falsche Lagerung kann die Gurke aber bitterer werden, als einem lieb ist. Hier kann es nur lauten: „Endstation Biomüll“. Zu viele Bitterstoffe können den Körper unnötig belasten, zu Durchfall und Erbrechen führen.

Bis es zum sommerlichen Geschmackstest kommt, soll heuer in Tirol noch ein echter Star geboren werden. Zur Tiroler Gemüsepflanze des Jahres wurde nämlich unlängst die Gurkensorte „Mini-Star“ gekürt. Sie ist klein, knackig, ideal als Jause und wächst selbst auf kleinstem Raum, am Balkon oder der Terrasse.

„Damit die Früchte der Snackgurke gesund heranreifen können, empfiehlt es sich, einen sonnigen und windgeschützten Standort zu wählen“, empfiehlt Gärtnermeister Peter Pfeifer, Obmann der Tiroler Gärtner. Nicht umsonst spricht Unmann von der Gurke als „Schönwetter-Pflanze“. Regelmäßige Pflege ist besonders wichtig. „Die Gurke braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung. Die Pflanze deshalb regelmäßig gießen“, rät Pfeifer den Hobbygärtnern.

Bis Ende September kann die Gurke, die eigentlich aus Indien und Afrika stammt und erst im 19. Jahrhundert nach Europa kam, dann in Tirol geerntet werden.

Die Gurke erfrischt im Glas: als geeiste Suppe und Gin-Cocktail

Zutaten für die Suppe: Freilandgurke (dünn schälen), 3 Knoblauchzehen, 850 ml Buttermilch, 1 Bund Dill, Kümmel, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Gurke in kleine Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein aufschneiden. Gurkenstücke mit Knoblauch und Buttermilch pürieren. Mit Kümmel, Salz und Pfeffer abschmecken. Dill waschen und klein schneiden, anschließend unter die Gurkensuppe mischen. Die Suppe abdecken und im Kühlschrank mindestens zwei Stunden kaltstellen. Gurkensuppe im Glas mit knusprigen Baguettes servieren.

Zutaten für den Cocktail: 50 ml Gin (Hendrick’s enthält Gurkenessenzen), 8-12 Minzblätter, 30 ml frischer Gurkensaft (aus der Saftpresse oder Gurkenfleisch pürieren), 20 ml frisch gepresster Zitronensaft, 35 ml Aloe-Vera-Saft, 30 ml Mineralwasser, Gurkenscheiben, Minzblätter zum Dekorieren.

Zubereitung: Gin, Gurken- und Zitronensaft mit der Minze in ein Glas geben und mit dem Löffel oder Mörser zerdrücken. Aloe-Vera-Saft und Mineralwasser hinzugeben. Glas mit Eiswürfeln auffüllen und gut durchrühren. Mit Gurkenscheiben und Minzblättern dekorieren.