Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 15.08.2018


Osttirol

Bei Trixi wurden alle satt: Schnitzelwirtin geht in Pension

Beatrix Erler geht in Pension. Die Schnitzelwirtin aus der Messinggasse stammt aus einer traditionsreichen Unternehmerfamilie.

© ErlerDie Lienzer Schnitzelwirtin Beatrix Erler geht im Oktober in Pension.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Die Trixi, wie Beatrix Erler überall genannt wird, ist ein echtes Lienzer Original. „Ich bin, wie ich bin, so wie alle anderen auch“, lächelt sie durch ihre Brille. „Verbiegen lasse ich mich halt nicht. Und ich sage, was ich mir denke.“

Beatrix ist als Tochter von Anni und Erwin Unterweger am Johannesplatz in Lienz aufgewachsen. Der Vater hat nach dem Krieg dort ein von Bombenangriffen schwer beschädigtes Haus wieder aufgebaut und darin das legendäre Rathauscafé betrieben, bis er es 1978 zusperren musste und unmittelbar darauf starb. Das Gebäude wurde abgerissen und durch ein neues ersetzt.

Schon im Alter von acht Jahren hat Trixi in Papas Rathauscafé Eis gerührt und es an die Gäste verkauft. Die Liebe zur Gastronomie war geboren. Das Tagescafé war eine Institution in Lienz und bekannt für die regelmäßigen Auftritte von Musikgruppen. Über dem Café betrieben die Eltern noch ein Tanzlokal. „Karl Moik hat bei uns als Alleinunterhalter angefangen und dann unsere Kellnerin weggeheiratet, seine Edith“, muss Trixi schmunzeln. Auch in Moiks Buch sei das nachzulesen.

Nach dem Tod des Vaters ging Trixi nach Nordtirol, wo sie ihren Mann Walter kennen lernte und ihn 1982 geheiratet hat. 26 Jahre waren die beiden in verschiedenen Stationen in Süddeutschland gastronomisch tätig. Bis Trixis Mutter im Jahr 2008 in den Ruhestand ging und die „Lerche“ in der Lienzer Messinggasse frei wurde: „Das passt zu mir!“ So kehrte Trixi nach Lienz zurück und hat im urigen Gasthaus Lerche eine Speisekarte mit 140 Schnitzelvariationen aufgelegt. „Bis heute stehe ich selber jeden Tag in der Küche“, sagt die Lienzer Wirtin. „Bei mir gibt es echte Hausmannskost, alles täglich frisch und von heimischer Qualität.“ Die Schnitzelvariationen wurden mit der Zeit weniger, Salate, Knödel und Wurst dagegen mehr. „Meine Spezialitäten sind aber Roastbeef und Gulaschsuppe, Old School, wie bei meinem Papa“ – Trixis Augen strahlen, wenn sie von ihm erzählt. Im Oktober sperrt die Schnitzelwirtin zu. „Im 49. Arbeitsjahr wird mir das wohl vergönnt sein.“ Was dann?

„Kochen ist meine Leidenschaft. Das werde ich für meine Familie auch weiterhin“, sagt Erler. Nur die Portionen müssten kleiner sein. „Sonst fragt Walter, ob die Holzknechte zum Essen kommen.“