Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Käsiade in Hopfgarten: Gaumen entscheidet über Medaille

Bis Samstag heißt es in Hopfgarten wieder „Alles Käse“. Bei der Käsiade werden die besten Käse prämiert. Für die Juroren war gestern schon probieren, probieren und nochmals probieren angesagt.

© Harald AngererNoch bis Samstag bewerten 39 Juroren bei der Käsiade in der Salvena in Hopfgarten über 450 verschiedene Käse.



Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. – Die Käsewelt blickt nach Hopfgarten. Zum 14. Mal lockt noch bis morgen Samstag die Käsiad­e die besten Produzenten in die Brixentaler Gemeinde. Der Naturkäsequalitätswettbewerb findet alle zwei Jahre in Hopfgarten statt.

Heuer sind es über 450 verschiedene Molkereiprodukte, die den Juroren zur Prüfung vorgelegt wurden. 39 Fachleute sind es, welche über die Auszeichnungen für das Produkt entscheiden. Vor allem Leute, die selbst produzieren oder aus der Milchwirtschaft kommen, aber auch Einkäufer der Lebensmittelketten. Kopf der Jury ist Klaus Dillinger von der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Rotholz. „Medaillen gibt es nur für ein außergewöhnliches Ergebnis bei der Bewertung. Das heißt aber nicht, dass jene Käse, die keine Medaille bekommen, schlecht sind. Aber das Niveau ist extrem hoch“, sagt Dillinger.

Bernhard Widauer aus Gasteig.
- Harald Angerer

Auch Sebastian Wimmer, Obmann des Vereins für Molkerei- und Käsereifachleute, betont die Qualität der eingereichten Produkte. „Ein Käse, der bei der ersten Käsiade noch eine Goldmedaille gemacht hat, hat heute keine Chance mehr“, unterstreicht Wimmer die gestiegene Qualität. Verändert hat sich in den 28 Jahren, seit es die Veranstaltung gibt, vor allem die Vielfalt, wie Dillinger betont. Die Produzenten würden immer kreativer.

Für die Prüfer war gestern ein sehr anspruchsvoller Tag, in Gruppen müssen sie etwa 30 Sorten pro Juror testen. „Zuerst sehen wir uns den Käse an“, schildert Bernhard Widauer, selbst als „Wilder Käser“ bekannt und Juror. Denn auch das Auge isst mit. „Das Wichtigste ist aber der Geschmack“, so Widauer. Deshalb entfallen auf die Geschmacksbewertung zehn der möglichen 20 Gesamt-Punkte. „Mein Käse ist auch hier, aber den habe ich noch nicht einmal gesehen. Wir prüfen absolut neutral, bei uns ist jede Kostprobe lediglich eine Nummer“, erklärt Widauer.

- Harald Angerer

Die Teilnehmer kommen insgesamt aus elf Nationen, wobei Österreich fast die Hälfte der Teilnehmer stellt. „Wir sind inzwischen absolut auf Augenhöhe mit den traditionellen Käse-Ländern wie Schweiz oder Frankreich“, betont Wimmer. Inwieweit das stimmt, wird sich am Samstagabend zeigen, dann werden die Medaillen vergeben. In unterschiedlichen Sorten-Kategorien, dazu kommen noch ein Innovationspreis, ein Medienpreis und vor allem der „Peak of Quality“, der aus allen Goldmedaillen-Gewinnern gekürt wird.

Wer sich selbst ein Bild von der Qualität machen möchte, hat heute Freitag die Möglichkeit. Ab 9 Uhr gibt es eine Verkostung und einen Verkauf, am Abend ab 20 Uhr steht dann das große Käsebuffet mit Weinverkostung in der Salvena auf dem Programm.

Erfreut über die Qualität zeigen sich Matthias Pöschl (Agrarmarketing Tirol), Vizebürgermeister Michael Wurzrainer, Sebastian Wimmer (Obmann Verein für Molkerei- und Käsereifachleute), Klaus Dillinger (Jury-Leiter) und TVB-GF Stefan Astner (r., v. r.).
- Harald Angerer