Letztes Update am Di, 20.11.2018 15:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Genuss

Bei dieser Reise um die Welt wird jeder satt

Jetzt drohen akutes Magenknurren und Fernweh! Der neue Reiseführer von „Lonely Planet“ führt zu den 500 besten Spezialitäten der Welt. Viele sind einfach köstlich, einige dagegen sehr speziell.

© Lonely Planet"Ein Fest für die Sinne" versprechen die Buchautoren mit der Lamm-Tajine aus Marokko (Platz 16). Der mit Fleisch und Gewürzen gefüllte Tontopf vom Restaurant des Hotels "La Maison Arabe" in Marrakesch soll die Wartezeit schnell vergessen machen.



Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Egal, ob der Fisch und die Meeresfrüchte an den Küsten frisch waren oder nicht, ob der Käse aus den Bergen mundete oder die Original-Pizza aus dem Süden knusprig serviert wurde – neben dem Wetter und der Landschaft ist dabei auch immer schnell die Rede vom Essen.

„Lebensmittel und Orte sind unauflöslich miteinander verbunden“, sind die Autoren vom neuen „Lonely Planet“-Reiseführer überzeugt. Sie haben eine kulinarische Reise um die Welt gestartet. Im neuen Buch schwärmen sie von den 500 weltweit besten Gerichten und Produkten und verraten, wo es sie gibt („Ultimative Foodie-Ziele – Die Top-500-Spezialitäten weltweit und wo man sie isst“, Lonely Planet Deutschland, 320 Seiten, 31,90 Euro). Bei den Lobliedern und schönen Bildern kommen Hungergefühl und Urlaubssehnsucht schnell auf.

„Pintxos“ sind die Nummer eins

Exotisch geht es dabei auch zu. Doch auf Platz eins der weltbesten Spezialitäten haben es überraschenderweise belegte Brötchen geschafft. So genannte „Pintxos“ aus der baskischen Stadt San Sebastián sind im Prinzip spanische Tapas, kleine Genusshappen. „Sie können recht simpel sein wie Kartoffel-Zwiebel-Omelettes oder aber auch kreativ-modern“, meinen die Buchautoren. Auf Platz zwei rangiert „üppiges und cremiges Curry Laksa“, das es so angeblich nur in der malaysischen Metropole Kuala Lumpur gibt. Platz drei belegt traditionelles Sushi aus Japans Hauptstadt Tokio. Fisch und Meeresfrüchte scheinen es den Testern – ausgewählte Reise-Autoren, Foodblogger und Köche – besonders angetan zu haben.

Wer Brot dazu sagt, ist selbst schuld. "Pintxos" sind baskische
Tapas und angeblich die beste Speise der Welt.
- iStock

Taranteln, Maden und Kängurus

Schnell wird auch klar: Die allermeisten vorgestellten Gerichte sind echte Klassiker des jeweiligen Landes, die mittlerweile weltweit bekannt sind. Die Ursprungsorte sind aber dennoch erlebenswert, finden die Autoren. „Dort kostet man nicht einfach nur das Gericht, sondern erlebt das Gewusel der Menschen, ihre Sprachen, Aromen und Geräusche. Das macht jedes Gericht zu einem unvergesslichen Erlebnis.“

Einige Speisen dürften dabei eher Würgereize statt ein wohliges Gefühl im Magen hervorrufen. In der Besten-Liste finden sich nämlich frittierte Taranteln aus Kambodscha, geröstete Heuschrecken aus Mexiko, Raupen aus Simbabwe oder Wallabyschwanzsuppe aus Melbourne, die wirklich mit Teilen vom kleinen Känguru zubereitet wird. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – und über das nächste Urlaubsziel auch. (Deborah Darnhofer)

Das darf beim Urlaub in Österreich am Teller nicht fehlen

Sachertorte auf Platz 102: Die Österreich-Gerichte im „Lonely Planet“ sind alte Bekannte. „Zwei saftige Schokoladenkuchenschichten, getrennt durch Aprikosenmarmelade und mit Schokoladenglasur“, so schlicht wird die Original-Torte vom Hotel Sacher beworben.

Wiener Schnitzel auf Platz 269: Ein „original österreichsiches Erlebnis“ versprechen die Tester mit dem Wiener Schnitzel. Doch nur aus Kalbfleisch ist es auch ein echtes. Die besten Exemplare sollen in Wien bei „Am Nordpol“ und „Skopic & Lohn“ über den Tellerrand ragen.

Mozartkugeln auf Platz 433: Paul Fürst hat 1890 in Salzburg die berühmten Mozartkugeln (damals hießen sie Mozartbonbon) erfunden. Pistazien-Marzipan, Nougat und dunkle Schokolade machen das laut Lonely Planet „perfekt komponierte“ Original aus.

Apfelstrudel auf Platz 493: Ursprünglich aus dem arabischen Raum hat sich der Apfelstrudel in den Jahrhunderten zum Wiener Klassiker gemausert. Heute soll es den „hübschesten Strudel der Stadt“ beim K. u. K. Hofzuckerbäcker Gerstner in der Kärntner Straße geben.

Das Buch: „Ultimative Foodie-Ziele“ von Lonely Planet stellt „Top 500 Spezialitäten weltweit und wo man sie isst“ vor. Köche, Foodblogger und Reiseautoren haben ein Ranking erstellt. 320 Seiten, Lonely Planet Deutschland, 31,90 Euro.