Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Genuss

Tirols Schnapsbrenner hatten viel zu tun

Rekordernte, sensationelle Brände und Liköre: Bei der Schnapsprämierung gab es viele glückliche Gesichter.

© schnaps1



Von Irene Rapp

Innsbruck – Zunächst einmal zu den Landessiegern, die bei der 24. Schnapsprämierung am Donnerstag auf das Podium geholt wurden: Florian Kranebitter (Inzing), Arno Pauli (Absam) und Markus Spitaler (Hippach) erreichten mit ihren Bränden Top-Wertungen, Beatrix Nöbl mit Franz Benedikt aus Grins mit ihren Likören. „Sensationelle Leistung, höchste Professionalität“ wurde Wendelin Juen (Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt/Landwirtschaftskammer) nicht müde zu betonen.

Wie überhaupt das heurige Jahr ein besonderes für die 4000 Brenner des Landes war. „Es gab eine Obst-Rekordernte. Ich glaube, so etwas hat es in dieser Form in Tirol noch nie gegeben“, meinte Juen.

Ulrich Jakob Zeni (Referent für Obstverarbeitung in der Landwirtschaftskammer) stellte eine Rückkehr zu alten Sorten fest. „Unter den prämierten Produkten finden sich u. a. Erzeugnisse aus Quitten, Jostabeeren oder Ringlotten“, sagte er.

Insgesamt wurden für die heurige Schnapsprämierung 582 Proben von 118 Betrieben eingereicht. Neben der Blindverkostung durch internationale Experten kam erstmals eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck zum Einsatz. Mit einem Nah-Infrarot-Messgerät wurden die Proben untersucht. „Damit kann u. a. der Alkohol- und Zuckergehalt kostengünstig und schnell gemessen werden“, erklärte Juen.

Dass die Schnapsproduktion eine wichtige Einkommensschiene für die Landwirtschaft darstellt, berichtete Josef Hechenberger (Präsident der Landwirtschaftskammer): „Die jährliche Wertschöpfung liegt bei rund 20 Millionen Euro.“ Was den Konsumenten interessieren könnte: Für 0,3 Liter Schnaps muss man mit 20 bis 25 Euro rechnen. Das teuerste hochprozentige Produkt ist übrigens der Enzian. Der Preis für 0,3 Liter: 70 bis 80 Euro.