Letztes Update am Mo, 31.12.2018 07:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lebensmittel

Ablaufdatum: Mindestens haltbar bis ewig

Honig, Salz, Essig und Kaffee haben eines gemeinsam: Sie kennen kein Ablaufdatum. Bei der richtigen Lagerung sind sie und einige weitere Lebensmittel beinahe unverderblich.

Salz ist ewig haltbar – jedoch nur dann, wenn es pur ist.

© iStockSalz ist ewig haltbar – jedoch nur dann, wenn es pur ist.



Von Evelin Stark

Innsbruck – Auch wenn das Ablaufdatum des Jahres heute ist: Der Vorratsschrank hat deshalb noch lange nicht seine Mindesthaltbarkeit erreicht. Reis, Mehl und Co. können einige Silvesterfeiern heil überstehen, denn sie laufen nicht ab.

Die Angabe zur Mindesthaltbarkeit verrät nicht, wie lange ein Lebensmittel verzehrt werden kann, es enthält schließlich nicht umsonst das Wort „mindestens“: „Das Datum gibt Auskunft darüber, wie lange ein Nahrungsmittel bei richtiger Lagerung seine Eigenschaften wie Konsistenz, Nährwert oder Geschmack mindestens behält“, sagt Sabrina Egg, Diätologin und Ernährungswissenschafterin. Ist das Datum überschritten, heißt dies aber nicht automatisch, dass das Lebensmittel nicht mehr genießbar ist.

Ganz anders verhält es sich, wenn auf der Verpackung ein so genanntes Verbrauchsdatum angegeben ist. Sehr leicht verderbliche Waren wie etwa Fisch und rohes Fleisch haben die Markierung „zu verbrauchen bis“. Ein Produkt, bei dem dieses Datum überschritten ist, gilt nicht mehr als sicher. Es sollte auf keinen Fall mehr gegessen, sondern sofort entsorgt werden.

Aber zurück zu den ewig Haltbaren. Hier gilt: Am besten dem eigenen Gefühl vertrauen, denn Lebensmittel, die ihre beste Zeit hinter sich haben, machen sich durch schlechten Geruch oder Schimmel bemerkbar. Grundsätzlich sei es so, dass trockene, zuckerhaltige und säurehaltige Lebensmittel am längsten halten.

Wichtig, so die Expertin, sei die richtige Lagerung: „Gut verschlossen, trocken, kühl und im Dunkeln ist für die meisten Lebensmittel ideal“, erklärt sie. So könne selbst Wasser ewig haltbar gemacht werden. Aber Obacht: ja keine Plastikbehälter verwenden! Die enthaltenen Weichmacher wandern nach einer gewissen Zeit in das Wasser und machen es ungenießbar.

Schnaps

Hochprozentiges ist genau genommen kein Lebensmittel, aber auch Schnaps zählt zu den ewig Haltbaren. Selbst geöffnete Flaschen brauchen Jahre, bis sie an Aroma einbüßen. „Alter“ Schnaps kann so immer uneingeschränkt als Basis für selbst gemachte Kräutertinkturen verwendet werden.

Getreide

Mehl, Maisstärke und deren Produkte wie Nudeln sind sehr lange haltbar, wenn sie richtig gelagert werden. Um die maximale Haltbarkeit zu gewährleisten, sollten sie gut verschlossen gehalten werden. Auch hier gilt: Dunkle Mehle wie Vollkornmehl halten weniger lang als die weißen.

Honig

Honig besteht hauptsächlich aus Zucker und ist somit ewig haltbar. Er braucht Dunkelheit, denn ansonsten arbeiten die Enzyme der Biene im Glas weiter und verändern den Geschmack. Tipp: Kristallisierter Honig wird wieder flüssig, wenn man ihn für einige Zeit in ein warmes Wasserbad stellt.

Essig

Essig ist der beste Beweis dafür, dass Säure konserviert. Bakterien haben bei ihm nämlich keine Chance. Anders sieht die Sache bei aromatisierten Essigsorten aus oder Produkten, die mit Fruchtzusätzen verfeinert wurden. Lagern sollte man Essig gut verschlossen an einem dunklen, kühlen Ort.

Salz

Salz ist ewig haltbar – jedoch nur dann, wenn es pur ist. Aromatisiertes oder mit Kräutern versetztes Salz ist durchaus verderblich. Salz sollte man übrigens trocken lagern. Bei Feuchtigkeitszufuhr klumpt es, büßt aber nichts an seiner Würzkraft oder seinem Geschmack ein.

Zucker

Zucker entzieht jedem Bakterium das Wasser. Somit haben die Mikroorganismen keine Lebensgrundlage. Weil sich Bakterien nicht davon ernähren können, lassen sie ihn auch in Ruhe. Einzig Feuchtigkeit und Wasser können Zucker etwas anhaben. Jedoch verdirbt er davon nicht, sondern verklumpt.