Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.01.2019


Genuss

Basen-Fastenkur: Bitte nicht mehr sauer sein

Kekserl, Alkohol, Fleisch und Wurst geben dem Körper Saures. Eine Basen-Fastenkur bringt den Darm wieder auf Spur. Für einen beschwingten Start ins neue Jahr.

Nur saure Zitronen machen lustig. Die Zitrusfrüchte sind dank ihres Mineralstoffgehalts nämlich hochbasisch.

© istockNur saure Zitronen machen lustig. Die Zitrusfrüchte sind dank ihres Mineralstoffgehalts nämlich hochbasisch.



Von Theresa Mair

Innsbruck – Sauer macht lustig? Wem nachts im Bett noch das Mittagessen durch Kopf und Bauch geht, ist sicher anderer Meinung. Oder jemand, dem die üppige Weihnachtszeit noch träge im Magen liegt. Von einem unbeschwerten und beschwingten Start ins Jahr kann keine Rede sein? Dann ist die Zeit reif, dem Verdauungstrakt etwas Aufmerksamkeit zu schenken, beziehungsweise den Körper mit einer Basen-Fastenkur zu entsäuern.

„Im Normalfall ist unser Organismus bei gesunder Lebensweise, ausreichend Ballaststoffzufuhr und optimaler Flüssigkeitsbilanz selbst in der Lage, über die Organe alle Substanzen, die dem Körper schaden würden, auszuscheiden“, sagt die Innsbrucker Diätologin Karin Ratschiller.

Bei Verdauungsstörungen, Übergewicht und damit verbundenen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren sowie Diabetes sollte man aber jedenfalls daran denken, dass sich der Darmtrakt nach mehr Zuwendung sehnt. Aber auch bei Gicht, rheumatischen Erkrankungen, Kreuz- und Bandscheibenproblemen, Asthma, Migräne sowie Mund- oder Körpergeruch, belegter Zunge und unreiner Haut spielt der Verdauungstrakt mit.

Eine Basen-Fastenkur – das klingt zwar grauenvoll – ist mit etwas Kreativität in der Küche aber leicht umzusetzen und trägt zur Linderung der Beschwerden bei. „Die Erfolge reichen von Leistungssteigerung und verbesserter Schlafqualität über Gewichtsreduktion, weniger Sodbrennen und Blähungen bis hin zu deutlicher Symptomlinderung bei Arthrose und massiver Verringerung von Migräneschüben“, bilanziert Ratschiller.

Freilich, mit einem Basen-Fasttag ist es nicht getan. Die Diätologin bietet in ihrer Praxis vierwöchige Kuren an, mindestens drei Wochen sollte man das Basen-Programm ihr zufolge durchhalten – und auch danach behutsam wieder mit der Alltagskost einsteigen.

Doch erst mal muss man sich zu der Diät überhaupt durchringen. Die Aussicht, dass man dafür nicht unbedingt Bittersalz-Lösungen hinunterwürgen muss, um den Darm zur Vorbereitung durchzuputzen, macht den Anfang vielleicht einfacher. „Zur Auswahl stehen Entschlackungstees aus Brennnesseln, Zinnkraut, Löwenzahn, Melissenblätter, Wermut, Berberitzen, Käsepappel, Fenchel, ... Sie sind in Reinform in der Apotheke erhältlich.“ Unterstützend könnten Basensuppen aus Wurzel- und Knollengemüse (Karotte, Pastinake, Fenchel, usw.) zur Entsäuerung gegessen werden.

Grundsätzlich gelte: „Alles von der Pflanze in möglichst natürlicher und vollwertiger Form ist weitgehend basisch.“ Sogar die sauer schmeckende Zitrone. Eine hohe Konzentration an Mineralstoffen in Lebensmitteln lenkt laut Ratschiller den pH-Wert des Blutes in eine leicht basische Richtung. Die Niere dankt’s. Denn als Säure-Basen-Ausgleicher werde sie dadurch entlastet.

Die Hitliste der Basen-Lebensmittel führen Kartoffeln an, gefolgt von Karotten, Fenchel, grünem Blattgemüse, heimischen Kräutern sowie Naturreis, Dinkel und Quinoa. Zucker, Kaffee, Alkohol, Softdrinks, Fleisch und Wurst sowie stark gereifter Käse geben dem Körper dagegen Saures und sind deswegen vom Basen-Menüplan gestrichen. Butter, Rahm, Frischkäse, Eier und Nüsse sind neutral.

Der Tag könnte mit einem Frühstücksbrei (siehe Box) oder Dinkelbrot mit Gervais beginnen. Mittags kommt Schmackhaftes wie Hühnerfleisch mit Mangold und Fenchel aus dem Wok oder Kartoffelgnocchi mit Spinat und Schafskäse auf den Tisch. Abends gibt es dafür nur Kräutertee oder eine Basen-Gemüsesuppe mit etwas Dinkelbrot.

Der Tipp von Ratschiller zum Weitermachen nach drei Wochen Basen-Kost: zum Frühstück oder zu Mittag maximal zwei Handvoll Rohkost aus Obst und Gemüse essen. Alles, was schwer im Magen liegt, abends meiden und sich Zeit nehmen fürs Essen – jeden Bissen 15-mal kauen.




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