Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.04.2019


Bezirk Landeck

Mit Brombeere am Olymp der Edelbrenner

Bernhard Leitner aus Grins überzeuge die Jury des World-Spirits Award 2019 in Bad Kleinkirchheim (Kärnten) auf ganzer Linie.

Edelbrenner Bernhard Leitner aus Grins hat sich kürzlich einmal mehr in die Siegerlisten des World-Spirits Award eingetragen.

© WenzelEdelbrenner Bernhard Leitner aus Grins hat sich kürzlich einmal mehr in die Siegerlisten des World-Spirits Award eingetragen.



Grins – „Sehr typischer Aromen-Bogen, reife Waldbeeren, erdige Noten, gekonntes Spiegelbild des Duftes.“ So beschreibt die Jury des World-Spirits Award 2019 in Bad Kleinkirchheim (Kärnten) den Brombeerbrand von Bernhard Leitner aus Grins. Der von Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein getriebene Edelbrenner durfte sich über 95,7 von 100 möglichen Punkten und damit über die höchste einschlägige Bewertung freuen. Anders gesagt: Die Jury hat die Grinner Brombeere 2015 mit Double-Gold honoriert.

Zusätzlich eroberte Leitner je eine Goldmedaille für Hauszwetschke, Weichsel, Rote Williamsbirne und Himbeere, für seine Marille gab es eine Auszeichnung in Silber.

Die Brombeere aus seinem Garten ließ Bernhard Leitner zum geistigen Star-Produkt reifen (Symbolfoto).
Die Brombeere aus seinem Garten ließ Bernhard Leitner zum geistigen Star-Produkt reifen (Symbolfoto).
- Beate Hauser

Mehr als drei Jahre musste die Brombeere reifen, bevor sie sich beim international hochkarätigen Wettbewerb der Destillerien in vollendeter Form präsentieren konnte. Der World-Spirits Award gilt als Weltmeisterschaft der Brennereizunft. Leitner war heuer der einzige „WM-Teilnehmer“ aus der Genussregion Stanzer Zwetschke. Neben den Medaillen durfte er auch die Auszeichnung World-Class Distillery 2019 mit nach Hause nehmen.

Das „Rohmaterial“ der Erfolgsprodukte kommt aus dem Garten des Kleinbrenners, der dort rund 200 Obstbäume sowie Brombeerranken betreut. „Es ist ein zeitintensives Hobby wie die Jägerei, nur kostet es weniger“, bemerkt er spitzfindig. „Man hat viel Arbeit, zum Beispiel mit Düngen und Ernten.“ Der als Kleinbetrieb eingestuften Brennerei ist nur der „Ab-Hof-Verkauf“ erlaubt. Zu den Kunden zählen inzwischen mehrere heimische Gastronomiebetriebe. Wenn alles getan ist, verspüre er jedoch viel Freude, sagte Leitner.

Mit den jüngsten Erfolgen knüpft der Grinner Edelbrenner an 2017 an: In jenem Jahr hatte er den World-Spirits Award für seine Vogelbeere sowie für den Roten Williams gewonnen. (hwe)