Letztes Update am Di, 30.04.2019 09:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umweltschutz

Tag der Lebensmittelverschwendung: WWF warnt vor achtlosem Umgang

Allein in Österreich fallen mehr als 577.000 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen an. Somit könnte nur mit den verschwendeten Lebensmitteln die gesamte Bevölkerung Kärntens für ein Jahr ernährt werden.

Jeder Österreicher wirft durchschnittlich 200 Kilogramm Nahrungsmittel weg.

© APA (dpa)Jeder Österreicher wirft durchschnittlich 200 Kilogramm Nahrungsmittel weg.



Wien – Von Jahresbeginn bis zum 2. Mai landen – statistisch über das Jahr gerechnet – alle produzierten Lebensmittel im Müll. Daher ruft die Umweltschutzorganisation WWF Österreich alljährlich den Tag der Lebensmittelverwendung aus, „um das kritische Ausmaß und die Folgen des achtlosen Umgangs mit unserer Nahrung aufzuzeigen“, wie es in einer Aussendung hieß.

Allein in Österreich fallen laut einer Studie mehr als 577.000 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette an. Somit könnte nur mit den verschwendeten Lebensmitteln die gesamte Bevölkerung Kärntens für ein Jahr ernährt werden. „Auf dem Weg vom Feld zum Teller geht ein Drittel der Lebensmittel unnötig verloren – das ist eine sinnlose Verschwendung von Ressourcen mit fatalen Folgen für Umwelt, Natur und Klima“, warnte Olivia Herzog, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich.

Umso wichtiger sei „eine umfassende Trendwende, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette greift und die Lage verbessert“. Angefangen von Landwirtschaft und Produktion über Groß- und Einzelhandel bis hin zur Außer-Haus-Verpflegung (Restaurants und Catering) und Haushalte seien alle Akteure zum Handeln aufgefordert.

Um sinnlose Lebensmittelverschwendung zu stoppen, braucht es auch politische Rahmenbedingungen: Die Bundesregierung müsse dem WWF zufolge einen verbindlichen Aktionsplan vorlegen, damit vermeidbare Lebensmittelabfälle bis 2030 zumindest um die Hälfte reduziert werden können. „Freiwilligkeit allein reicht nicht. Umweltministerin Elisabeth Köstinger sollte ein verbindliches Maßnahmenpaket erarbeiten, um die skandalöse Verschwendung von Ressourcen zu stoppen. Essen darf nicht für den Mist sein“, sagte Herzog. Zudem brauche es eine zentrale Stelle im Umweltressort, anstatt der jetzigen Zersplitterung von Kompetenzen. (APA)