Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.08.2019


Exklusiv

Hochsaison für Wassermelone: Ein Knacks — und der Saft erfrischt

Wassermelonen haben jetzt Hochsaison. Exemplare aus Tirol werden gerade geerntet. Die „grünen Riesen“ sind kalorienarme Durstlöscher, können aber auch im Salat oder am Grill überzeugen.

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Von Deborah Darnhofer

Innsbruck — In den Momenten, in denen Sonne und Temperaturen unerbittlich sind, scheint im Sommer nichts mehr zu erfrischen als ein Stück Wassermelone. Das rote Fruchtfleisch knackt beim Zubeißen. Süßlicher Duft strömt einem in die Nase. Im Mund verwandelt sich der Bissen dann fast in einen kleinen Springbrunnen. Sofort bahnt sich der Saft seinen Weg zur Kehle oder über Mundwinkel. Gleichzeitig prickeln Fruchtfleisch und Zucker am Gaumen. Zweifelsohne ist das für viele ein besonderer Sommergenuss.

Die Hitze machte dem saftigen Gemüse, das wie Gurke und Zucchini zu den Kürbisgewächsen gehört, heuer nichts aus — im Gegenteil. Während andere Feldfrüchte gelitten haben, konnten sich Melonen gut entwickeln, auch auf den Feldern in Tirol. „Juni und Juli waren sehr gut. Die Melonen sind heuer schnell reif geworden", berichtet Alfred Unmann von der Landwirtschaftskammer Tirol. Stammte die Wassermelone ursprünglich aus Südafrika, wird sie im Warmen mittlerweile weltweit angebaut.

„Erste Versuche gab es in Tirol vor zehn Jahren", erzählt Unmann. Dabei ist es nicht geblieben. Derzeit würden fünf bis sechs Landwirte die Sommerbotschafter auf ein bis zwei Hektar anbauen. Pro Quadratmeter können bei guter Pflege zwei bis drei Früchte gedeihen, „also circa 40 bis 50 Tonnen pro Hektar".

Die Tiroler Exemplare seien fast ausschließlich „kernlose Mini-Wassermelonen" mit einem Gewicht von bis zu zwei Kilogramm. Mit der Ernte wurde hierzulande schon begonnen, weiß der Gemüseexperte. Ist der Anbau in Tirol für Unkundige noch immer ungewöhnlich, bietet er einen klaren Vorteil. „Wenn Melonen reif geerntet werden, entwickeln sie ein besonders gutes Aroma", erklärt Unmann. Früchte, die aus Spanien, Italien oder der Türkei stammen, werden oft unreif abtransportiert. Darunter leidet ihr Geschmack.

Dabei bestehen Wassermelonen, wie ihr Name unschwer erkennen lässt, hauptsächlich aus Wasser (rund 93 Prozent). Darin finden sich aber auch viele Vitamine, z. B. C, B6 und B1, viel Eisen, Magnesium und Kalium. Laut Ernährungsexperten kann dadurch der Flüssigkeitshaushalt des Körpers unterstützt, die Haut widerstandsfähiger gegen UV-Strahlung gemacht und das Immunsystem gestärkt werden. Die hohe Menge an Carotinoiden, wozu der rote Farbstoff Lycopin zählt, soll zudem vor freien Radikalen, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen schützen.

Bleibt nur noch zu klären, wann man am besten zulangt: Eine reife Wassermelone klingt tief und dumpf, klopft man mit dem Fingerknöchel dagegen. Eine hellgelbe Stelle auf der Lagerungsseite signalisiert ebenfalls, dass die Frucht zum Essen bereit ist. Schließlich sollte man auf das Gewicht achten. Ausgereifte Exemplare sind deutlich schwerer als unreife gleicher Größe.

Rezepte zum Nachmachen

Herzhaft im Salat

Zutaten (für ca. 4 Portionen): 400—500 g Wassermelone, 200 g Schafskäse, 200—300 g Pflücksalat, 50 g Pistazien, 10 Stiele Basilikum (wahlweise: Pfefferminze), 4—5 EL Olivenöl, 2 EL heller Balsamico-Essig, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Melone und Schafskäse würfeln. Salat waschen und in Stücke zupfen. Basilikum in Streifen schneiden. Öl, Essig, Salz und Pfeffer zu einem Dressing mischen und dazugeben. Pistazien zerkleinern und darüberstreuen.

Tipp: Die Salatschlüssel kann man sich sparen. Aus einer Melonenhälfte z. B. Kugeln ausstechen. Zwei Drittel davon mit Salat, Käse und Nüssen mischen und zurück in die Schale füllen.

Erfrischend im Glas

Zutaten (für ca. 4 Gläser): 300 g Wassermelone, 1/2 Gurke, daumengroßes Ingwerstück, Saft einer Zitrone, 2 TL brauner Rohrzucker, 200 ml Wasser, Eiswürfel.

Zubereitung: Melone und Gurke schälen und würfeln. Im Mixer mit ca. 200 ml Wasser pürieren. Ingwer hacken und mit Zitronensaft zum Melonen-Gurken-Mix geben. Zucker unterrühren. Getränk ca. 20—30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen. Abseihen und mit Eiswürfeln in Gläser gießen.

Tipp: Wer ein alkoholisches Getränk zubereiten will, wählt am besten Gin. Dieser harmoniert gut mit dem Melonengetränk. Wer es prickelnder haben will, gießt mit fruchtigem Prosecco auf.

Spannend am Grill

Zutaten (für ca. 4 Portionen): 400 g Wassermelone, halbe Ananas. Für eine Zitronencreme: 300 g Frischkäse, 150 ml Sahne, Abrieb einer Zitrone, 1—2 EL Zucker, 8—10 Minzblätter.

Zubereitung: Frischkäse mit Zucker verrühren. Sahne steif schlagen, mit Zitronenabrieb und Minzblätter unter den Frischkäse rühren und kaltstellen. Melone und Ananas schälen, in große Würfel schneiden und abwechselnd auf Holzspieße geben. Bei hoher Temperatur jeweils ca. 1—2 Minuten auf jeder Seite grillen.

Tipp: Melonenspieße passen auch zu hellem Fisch gut. Statt Ananas z. B. Marillenhälften verwenden.