Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


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Kartoffeln statt Knödel? Debatte um kostspielige Extrawünsche im Lokal

Manche Tiroler Wirte verlangen Zuschläge, wenn Gäste die Beilage ändern wollen. Konsumentenschützer fordert Transparenz auf den Speisekarten.

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Florian Zechel • 10.09.2019 20:12
Die Zukunft ist ohnehin in der Gegenwart angekommen: beim Mc Donalds kann ich selbst am Bildschirm mir meine Speisen und Getränke zusammenstellen, mit diversen Soucen, alles transparent, zum Schluss eine Kostenaufstellung, und kein lästiger Kellner. Ist es das wirklich was wir wollen?
Gebhard Rist • 10.09.2019 15:35
Sehr geehrter Herr Dax, Ich finde es ausgespochen Unverschähmt von Ihnen, wenn sie es als Minderleistung bewerten, wenn ihnen der Koch anstelle eines Ham and eggs ein Rührei kocht. Die Minderleistung ist vielleicht das Sauerkraut, das sie nicht wollten. Dafür Geld zu verlangen ist mit Sicherheit nicht in Ordnung. Wenn aber in meinen Geschäftsbedingunen steht, dass ich für Sonderwünsche 70 cent verlange, würde ich ja eigentlich einen Vertragsbruch leisten. Da ihre Bestellung ja einen Sonderwunsch beinhaltet. Ich glaube aber, dass diese Diskussion nicht viel bringt, da meine Argumente wahrscheinlich nur jemand verstehen kann, der selbst einmal dem Stress der Küche ausgesetzt war.
Robert Dax • 10.09.2019 14:31
Sehr geehrter Herr Rist! Als Ideengeber für diesen Artikel- Auslöser war ein als Leserbrief an die TT gerichteter Situationsbericht - kann ich Ihre Ausführungen nicht unkommentiert lassen. Frau Mag. Werlberger hat einen ausgewogenen und in jede Richtung objektiven redaktionellen Beitrag veröffentlicht. Ihre "Verteidigung" der Wirtsseite geht jedoch in keinster Weise auf die beiden konkreten Vorfälle ein, in denen eine Minderleistung mit einem Zuschlag "honoriert" wurde. Im Artikel wurde ich richtig zitiert, dass "es mir nicht um den einen oder anderen Euro mehr geht" (der Zusatz: "diesen Euro habe ich halt beim Trinkgeld abgezogen" ist leider unterblieben). Die von Ihnen angesprochenen Fälle haben mit den von mir Aufgezeigten rein gar nichts zu tun. Mir auf Grund meines Berufes die Qualifikation abzusprechen, zu diesem Thema zu berichten, zeugt von schlechter Diskussionskultur. In meiner Kanzlei existiert eine für jeden gültige Kostenkalkulation und -Aufstellung auf Grund der "allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhänder", die jedem Klienten vor Auftragsannahme zur Kenntnis gebracht werden.
Gebhard Rist • 10.09.2019 15:09
Vielleicht verpflichten wir künftig auch jeden Wirt, dass er die allgemeinen Geschäftsbedingungen aushängt und sich von jedem Gast bei betreten des Lokales unterschreiben lässt. Wäre eine gute Idee. So ein Wirt hat ja ohnehin so wenig Auflagen um die er sich kümmern muss. Und es tut mir leid, dass ich ihren Berufszweig angegriffen habe, aber ich glaube kaum, dass sie es kostenlos hinnehmen, wenn ich Mehrleistungen von ihnen verlange.
Martha Satzinger • 10.09.2019 14:10
Ich schätze jedes Gasthaus mit guter Qualität die es zweifelsohne genügend gibt. Jedoch denke ich, dass es kein Problem darstellen sollte, wenn ein Gast zu seinem Schnitzel statt Pommes lieber Reis haben möchte.
Gebhard Rist • 10.09.2019 15:15
Kein Problem. Der Standartsatz eines jeden Gastes. Liebe Frau Satzinger. Meist ist es auch kein Problem. Aber sehr oft ist es ein grosser Mehraufwand. Wenn Sie für Ihre Familie ein Gericht kochen wird das wahrscheinlich auch weniger Arbeit sein, als drei verschiedene. Und Warum soll ein Wirt für seine Dienstleistung nicht genauso eine Entschädigung erhalten, wie z. B. ein installateur, oder Mechaniker..
Gebhard Rist • 10.09.2019 10:43
Vielleicht auch mal die andere Seite sehen! Es gibt im Gasthaus nicht nur den Wirt Da gibt es auch einen Koch, der bemüht ist, alle Gerichte frisch, schnell und für alle am Tisch gleichzeitig zuzubereiten. Das ist ein wahnsinnig großer Aufwand, besonders logistisch.Wenn dann bei fünf Gerichten, die ein Koch im Kopf haben muss, 10 Sonderwünsche dabei sind, dann schafft dies kein Hirn sich diese in so kurzer zeit zu merken,. Also funktionier nichts mehr. Natürlich kann ein Gast sich sowas nicht vorstellen, weil er sich darüber keine Gedanken macht. "wird ja wohl kein Problem sein, ist ja nur... aber viele "nur" ist dann doch ein Problem." Außerdem haben solche Änderungen oftmals nicht den gleichen Wert.Ein gemsichter Salat ist teurer als Reis, Shrimps sind teurer als Oliven. Speck kostet mehr als Ketchup, Rindfleisch ist teurer als Pute,.... Ich kann als Gast doch nicht ernsthaft erwarten, dass das nicht mit extra Kosten verbunden ist. Auch ist es oft so, daß ein Essen komplett anders schmeckt, wenn es mit Sonderwünschen so sehr verändert wird. Im Normalfall denkt sich ein Koch etwas bei der Zusammenstelllung eines Gerichtes. Und dann sind es meistens diejenigen, die dann sinnlose Bewertungen im Internet abgeben, weil ihr Essen nicht gut war. Die vielen Änderungen, die sie vorgenommen haben, schreiben sie aber nicht dazu. Es scheint mitlerweile fast, daß sich manche ein Hobby daraus machen, zu sehen, wie weit sie gehen können.Dabei sollte sich ein Gast doch wohl fühlen, wenn er schon essen geht. Und wenn mir gar nichts gefällt, was auf der Karte steht, dann bin ich vielleicht im falschen Lokal, oder sollte mir gleich selber was kochen. Dem Personal im Wirtshaus wird es bei manchen Gästen oftmals auch sehr schwer gemacht, nett und freundlich zu bleiben, und da ist teilweise der leichteste Weg einem Gast seine Gefühle zu zeigen, wenn seine Sonderwünsche berechnet werden. Denkt ab un zu auch daran, dass wir "GAST" sind, und auch der Gastgeber sollte sich bei unserem Aufenthalt wohl fühlen. Und wenn ich als Gast eine Sonderleistung erwarte, dann muss ich auch bereit sein, dafür zu bezahlen. Und es liegt auch meist an der Art, wie ich meine Sonderleistung verlange. Und wenn ich von einem Herrn Dax so einen Spruch lese, dann muß ich dazu sagen: Liebe Einheimischen, wundert Euch nicht, wenn langsam immer mehr Wirte die Türen für immer Schliessen, weil sie sich langsam vielleicht fragen : WOZU??. Und dann kommt so eine Kritik ausgerechnet von einem Steuerberater, der jedes Wort, das er sagt in Rechnung stellt, und im Wirtshaus soll alles gratis sein. Da stellt es mir wirklich die Haare auf!!!!
Peter Weigand • 10.09.2019 13:05
... gute argumente! dem ist nichts hinzuzufügen! wann werden die wirtshäuser endlich mehr wertgeschätzt!
Wilfried Feistmantl • 10.09.2019 17:35
Alles Gut und Recht was sie da so anführen. Aber sie erwähnen in keiner Weise dass, wenn ich eine Beilage weniger will auch noch einen Aufpreis dafür bezahlen muss. In der Regel wird in den Wirtshäusern und Hotels dafür eh nix abgezogen. Aber dass man dafür noch eine Beilagen Änderung bezahlen muss??? Da fühlt sich dann halt der Gast "abgezogen"! War selbst 35 Jahre in der Küche tätig und kenne die Praxis der "Beilagenänderung".

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