Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.10.2019


Genuss

Käsemolke macht Matreier Schweine fett

Tauernsennerei Matrei, Hotel Rauter und Metzgerei Ortner bieten unter der Marke „Almschweinereien“ Fleisch, das zur Gänze aus der Region stammt.

Sennerei-Obmann Dietmar Kurzthaler, Metzger Andreas Ortner und Hotelier Michael Obwexer (l.) präsentieren „Almschweinereien“.

© OblasserSennerei-Obmann Dietmar Kurzthaler, Metzger Andreas Ortner und Hotelier Michael Obwexer (l.) präsentieren „Almschweinereien“.



Von Catharina Oblasser

Matrei – Feines vom Schwein ist in Osttirol weniger verbreitet als Rind-, Kalb- oder Lammfleisch. Die Schweinemast lohnt sich für die hiesigen Bauern nicht, zu übermächtig ist die Konkurrenz aus dem Ausland. Nun stellen die Almsennerei Tauer, das Matreier Hotel Rauter und die Metzgerei Ortner ein Projekt auf die Beine, das Schweinefleisch aus Osttirol als Delikatesse vermarkten will. Es trägt den Namen „Almschweinereien“, weil die Tiere auf der Alm im Matreier Innergschlöss groß und dick werden, bevor es ihnen schließlich an den Kragen geht.

„Wir haben diesen Sommer 15 Hausschweine gehalten, die hauptsächlich mit Molke gefüttert wurden – so wie das früher auch gemacht wurde“, beschreibt Dietmar Kurzthaler, Obmann der Almsennerei Tauer. Die Molke bleibt bei der Produktion des Käses übrig, den die Sennerei über den Sommer produziert. Von Mitte Mai bis Mitte September bleiben die Tiere in ihrem Freigehege, das eine eigene Quelle, einen Unterstand und mehr als genug Platz zum Wühlen und Graben aufweist. Mit etwa 120 Kilogramm sind sie schlachtreif.

Dann übernimmt die Metzgerei von Andreas Ortner. „Ein Großteil des Schweinefleisches wird zu Speck verarbeitet“, erläutert Ortner. Aus einem Tier mit 120 Kilo lassen sich etwa 40 Kilo Speck gewinnen. „Es ist ein bisschen wie ein Experiment für uns“, meint Ortner. „Der Speck muss noch reifen, erst dann können wir ihn probieren.“ Ende 2019 oder Anfang 2020 werden die ersten Kostproben verfügbar sein. Was es jetzt schon gibt, sind Hauswürstel und Rohwurst, verkauft wird die Ware auf dem Lienzer Stadtmarkt und im Matreier Talmarkt.

Für das Hotel Rauter mit Hotelier Michael Obwexer ist das neue Angebot von der Alm ein Glücksfall. Er verarbeitet die Gustostücke wie Filet, Backerl oder Stelze. „Die letzten 15 Jahre haben wir nie Schwein auf der Speisekarte gehabt, weil es keine regionalen Lieferanten gab“, erklärt Obwexer. „Doch darauf lege ich Wert.“ Bei den Almschweinen aus Matrei wisse er, woher das Fleisch komme, sagt der Hotelier. Das Almschweinereien-Menü gibt es, solange der Vorrat reicht.