Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.11.2019


Gartenbau

Tiroler Obstbaumpflanzaktion: Mehr alte Sorten für neue Entwicklungen

Bei der Obstbaumpflanzaktion wurden hochstämmige Apfelbäume gesetzt. Auch, weil sie hitzeresistenter sind.

Helga Brunschmid, Ingrid Felipe, Clemens Enthofer und Gregor Semmelhofer pflanzten einen Kronprinz-Rudolf-Apfelbaum.

© BachmannHelga Brunschmid, Ingrid Felipe, Clemens Enthofer und Gregor Semmelhofer pflanzten einen Kronprinz-Rudolf-Apfelbaum.



Innsbruck – Wer „Falchs Gulderling“, „Goldrenette von Blenheim“ oder „Kronprinz Rudolf“ hört, denkt erst mal nicht an Äpfel. Doch es sind Namen alter heimischer Sorten, die vom Verband der Tiroler Obst- und Gartenbauvereine bei der diesjährigen Obstbaumpflanzaktion vermehrt in die Privat- und Klostergärten gepflanzt wurden.

Warum bei den 1784 gesetzten Bäumen auf diese Sorten zurückgegriffen wurde? Natürlich, um diese zu erhalten und für Vielfalt zu sorgen. Aber auch, „weil es Hochstammsorten sind, die nicht so empfindlich für Klimaveränderungen sind“, erklärte Clemens Enthofer, Landesobmann des Verbandes, gestern bei einer Pressekonferenz im Innsbrucker Klostergarten zur Ewigen Anbetung. Durch die Erwärmung könnten sich Erreger besser vermehren. Hoch- und Halbstämme seien resistenter, weil sie durch die tieferen Wurzeln besser an Wasservorräte herankommen würden.

30.000 Obstbäume aller Art hat der Verein seit 2006 gepflanzt. 116 Verbands-Niederlassungen gibt es in Tirol, 58 davon haben sich bei der diesjährigen Aktion beteiligt. „Aber wir müssen auch neue Sorten zulassen“, betonte Gregor Semmelhofer. Als Landesobmann des Tiroler Baumwärter-Verbandes hilft er mit, die Bäume zu hegen und zu pflegen, damit sie gesund bleiben und lange Früchte tragen können.

Wertvolles Obst, wie Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Helga Brunschmid betonte. Sie hob die Regionalität und die Inhaltsstoffe (wichtige Mineralstoffe und schnell verfügbare Kohlenhydrate) hervor. Etwas, das in Vergessenheit zu geraten scheint. Laut AMA-Konsumentenumfrage geht der Konsum von frischem Obst in Österreich zurück, der Apfel führt die traurige Wertung an. Mit einer Schulaktion erklärte Brunschmid, der Entwicklung in Tirol entgegenwirken zu wollen. Das Bäumepflanzen kann diesbezüglich auch Bewusstsein fördern. (su)

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