Letztes Update am Mi, 09.12.2015 07:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fragen und Antworten

Mit ELGA beginnt heute ein neues Gesundheitszeitalter

In der Steiermark und in Wien haben Patienten und Ärzte eine Vorreiterrolle zu erfüllen. Fragen und Antworten über ELGA.

In Tirol wird ELGA erst ab Mitte 2017 verpflichtend eingeführt.

© www.muehlanger.atIn Tirol wird ELGA erst ab Mitte 2017 verpflichtend eingeführt.



Von Michael Sprenger

Wien – Nach jahrelanger Vorbereitung geht es heute los. Zumindest für die Patienten und Ärzte in der Steiermark und Wien gilt ab heute das gesundheitspolitische Zeitalter von ELGA, der Elektronischen Gesundheitsakte. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) spricht von einer Vorreiterrolle, doch es gibt auch Skepsis – vor allem im Bereich der Datensicherheit. Hier also wichtige Fragen und Antworten zu ELGA.

1. Was ist eigentlich ELGA genau und warum braucht es die Elektronische Gesundheitsakte? Bei ELGA handelt es sich um ein Informationssystem, das den Patienten sowie ihren behandelnden Ärzten (sowohl den niedergelassenen als auch den Spitalsärzten) und Apotheken einen raschen Zugang zu Gesundheitsdaten ermöglicht. Die Ärzte werden so mit konkreten, patientenbezogenen Informationen in Diagnostik und Therapie unterstützt. Die Daten bzw. Befunde werden miteinander vernetzt. Der Schlüssel zu den Daten ist die E-Card. Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich für diese Vorgangsweise entschieden. Skepsis äußerte die Ärztekammer.

2. Wer kann auf meine Daten zugreifen? ELGA-Daten eines Patienten sind ausschließlich jenem Arzt zugänglich, bei dem er oder sie aktuell in Behandlung oder Betreuung ist. Zudem wird alles genau dokumentiert. Behörden, Versicherungen oder Betriebsärzte haben keinen Zugriff. Bei Missbrauch drohen Strafen.

3. Und wenn ich ELGA einfach nicht haben will? Dann kann man sich auch abmelden. Im Gesetz ist eine Widerspruchsregel vorgesehen. Ich kann dies am ELGA-Portal, aber auch schriftlich bei der ELGA-Widerspruchsstelle veranlassen. Bisher haben über 220.000 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und sich von ELGA abgemeldet.

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4. Um welche Daten und Befunde geht es überhaupt? Am Anfang werden ärztliche Entlassungsbriefe, Labor- und Radiologiebefunde aus den Spitälern (später auch aus dem niedergelassenen Bereich) abrufbar sein. Es werden nur neue Befunde aufgenommen.

5. Und ist ELGA jetzt wirklich sicher? Die Ministerin sagt ja, die Betreiber sagen auch ja. Beim Abruf sei der höchstmögliche Sicherheitsstandard angewendet worden. Jeder Zugriff wird mitprotokolliert. Auf der E-Card selbst werden keine Gesundheitsdaten gespeichert.

6. Wie ist der weitere Fahrplan? Tirol und die anderen Bundesländer folgen mit ELGA ab Mitte 2016 freiwillig und ab Mitte 2017 verpflichtend.