Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.12.2017


Gesundheit

Hoffnung bei bösartigem Hautkrebs

Während der „weiße Hautkrebs“ gut behandelbar ist, zählt der „schwarze Hautkrebs“ nach wie vor zu den aggressivsten Krebsformen. Neue Therapien versprechen allerdings Heilung in etwa 60 Prozent der Fälle.

© AFPSchauspieler Hugh Jackman machte seine Hautkrebs-Erkrankung öffentlich und nutzt seine Prominenz, um die Bevölkerung wachzurütteln.Foto: AFP



Von Nicole Strozzi

Innsbruck – Als Comicheld „Wolverine“ kämpft Hugh Jackman auf der Leinwand gegen Bösewichte, privat ist der australische Schauspieler zu einem Kämpfer gegen Hautkrebs geworden. Zum sechsten Mal in drei Jahren wurde der 48-Jährige heuer wegen Hautkrebs behandelt. „Ein neues Basalzellkarzinom“, schrieb er im Februar auf Twitter und postete dazu ein Foto, das ihn mit einem Pflaster auf der Nase zeigt.

Das Basalzellkarzinom oder Basaliom, wie es Jackman auf der Nase entfernt wurde, „ist eine der häufigsten Krebsarten beim Menschen überhaupt“, erklärt Matthias Schmuth, Leiter der Universitätsklinik für Dermatologie in Innsbruck. Genau wie das Plattenepithelkarzinom wird das Basaliom als „weißer Hautkrebs“ bezeichnet. Beide Formen bilden selten Metastasen und sind laut Schmuth gut behandelbar.

Auch der „schwarze Hautkrebs“, das maligne Melanom, ist (mittels Operation) heilbar – vorausgesetzt, es wird früh genug erkannt. Im fortgeschrittenen Stadium zählt das Melanom zu einer der bösartigsten Krebsarten überhaupt. Bei zehn Prozent aller Patienten streut der Tumor im Verlauf der Erkrankung. „Früherkennung ist deshalb enorm wichtig“, betont Schmuth. Als „Eselsbrücke“ zur Selbstkontrolle dient die so genannte ABC-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Colorierung). Ist ein Muttermal unregelmäßig, hat mehrere Farben und ändern sich Farbe und Größe, sollte man einen Arzt aufsuchen, der das Mal mit einer speziellen Lupe genauer bestimmt.

Noch vor ein paar Jahren endete die Diagnose „fortgeschrittener schwarzer Hautkrebs“ für die meisten Patienten tödlich. Nun keimt aber Hoffnung auf. Mediziner sprechen sogar von einer Revolution in der Behandlung. Seit etwa sechs Jahren gibt es Tabletten, die die Vermehrung der Krebszellen stoppen, sowie Spritzen, die das Immunsystem stärken und ebenfalls in der Lage sind, den Krebs aufzuhalten.

In Innsbruck kommen bereits beide Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz, sind zugelassen und werden laut Schmuth von der Krankenkasse bezahlt. Von einer 100-prozentigen Heilung zu sprechen, wäre allerdings verfrüht. Bis zu 60 Prozent der Patienten profitieren von den neuen Therapieformen. Bei den restlichen der Betroffenen bilden sich Resistenzen. Nun sind Forscher und Mediziner dabei herauszufinden, ob eventuell eine Kombinationstherapie bei resistenten Patienten zum gewünschten Erfolg führen könnte. Ebenso versucht man fieberhaft, die manchmal durchaus erheblichen Nebenwirkungen der Tabletten (Fieber, Sonnenempfindlichkeit) und der Spritzen (Lungenentzündung, Darmentzündung) einzudämmen.

Jährlich erkranken in Österreich mehr als 2000 Menschen an „schwarzem Hautkrebs“. Vor etwa 30 Jahren waren es nicht einmal 500 Neuerkrankungen pro Jahr. Risikofaktoren sind die Anzahl der Muttermale, ein heller Hauttyp und Sonnenbrände in der Kindheit.

Am häufigsten kommt Hautkrebs allerdings in Hugh Jackmans Heimat Australien vor. Dank Aufklärungsarbeit zum UV-Schutz gibt es dort aber erstmals einen Rückgang der Krankheitsfälle. Auch Jackman, dem es heute wieder gut geht, hilft dabei, das Risiko öffentlich zu machen. Sein Appell: „Benutzt Sonnencreme.“ Genau dies hatte der Australier in seiner Jugend nämlich verabsäumt.