Letztes Update am Mi, 03.01.2018 10:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Mehr Erfolg für gute Vorsätze

Jedes Neujahr will sich der Mensch ändern. Ein klarer Plan, ein einziges Ziel und Toleranz gegenüber dem eigenen Scheitern helfen beim Umsetzen, sagt Psychologe Stefan Höfer.

© iStockAn zweiter Stelle der beliebtesten Neujahrsvorsätze haben die Österreicher für 2018 den Wunsch nach einem bewussteren Leben gereiht.



Von Andrea Wieser

Innsbruck – Die gute Nachricht gleich vorweg: Es geht den meisten Menschen gleich. Wir nehmen uns viel vor und scheitern häufig. Die Niederlage ist im guten Neujahrsvorsatz fast schon mitinbegriffen. So tröstlich sieht das der Gesundheitspsychologe Stefan Höfer von der Innsbrucker Klinik. „Sich zu ändern, ist sehr schwer“, sagt er. Das liege vor allem daran, dass das Vorhaben weitaus unrealistischer ist, als der Mensch es wahrhaben will. „Wenn wir uns die eigene Entwicklung ansehen und uns erinnern, wie lange es etwa gedauert hat, essen oder gehen zu lernen, wird klar, dass der Mensch sich nicht von heute auf morgen verändern kann. Dazu braucht es Zeit.“ So sei das eben auch mit negativen Angewohnheiten.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS gelten für 2018 einmal mehr die typischen Neujahrsvorsätze. Eine persönliche Umfrage im letzten November unter 1070 Österreichern ergab, dass vor allem Sport und ein bewussterer Lebenstil angestrebt werden. Ein Blick zurück lässt übrigens hoffen: Rund ein Drittel der Befragten hätten ihre Ziele in den letzten Jahren nach eigenen Angaben umgesetzt.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist für Höfer das Maß. „Es ist unrealistisch, sich mehr als einen Vorsatz zu nehmen“, kommentiert der Experte die Verbesserungssehnsüchte der Österreicher. Es mache sehr viel mehr Sinn, sich auf ein einziges Ziel zu konzentrieren und auch dabei die Latte nicht hoch zu legen.

Persönlich hat der Gesundheitspsychologe übrigens keinen Neujahrsvorsatz: „Das heißt aber nicht, dass ich nichts zu verändern hätte. Ich glaube nur, man kann auch unter dem Jahr ein besserer Mensch werden.“

Mehr Sport treiben

Den Körper mehr zu fordern, bleibt – laut einer Umfrage des IMAS-­Instituts – auch für 2018 der beliebteste Vorsatz. 41 Prozent der befragte­n Österreicher wollen sich diesbezüglich verbessern. Damit es hier nicht beim frommen Wunsch bleibt, rät Gesundheitspsychologe Stefan Höfer zu einem konkreten Plan. Wer sich genauer organisiert, habe größer­e Chancen auf ein Erfolgserlebnis.

Bewusster leben

An zweiter Stelle der beliebtesten Neujahrsvorsätze haben die Österreicher für 2018 den Wunsch nach einem bewussteren Leben gereiht. Die Änderung des kompletten Lebenstils gehört für Höfer zu den forderndsten, weil sehr großen Zielen. Dabei rät der Psychologe zu einem realistischen Blick: „Wer akzeptiert, dass Rückschritte dazugehören, wird diese auch nicht gleich als Scheitern empfinden.“

Ein gesünderes Leben führen

Die Gesundheit zu verbessern, ist auch in diesem Jahr ein Top-Wunsch. Dazu zählen eine gesündere Ernährung ebenso wie Gewicht zu verlieren und – der Klassiker – mit dem Rauchen aufzuhören. Für Höfer nützt hier ein Blick auf das anvisierte Ergebnis und die ganz konkrete Formulierung von Wenn-dann-Sätzen. Zum Beispiel: „Wenn ich aufhöre zu rauchen, werde ich weniger krank.“ Ein klarer Satz mit eindeutiger Botschaft.

Mehr Zeit für Familie und Freunde

Das private Umfeld ist für viele Österreicher 2017 zu kurz gekommen und soll im neuen Jahr mehr gepflegt werden. Wie man das ändern kann? „Eine wichtige Rolle spielt die so genannte Selbstwirksamkeit. Damit ist gemeint, dass man daran glaubt, auch in schwierigen Situationen sein Ziel erreichen zu können“, sagt Höfer. Kurzum, man wisse einfach, dass es klappt, im Gegensatz zum Optimisten, der das nur hoffen kann.


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